VfB 03 Hilden plant Revanche gegen den 1. FC Kleve

Fußball: Florian Grün kann nur noch zuschauen

Der Mittelfeldakteur zollt einer langwierigen Verletzung Tribut und steht deshalb auch am Sonntag gegen den 1. FC Kleve nicht im Hildener Kader. Die Hoffnung ist gering, dass er in dieser Saison überhaupt noch einmal aufläuft.

Vor vier Wochen stand Florian Grün das letzte Mal für den Oberligisten VfB 03 auf dem Feld. Seinerzeit gewannen die Hildener das Derby gegen Ratingen 04/19 durch Treffer von Talha Demir (2) und Zissis Alexandris mit 3:2. Der Sieg schien der erhoffte Befreiungsschlag im Kampf um eine gute Platzierung in der Hinrunde zu sein. Eine Woche später folgte die Ernüchterung beim SC West, als die Düsseldorfer durchaus verdient einen 2:0-Erfolg einfuhren und die Fußballer des VfB 03 damit wieder unsanft nach unten zogen. Da schon war Florian Grün zum Zuschauen verurteilt. Um den Ausfall des Sechsers zu kompensieren, stellte Trainer Marc Bach zwangsläufig um und bot in der Startformation Emil Vincazovic auf, der damit erstmals seit seiner langen Verletzungspause eine tragende Rolle im Hildener Team bekam. Allerdings blieb der Rekonvaleszent in dieser Partie ebenso blass wie viele andere Akteure in der VfB-Mannschaft, die regelmäßig spielen.

Für Florian Grün hingegen ist die aktive Karriere beendet. Eine Verletzung, die ihm schon zu Anfang seiner Zeit in Hilden zu schaffen machte und zur Operation zwang, ist erneut aufgebrochen. Seinerzeit setzten Ärzte wegen eines Knorpelschadens eine Membran ins Sprunggelenk ein, um eine schmerzfreie Bewegung zu ermöglichen. Eine MRT-Untersuchung förderte nun den Grund für die erneuten Schmerzen zu Tage. „Die Belastung ist zu groß – die Membran ist weg“, berichtet Grün. Für den Mittelfeldakteur war schnell klar: „Ich muss mit dem Fußball aufhören.“ Selbst ein Engagement in unteren Klassen sei für ihn nicht mehr möglich. „Auch ich muss das erst einmal verarbeiten, aber ich will ja später auch noch mit meinen Kindern etwas Fußball spielen“, sagt er und fügt mit leiser Stimme hinzu: „Es ist halt so.“ Das Ende seiner aktiven Karriere hat sich Grün, der im Juli vergangenen Jahres Hochzeit feierte, so bestimmt nicht vorgestellt.

Zumindest der Verein hegt noch etwas Hoffnung, das der spielstarke Fußballer doch noch für den VfB 03 auflaufen kann, will deshalb weitere ärztliche Meinungen einholen. Florian Grün dagegen blickt nach vorne. „Bis zum Sommer bleibe ich dem Verein erhalten. Ich habe gerade die B-Lizenz absolviert – mal schauen, was ich damit machen kann.“ Den VfB 03 schon in der Winterpause verlassen will der 28-Jährige nicht. „Ich habe hier viele Freunde gewonnen“, betont er. Gleichwohl zieht es ihn im nächsten Jahr nach Daun. Berufliche Gründe geben den Ausschlag, denn seit Anfang Oktober ist er als Reha-Manager der Berufgenossenschaft für den Bereich Eifel, Trier und Aachen zuständig. Der Wechsel des Wohnorts ist Teil der neuen Herausforderung.

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Derweil bereitet sich das Oberliga-Team auf eine neue Rollenverteilung im Team vor. Während zuletzt gegen Schlusslicht FSV Duisburg Talha Demir und Park Ilkwon den Sechser-Part übernahmen, schließt Marc Bach nicht aus, Fabian zur Linden „wieder nach vorne zu ziehen. Er fühlt sich auf der Sechserposition einfach wohler“. Nach der langwierigen Verletzung von Erwin Mombasa (Schambeinentzündung) übernahm, der stellvertretende Kapitän Anfang der Saison ohne Murren den vakanten Part in der Innenverteidigung. Dafür bieten sich nach guten Trainingseindrücken jetzt auch wieder Kai Stanzick oder Vato Murjikneli an. Welche Taktik am Sonntag gegen den 1. FC Kleve (15 Uhr, Hoffeldstraße) zum Tragen kommt – da wollte sich Chefcoach Bach nicht festlegen. Aufgrund der personellen Veränderungen ist eine Rotation jedoch notwendig. Von ihrem Erfolg hängt ab, ob der VfB 03 in der Winterpause noch Verstärkung für den Kampf um den Klassenerhalt sucht.

Dessen ungeachtet ist das Ziel für den Rückrundenauftakt klar. „Wir bereiten uns intensiv vor und wollen im Heimspiel drei Punkte holen, damit wir etwa entspannter in das letzte Spiel vor Weihnachten gehen können“, erklärt Bach. Denn in einer Woche geht es zum Tabellenvierten SSVg Velbert. Allerdings hängen schon gegen Kleve die Trauben hoch. Im Hinspiel zogen die Hildener mit 0:3 den Kürzeren. „Der Stachel sitzt bei mir immer noch tief“, gesteht Bach. Auch deshalb mag er sich nicht wirklich in die Karten schauen lassen – damit es mit der Revanche am Sonntag klappt.

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