VfB 03 Hilden II revanchiert sich im Endspiel

Futsal : VfB-Reserve ist Hildener Futsal-Stadtmeister

Das Bezirksliga-Team setzt sich nach der Vorrunden-Niederlage im Finale gegen die spielerisch starke Erstvertretung des MSV durch.

Der Pokal bleibt in den Händen des VfB 03 Hilden. Allerdings setzte sich diesmal die zweite Mannschaft des Klubs die Stadtmeisterkrone auf, weil der Verein statt des Oberliga-Teams lieber die neu formierte Dritte, die in der Kreisliga C an der Tabellenspitze steht, ins Rennen schickte. Das Team von Sascha Borsic blieb jedoch hinter den Erwartungen zurück und belegte am Ende nur den fünften Platz.

Den besten Eindruck hinterließen bei den Titelkämpfen jedoch die beiden Mannschaften des Marokkanischen SV, die spielerisch mit dem ungewohnten Futsal-Ball zu überzeugen wussten, weil sie zuvor bereits etliche Trainingseinheiten mit den Futsal-Experten im eigenen Verein absolvierten. Beide MSV-Teams trafen im Halbfinale aufeinander – letztlich kam die Erste ins Finale, während die Zweite im Spiel um Platz drei den FC Türkspor nach Treffern von Mohamed Azhari und Hamza Fkihech mit 2:0 bezwang.

Zum Start der 3. Hildener Futsal-Stadtmeisterschaft gab sich die lokale Polit-Prominenz ein Stelldichein. Das lag vielleicht auch am späten Beginn des Turniers: Weil das Teilnehmerfeld um zwei Mannschaften auf acht Teams geschrumpft war, pfiffen die Schiedsrichter Marwin Schmidt und Michael Muhr die erste Begegnung am Samstag erst um 11 Uhr in der Bandsbusch-Halle an. Zuvor begrüßte Bürgermeisterin Birgit Alkenings die Sportler, dazu waren Stellvertreter Norbert Schreier, Sportdezernent Sönke Eichner und Landtagsabgeordnete Claudia Schlottmann, die zugleich Vorsitzende des Hildener Schul-und Sportausschusses ist, vor Ort. Die Kulisse dagegen konnte mit den Veranstaltungen der vergangenen Jahre beileibe nicht mithalten. Selbst beim Endspiel blieben viele Zuschauerplätze frei.

Dabei gab es gleich zu Beginn der Veranstaltung die ersten Überraschungen. Im Auftaktspiel zog die Mannschaft von Ausrichter SV Hilden-Ost, die in der Gruppe 2 der Kreisliga B immerhin auf Rang drei steht, gegen die Dritte des VfB 03, ihrerseits Spitzenreiter der Kreisliga C, mit 0:4 den Kürzeren. Danach folgte das Duell des Bezirksliga-Dritten VfB 03 II gegen die Erste des MSV Hilden, den Tabellenführer in der Kreisliga B, Gruppe 2. Hoch motiviert drückten die Marokkaner der Begegnung ihren Stempel auf, setzten sich letztlich mit 3:1 durch. „Der MSV war schon stark, er hat die Vorrunde dominiert“, bekannte später Tim Schneider, Trainer der VfB-Reserve. Eine knappe Stunde später wies das MSV-Team auch die VfB-Dritte mit 3:1 in die Schranken und machte mit einem überaus deutlichen 6:1-Erfolg über den SV Ost den Einzug ins erste Halbfinale perfekt. Das erreichte auch die MSV-Zweite, die in der schwächeren Gruppe B den zweiten Platz belegte. Das „gefühlte Endspiel“ entwickelte sich zu einer spannenden Angelegenheit. Erst elf Sekunden vor dem Abpfiff erzielte Ali Almakhloufi das entscheidende 2:1, das die MSV-Erste ins Finale brachte.

Im zweiten Halbfinale traf die VfB-Zweite auf den FC Türkspor, der nach einem Unentschieden gegen den AC Italia und Siegen über den MSV Hilden II und den SV Nord den ersten Platz in der Gruppe B belegte. Viel zu bestellen hatte der FC aber nicht im Überkreuzspiel. Vielmehr lag der VfB 03 nach Toren von Roman Werner und Paul Becker nach zehn Minuten bereits mit 2:0 vorne. Ein Türkspor-Eigentor führte zum 3:0, ehe Leon Bernhardt noch auf 4:0 erhöhte.

Im Finale nahm die VfB-Zweite dann eindrucksvoll Revanche, setzte hier gegen die technisch versierten Akteure des MSV vor allem auf die körperliche Komponente. „Wir waren aggressiver und wollten den Sieg mehr“, urteilte Trainer Tim Schneider. Raffaelle Lavalle, Patrick Percoco, Felix Ludwig und erneut Lavalle erzielten die Tore beim glatten 4:0-Erfolg. Entsprechend groß war der Jubel bei der Siegerehrung. Einen Wermutstropfen fand Coach Schneider aber dennoch. „Wir wollten ins Halbfinale kommen und das Turnier ohne rote Karte überstehen. das hat geklappt. Unser drittes Ziel – ohne Verletzungen rauszukommen – haben wir aber verpasst, denn Marco Tassone hat sich eine Wunde am Schienbein zugezogen, die genäht werden musste.“ Vielleicht auch ein Plädoyer dafür, in Zukunft in der Halle ebenfalls mit Schienbeinschonern aufzulaufen. Auf der anderen Seite bekannte Said Azmaa: „Wir hatten uns nach dem 3:1-Erfolg im Gruppenspiel etwas mehr ausgerechnet, es ist aber ein verdienter Sieg für den VfB. Es war ein sehr faires Finale.“ Eine kritische Anmerkung machte der Trainer der MSV-Ersten aber doch noch: „Ich finde es schade, dass zwei Mannschaften zurückgezogen haben. Da sollten sich die Verantwortlichen mal Gedanken machen. Das ist das einzige Stadt-Turnier im Jahr und es wäre schön, wenn man sich auch mit der ersten Mannschaft des VfB und der Süder messen könnte.“

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