VfB 03 Hilden startet in Kleve in die Oberliga-Saison

Interview Marc Bach: „Viele der Jungs packen im Verein mit an“

Der neue Chefcoach des Fußball-Oberligisten VfB 03 Hilden ist beeindruckt vom Zusammenhalt der Mannschaft.

Die Fußballer des VfB 03 starten am Sonntag beim 1. FC Kleve in die Meisterschaft. Für die Hildener ist die Begegnung beim starken Aufsteiger gleich eine besondere Herausforderung in der englischen Woche zum Oberligaauftakt. Der neue Trainer Marc Bach spricht über eine intensive Vorbereitung und die Erwartungen des VfB 03 in dieser Saison.

Wie gut haben Sie Ihre Mannschaft in fast sechs Wochen Vorbereitung kennengelernt?

Bach Die Mannschaft hat sich sehr schnell an uns und unsere Arbeitsweise gewöhnt. Die ersten drei Wochen haben wir fast täglich trainiert – das war sehr intensiv. Wir haben es geschafft, sehr schnell zusammenzufinden.

Erleichtert ein großer Umbruch die Aufgabe als neuer Trainer?

Bach Grundsätzlich ist am Anfang der Saison immer eine Eingewöhnungszeit nötig. Für uns Trainer ist es eine komplett neue Mannschaft. Zudem sind Identifikationsfiguren wie Dominik Donath, Fabian Andree oder Manuel Schulz gegangen. Bei den neuen Spielern haben wir darauf geachtet, dass sie zur Umgebung und zur Mannschaft passen.

Was bedeutet das konkret?

Bach Sie müssen offen sein, neue Erfahrungen machen wollen und hart an sich arbeiten. Der VfB ist ein familiärer Verein, der viel Wert auf das Zwischenmenschliche legt und wo jeder seine Rolle hat.

Haben Sie denn auch schon die Fans des VfB 03 kennengelernt?

Bach Der Verein hat ein treues Publikum. In der Zusammenarbeit gibt es ein riesiges Feedback, positiv wie auch mal negativ – das gehört aber dazu. Mir gefällt das Familiäre mit dem harten Fan-Kern, der bei jedem Training dabei ist. Das sind offene und herzliche Menschen.

Was hat Sie bislang am meisten beeindruckt?

Bach Nach der kurzen Zeit der Zusammenhalt. Die Neuen waren schnell integriert. Dazu haben etablierte Spieler wie Stefan Schaumburg, Fabian zur Linden, Florian Grün, Bastian Sube oder Justin Härtel beigetragen. Viele der Jungs packen mit an, auch außerhalb des Platzes.

Wie gut verlief die Vorbereitung insgesamt?

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Bach Es war nicht wenig, was wir gemacht haben, aber wir haben alles durchgezogen. Wir sind aber noch lange nicht am Ende, sondern es wächst weiter zusammen. Natürlich steht und fällt alles mit den Ergebnissen in der Meisterschaft.

Wo sehen Sie die Stärken und Schwächen der Mannschaft?

Bach In erster Linie wollen wir die hohe Anzahl der Gegentore abstellen. Mit unseren Offensivqualitäten sind wir immer in der Lage, Tore zu schießen. Im Umschaltspiel von Abwehr auf Offensive und umgekehrt gibt es noch Ansätze, wo wir etwas verbessern können. Dabei ist die Defensive gar nicht so sehr der Schwachpunkt, wenn die Mannschaft es verinnerlicht, Gegentore zu verhindern. Für mehr Kompaktheit haben wir einen zweiten Sechser eingebaut.

Auf welche Führungskräfte setzen Sie?

Bach Wir setzen auf alle Spieler in unserem Kader. Natürlich sind die erfahrenen Fußballer wichtig, die das Spiel in die richtigen Bahnen lenken. Führungsqualität definiert sich aber nicht übers Alter, sondern über Leistung. Erwin Mambasa und Jannik Löbe haben deshalb auch das Potential, Führungskräfte zu sein. Letztlich sehen wir das Kollektiv. In drei Einheiten pro Woche hat jeder die Möglichkeit, sich zu empfehlen.

Wen zählen Sie zu den Favoriten in der Liga?

Bach Ganz oben auf der Liste stehen die SSVg Velbert mit starken Neuzugängen wie Felix Haas, Sebastian Spinrath oder Leroy Mickels und der VfB Homberg mit Emre Dermircan, der von der SG Wattenscheid kam. Die Aufsteiger Meerbusch und Kleve spielen eine ähnliche Rolle wie in der letzten Saison Monheim. Dazu haben Mannschaften wie Ratingen oder Schonnebeck den Anspruch, zu den Spitzenteams zu gehören. Wenn wir eine bessere Platzierung als in den vergangenen Jahren und am besten frühzeitig den Klassenerhalt erreichen, haben wir eine fantastische Saison gespielt. Das Team wird sich definitiv weiterentwickeln.

Ist die englische Woche zum Start gut oder schlecht?

Bach Die ersten fünf Spieltage mit Kleve, Velbert, Meerbusch, Monheim und Schonnebeck sind schon schwierig. Zwei bärenstarke Aufsteiger und ein Top-Favorit zu Hause – wir müssen es so nehmen. Ich hätte für den Anfang einen Wochenrhythmus bevorzugt. Andererseits hat man so die Möglichkeit, einen Ausrutscher schnell auszumerzen. Nach den ersten fünf Spieltagen wissen wir, wohin die Richtung geht.

Sind Sie nervös?

Bach Ich habe eher eine positive Anspannung und Vorfreude. Ich glaube, dass wir gut vorbereitet sind. Sonntag ab 15 Uhr müssen es dann die Jungs zeigen.

Birgit Sicker führte das Gespräch