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VfB 03 Hilden: Pascal Weber ist einfach nur glücklich

Fußball : VfB 03 Hilden: Pascal Weber ist einfach nur glücklich

Nach sieben Monaten ohne Meisterschaftsspiel freut sich der Stürmer des VfB 03 Hilden, wieder um Punkte zu kämpfen. Der 30-Jährige steuert zwei Tore zum Sieg über Hiesfeld bei – und lobt die geschlossene Mannschaftsleistung.

Im Kampf um den Verbleib in der Oberliga feierten die Fußaller des VfB 03 am Sonntag einen vielleicht richtungsweisenden Sieg. Denn die Hildener bezwangen nicht nur Aufsteiger TV Jahn Hiesfeld, sondern trotzten zugleich auch den schlechten Vorzeichen nach einer zweiwöchigen Corona-Zwangspause, die vornehmlich jene Spieler traf, die im Kreis Mettmann wohnen. Eine Maßnahme des Gesundheitsamtes, die den Klub verärgerte, weil negative Corona-Tests vorlagen, die in Nachbarstädten keine derart lange Quarantäne zur Folge haben. Doch die Mannschaft von Tim Schneider meisterte die Herausforderung, nach nur einem Training mit dem kompletten Kader schnell in die Erfolgsspur zurückzufinden.

Pascal Weber schwebte noch einen Tag später auf Wolke sieben. Denn für den Stürmer war es schon ein Sieg, nach sieben Monaten ohne Spiel das erste Mal wieder auf dem Kunstrasen an der Hoffeldstraße um Punkte zu kämpfen. Erst setzte er wegen der Eignungsprüfung fürs Studium aus, dann kam im März die Corona-Krise – und als i-Tüpfelchen folgte vor drei Monate jene schwere Verletzung der Brustmuskulatur beim Training an der Sporthochschule in Köln. Der Abriss des Brustmuskels war nicht nur körperlich schmerzhaft, sondern drückte auch aufs Gemüt. Die Ärzte prognostizierten dem Fußballer eine sechsmonatige Pause. Doch Weber stand am Sonntag bereits nach zwölf Wochen wieder auf dem Platz – und trug mit einem Doppelpack seinen Teil zum klaren 4:0-Erfolg bei.

„Ich habe mich gut gefühlt, nicht eine Minute an die Verletzung gedacht“, freute er sich über eine schnelle und gelungene Rückkehr, die er vor allem harter Arbeit mit dem Physiotherapeuten Thomas Lösbrock verdankte, aber auch dem Fitnesstraining mit Björn Opgenoorth – die Zusammenarbeit mit dem Reha-Fachmann ist für den VfB 03 ein Glücksfall, wie Trainer Tim Schneider bereits vor dem Start der Saison bekräftigte. „Ich bin sehr zufrieden, wie alles gelaufen ist. Ich hatte gedacht, dass ich erst nächstes Jahr wieder spiele“, gesteht Weber und fügt hinzu: „Für einen leidenschaftlichen Fußballer ist es hart, wenn er nicht spielen darf.“

Bereits am Vorabend erfuhr der Stürmer, dass er in der Anfangself steht. „Es war total schön, auch mal wieder aufgeregt zu sein. Ich habe mich riesig gefreut“, berichtet Weber, der sich nach dem Freitagtraining noch ein Entspannungsbad für die stark beanspruchte Muskulatur gönnte und am Samstag einen Spaziergang machte. „Es hat geklappt“, sagt er und betont: „Ich bin in das Spiel gegangen mit dem Gedanken: Gehe rein und erwarte nichts, auch nicht von der eigenen Leistung – und dann habe ich zwei Tore geschossen.“ Als die Kraft nachließ, habe sein Team „gut dosiert gespielt“. Zugleich hebt der 30-Jährige hervor: „Wir haben mannschaftlich geschlossen gewonnen.“

Hochmotiviert gehen die Hildener nun auch das Duell am Mittwoch (19.30 Uhr) beim Liga-Neuling SC West an. Zumal dort mit Marcel Bastians ein VfB 03-Urgestein als Trainer arbeitet, mit dem der jetzige Chefcoach Tim Schneider in der Jugend in einer Mannschaft spielte. „Marcel ist auch ein Taktikfuchs. Ich freue mich auf ihn – den Sieg will ich dennoch holen und danach noch mit ihm quatschen“, sagt Weber.