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VfB 03 Hilden ist vom Sticker-Virus infiziert

Fußball : VfB 03 Hilden ist vom Sticker-Virus infiziert

Der Hildener Traditionsklub hat erstmals in seiner Vereinsgeschichte ein eigenes Sammelalbum auf die Beine gestellt. Die Begeisterung ist bei allen Mannschaften groß – von den Bambini bis hin zum gestandenen Oberliga-Team.

Das runde Leder ruht momentan auf der Sportanlage an der Hoffeldstraße, gleichwohl bleibt der Fußball auch in der neuerlichen Corona-Zwangspause ein wichtiges Thema beim VfB 03. Denn seit sechs Wochen sind Mitglieder und Fans des Hildener Traditionsklubs im Sammelfieber – fürs erste Sticker­album in der langen Historie des Vereins.

Die Idee brachte vor einem Jahr Sebastian Nolte, Betreuer der dritten Mannschaft, in den Verein und fand beim Vorstand offene Ohren. „Vor zwei bis drei Jahren haben verschiedene Anbieter damit begonnen“, erzählt Dennis Lichtenwimmer. Der Sportliche Leiter fährt fort: „Sebastian hat uns einen Kontakt mit Stickerfive hergestellt. Vor einem Jahr gab es das erste Gespräch, in dem es um mögliche Geschäftsmodelle ging.“ Mit dem Start der Corona-Krise gerieten die Planungen im März dieses Jahres zunächst ins Stocken, nahmen aber wieder Fahrt auf, als der Spielbetrieb im Sommer ruhte. Am Ende der nunmehr intensivierten Gespräche stand der Vertragabschluss mit der in Süddeutschland ansässigen Firma Stickerfive für das erste Sammelalbum des VfB 03.

Federführend organisierte Maximilian Kulesza die weiteren Schritte. Der VfB-Vorsitzende hörte im Radio davon, dass Vereine ihr eigenes Sammelalbum machen – und damit auf den Spuren von Nationalteams bei Welt- oder Europameisterschaften wandeln. „Das sind feste Prozesse, die das Unternehmen dann abspult“, berichtet er jetzt und ergänzt: „Wir sind wohl das größte Projekt, das Stickerfive bislang hatte.“ Aufgrund der Vielzahl der Mannschaften im VfB 03 stellte allein das Foto-Shooting eine Herausforderung dar – letztlich waren zwei Samstage nötig, um jeweils von 10 bis 17 Uhr alle Kicker von der ersten Mannschaft bis hin zu den Bambini sowie die Vorstandsmitglieder abzulichten. Dazu gab’s einen weiteren Termin für jene, die zuvor verhindert waren. „Das kam besser an, als erwartet. Alle hatten richtig Bock, fanden das toll, Teil des Ganzen zu sein und damit auch eine gewisse Wertschätzung zu erfahren. Einige waren extra noch beim Friseur“, stellt Lichtenwimmer fest.

519 Bilder sind ins hochwertig gestaltete Album einzukleben. Eigentlich sogar 520, doch ein Platzhalter fehlt – ausgerechnet jener für das Porträt von Dennis Lichtenwimmer, einem der Initiatoren des Projekts. „Mich hat mein einfach vergessen – im ersten Moment war ich natürlich etwas enttäuscht. Jetzt haben natürlich alle ein schlechtes Gewissen“, sagt der Sportliche Leiter des VfB 03. Inzwischen wächst aber seine Vorfreude auf eine geplante Sonderaktion des Klubs, denn sein Konterfei soll noch als Nummer 1903 – dem Gründungsjahr des Vereins – im Album auftauchen.

Auch Stefan Schaumburg ist vom Sammelfieber gepackt. „Am Anfang habe ich den größten Umsatz gemacht“, erzählt der Kapitän der ersten Mannschaft lachend. Zumal das Oberliga-Team in der vom Gesundheitsamt verordneten Quarantäne wegen eines Coronafalls in der Zweitvertretung genügend Zeit hatte, sich dem Sticker-Album zu widmen. „Patrick Percoco, der zu dem Zeitpunkt verletzt war und nicht in Quarantäne musste, hat uns alle beliefert“, bericht Schamburg amüsiert und stellt fest: „Das Album ist eine tolle Sache, denn so lerne ich auch andere Spieler kennen, die ich sonst tendenziell nur sehe. Jetzt verbinde ich mit den Fotos auch die Leute.“ Mit einem verschmitzten Lächeln fügt er hinzu: „Das ist schon spannend, erweckt das Kind im Manne.“

Doch nicht nur bei den Senioren, sondern bis hin zu den Bambini ist die Sammel-Leidenschaft zu spüren. „Manchmal sammeln die Eltern mehr als die Kinder“, erzählt Schaumburg und betont: „Es ist einfach schön, das zu sehen und für das Vereinsleben ist es unheimlich wertvoll.“ Der aktuelle Lockdown erschwert das Tauschen, doch Schaumburg will alles daran setzen, auch den letzten weißen Fleck im Album zu tilgen – wohl wissend, dass dafür auch Geduld notwendig ist. „Das ist wirklich cool. Für mich wäre es ein Highlight gewesen, als Grundschüler in einem Stickeralbum zusammen mit Spielern der ersten Mannschaft zu stehen.“