VfB 03 Hilden befreit sich aus der Klemme

Fußball : VfB 03 befreit sich aus der Klemme

Die Hildener Oberliga-Fußballer behalten in der richtungsweisenden Partie gegen den Abstiegskonkurrenten SC Velbert mit 2:1 die Oberhand. Ein Wermutstropfen ist jedoch die rote Karte für Fabio di Gaetano.

VfB 03 Hilden – SC Velbert 2:1 (1:0). Mit dem Heimerfolg erreichten die Fußballer des VfB 03 drei Spieltage vor dem Ende der Hinrunde die anvisierte 20-Punkte-Marke und sehen nun den nächsten Begegnungen gelassener entgegen. Allerdings bleibt die personelle Lage angespannt. Zwar ist nächsten Sonntag der gesperrte Talha Demir wieder mit von der Partie, doch dann fehlt in jedem Fall Fabio di Gaetano. Der Mittelfeldakteur offenbarte im richtungsweisenden Duell gegen den SC Velbert Licht und Schatten. Zu den starken Momenten zählte jene Szene in der 47. Minute, als er im Strafraum seinen Gegenspieler flink umkurvte und mit einem Schuss ins rechte untere Eck für die Hildener auf 2:0 erhöhte. 36 Minuten danach war für den 22-Jährigen nach einem Zweikampf gegen Leon Fritsch die Partie vorzeitig beendet. Während der Velberter wegen Foulspiels die gelbe Karte gezeigt bekam, leistete sich di Gaetano eine Tätlichkeit und sah deshalb Rot. Der Platzverweis brachte die Gastgeber in der Schlussphase noch einmal ins Schwimmen.

Wie angekündigt, machte Marc Bach angesichts der enormen personellen Probleme aus der Not eine Tugend und beorderte mit Nils Piotraschke, Giacomo Russo und Giovanni Spinella gleich drei Akteure der zweiten Mannschaft auf die Oberliga-Bank. Oliver Krizanovic hingegen durfte erstmals in der Startformation neben den Angreifern Pascal Weber und Selcuk Yavuz auflaufen. Weil Stefan Schaumburg wegen einer schmerzhaften Fußprellung, die er sich bereits im Pokalduell gegen die SSVg Velbert zuzog, im Training pausieren musste, übernahm Marcel Elsner den Sechser-Part neben Erwin Mambasa.

Der Einsatz von Krizanovic machte sich bereits nach einer Viertelstunde bezahlt. Irgendwie fand der Ball im Strafraum den Weg zu dem 19-Jährigen, der aus kurzer Distanz die 1:0-Führung erzielte. Ein Treffer, der für Erleichterung im Hildener Lager sorgte. Fünf Minuten danach hatten die Platzherren allerdings Glück, dass Mike Lewicki nach einem Querpass von Max Michels den Ball nur an den rechten Außenpfosten setzte. Wenig später schoss Hu Cho am VfB-Kasten vorbei (25.). Zehn Minuten vor der Pause stand Krizanovic am rechten Pfosten ganz frei, doch Serdar Ogün flankte viel zu ungenau auf seinen Mitspieler – und damit verpuffte die gute Chance.

Auch in der zweiten Halbzeit erwischte der VfB 03 einen Auftakt nach Maß, als der quirlige di Gaetano nur zwei Minuten nach dem Wiederanpfiff auf 2:0 erhöhte. Ein Treffer, der trügerische Sicherheit verlieh. Denn in der insgesamt schwachen Oberliga-Partie verkürzten die Velbert aus dem Nichts auf 1:2 (65.), als eine vermeintliche Flanke von Adrian Jeglorz vom rechten Flügel über VfB-Keeper Marvin Oberhoff hinweg in den linken Winkel segelte. Ein Treffer, der durchaus Wirkung hinterließ. Die Gastgeber atmeten tief durch, als ein Querpass von SC-Kapitän Jeglorz von der rechten Seite die Torlinie entlang keinen Abnehmer fand (77.). Sechs Minuten später folgte der Platzverweis für di Gaetano – und eine nervenaufreibende Schlussphase begann.

„Dieses Spiel hat mich fünf Jahre meines Lebens gekostet“, bekannte Marc Bach später. „Heute war es eine extreme Situation“, führte der VfB-Trainer aus und nannte als Beispiel Stefan Schaumburg, der in den letzten Minuten doch noch auflief: „Er hätte nach ärztlichem Rat gar nicht spielen dürfen.“ Während der VfB-Coach mit der personellen Situation haderte, stellte SCV-Coach Patrick Knieps rein sportlich fest: „Wir haben es nicht geschafft, die Fehler des Gegners zu nutzen und zum Abschluss zu kommen. Dafür hatten wir selbst zwei, drei krasse Fehler, die zu Toren führten – das machte den Unterschied aus.“ Durch die Niederlage bleiben die Velberter in der Abstiegszone, während sich der VfB 03 ein komfortables Neun-Punkte-Polster auf die gefährdeten Ränge verschaffte.

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