Fußball VfB 03 lauert auf die nächste Siegchance

Hilden · Die Hildener Fußballer sind seit sechs Oberliga-Partien ungeschlagen. Am Sonntag wollen sie im Kampf um den Klassenerhalt den siebten Streich landen. Allerdings schöpft Gastgeber SC West mit neuem Coach frischen Mut.

 Fabio Di Gaetano (rechts) fällt wegen einer Knieoperation länger aus.

Fabio Di Gaetano (rechts) fällt wegen einer Knieoperation länger aus.

Foto: Blazy, Achim (abz)

Im Endspurt der Oberliga-Hinrunde stehen die Fußballer des VfB 03 vor zwei richtungsweisenden Begegnungen. Die erste steigt am Sonntag bereits um 13 Uhr beim SC West. Für die Düsseldorfer ist es allerdings kein echtes Heimspiel. Weil die eigene Anlage an der Schorlemer Straße nicht zur Verfügung steht, weichen sie auf den Platz des CfR Links an der Pariser Straße 65 aus. Das dürfte allerdings das geringste Problem der Gastgeber sein, die aktuell sechs Punkte weniger als die Hildener auf dem Konto haben und deshalb den vorletzten Platz einnehmen.

Der bislang schwache Saisonverlauf des SC West hatte bereits Folgen, denn der Verein wechselte den Trainer, gab dem erfolglosen Julien Schneider, Nachfolger von Marcus John, Mitte Oktober den Laufpass. Eine Entwicklung, die sich in den Wochen zuvor andeutete. „Nach einer ausführlichen Analyse sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass wir über einen Trainerwechsel neue Impulse setzen wollen“, erläuterte Teammanager Manuel Haber die Trennung. Als Interimscoach fungierte Mirhudin Kacar, der mit dem SC West ein 0:0 beim ambitionierten TSV Meerbusch erreichte und damit einen ersten Nadelstich setzte.

Einen Tag später gaben die Düsseldorfer die Verpflichtung von Ranisav Jovanovic als Chefcoach bekannt. Für den Ex-Profi von Fortuna Düsseldorf ist es seine erste Trainerstation. Die will der Fortuna-Aufstiegsheld der Saison 2011/2012 erfolgreich gestalten. Einen ersten Schritt machte der 38-Jährige bereits bei seinem Debüt auf der Bank des SC West, als sein Team mit einem engagierten Auftritt dem 1. FC Monheim ein Unentschieden abtrotzte, dabei einen 0:1-Rückstand wettmachte. Dieses Kunststück gelang den Düsseldorfern auch beim Tabellensiebten SpVg. Schonnebeck. Da wurde Sebastian Siebenbach von einem Freistoß überrascht, den Marcus Heppke direkt auf seinen Kasten zirkelte. Später machte der Keeper diesen Fehler aber wieder wett. Und auch am Sonntag dürfte er sich hochkonzentriert präsentieren, schließlich geht es für den Schlussmann gegen seinen Ex-Klub, dem er über viele Jahre die Treue hielt – und im direkten Duell auch schon mal eine 0:6-Niederlage kassierte, weil sich die Abwehr des SC West vollkommen indisponiert präsentierte. Das ist allerdings schon fünf Jahre her.

Gleichwohl blieben die Hildener seither gegen den SC West ungeschlagen. „Von Statistiken halte ich nicht viel“, will Marc Bach die positiven Vorzeichen aber nicht überbewerten. Der Trainer des VfB 03 ergänzt: „Laut Statistik waren auch die Ratinger Favorit und wir haben sie geschlagen.“ Genau dieser Umstand verleiht seiner Mannschaft aber enormes Selbstbewusstsein. „Ich will den Spielern nicht die Freude nehmen, aber wir weisen in jedem Training daraufhin, dass sich jeder immer wieder konzentrieren und den letzten Schritt machen muss, damit wir weiter punkten.“ Zugleich verweist Bach auf den gut besetzten Kader des Kontrahenten mit mehreren regionalliga- und oberliga-erfahrenen Akteuren wie zum Beispiel Rico Weiler (früher Fortuna Düsseldorf II), Jeff Gyasi (früher BSV Schwarz-Weiß Rehden) und Milan Senic (früher TSG Neustrelitz) oder das SC West-Urgestein Christoph Zilgens. „Die haben eine enorme individuelle Qualität, bekommen es bislang nur als Mannschaft nicht auf den Platz“, warnt Bach vor fahrlässigem Tun.

Der Hildener Trainer kann personell aus dem Vollen schöpfen und in Düsseldorf auf einen 18-köpfigen Kader bauen. Einzig für Fabio di Gaetano ist das Jahr gelaufen – der Mittelfeldakteur muss sich einer Knieoperation (Meniskus) unterziehen. Ungemach könnte auch Talha Demir drohen. Der 23-Jährige sah in der Schlussphase der Partie beim Spitzenreiter VfB Homberg die gelb-rote Karte und soll nach dem Abpfiff die Schiedsrichterin beleidigt haben. „Talha bestreitet das. Man muss abwarten, was ihm zur Last gelegt wird“, sagt Bach und sieht der Verhandlung vor der Spruchkammer am 24. November gespannt entgegen.