Fußball: VfB 03 hat einen schweren Stand

Fußball : VfB 03 hat einen schweren Stand

Die Hildener wollen trotz personeller Probleme einen Sieg gegen den 1. FC Bocholt einfahren. Zuletzt waren die Partien gegen das ambitionierte Team von Manuel Jara aber immer heiß umkämpft.

VfB 03 Hilden - 1. FC Bocholt. Die Ausfälle in den Reihen des Oberligisten VfB 03 nehmen zu. "Die Lage entspannt sich nicht, sondern sie ist immer weiter angespannt", berichtet Teammanager Michael Kulm. Mit Dominik Donath, der sich am Mittwoch einer Knieoperation unterzog, und Manuel Schulz (Schulteroperation) fallen zwei Fußballer, die in der Hildener Abwehrkette zuletzt gesetzt waren, längerfristig aus. Vergangenen Sonntag erwischte es nun auch Robin Müller. Allerdings gab es beim Rechtsverteidiger leichte Entwarnung: Statt des befürchteten Muskelfaserrisses im Oberschenkel zog sich der 20-Jährige wohl nur eine Zerrung zu. An einen Einsatz am Sonntag ist jedoch nicht zu denken, deshalb bekommen die Zuschauer auf jeden Fall eine andere Startformation zu sehen.

Weil Michael Kulm von Haus aus eher positiv denkt, will er das personelle Problem aber nicht dramatisieren. "Im Moment ist es etwas viel auf einmal, aber wir sind durchaus noch konkurrenzfähig", sagt er. Allerdings schwingt beim Teammanager da auch die Hoffnung mit, dass Florian Grün, der sich am Montag im Training eine leichte Muskelverletzung zuzog, spätestens heute Abend wieder richtig ins Mannschaftstraining einsteigen kann. Dann will es auch Dennis Lichtenwimmer probieren, der zuletzt wieder einmal wegen Adduktorenproblemen pausieren musste.

"Es brechen im Laufe der Saison immer mal Spieler weg, aber die kommen auch wieder", übt sich Marcel Bastians ebenfalls in Gelassenheit. Zugleich betont der Hildener Coach: "Jetzt können sich einmal die Leute zeigen, die zuletzt nur in der zweiten Reihe standen." Ein Satz, den Trainer in solchen Situationen gerne formulieren - weil es eben anders gar nicht geht. Weshalb die Verletzungen jetzt derart geballt auftreten? Einige heftet Bastians unter dem Kapitel Verschleißerscheinungen ab, die sich im Laufe einer Sportler-Karriere irgendwann einmal bemerkbar macht. Andere gehen auf frühere Verletzungen zurück, wie zum Beispiel bei Dennis Lichtenwimmer oder Vincenzo Lorefice. "Wir haben die Möglichkeit, im Fitnessstudio Opgenoorth zu arbeiten, zudem ist eine regelmäßige physiotherapeutische Behandlung gewährleistet - für einen Oberligisten ist das schon gut", sieht Kulm den Verein auch außerhalb des Fußballplatzes gut aufgestellt. Was bleibt, ist die Hoffnung, dass die angeschlagenen Akteure bald wieder ins Mannschaftstraining zurückkehren. Wie zum Beispiel Florian Grün. "Wenn jemand unter der Woche gar nicht trainieren kann, ist das in der Oberliga schon ein Problem", stellt der Teammanager fest.

Noch steht nicht fest, welche Spieler am Sonntag die Abwehrkette bilden. Einzig das Innenverteidigerpaar Maurice Fiolka und Justin Härtl hat seinen Platz sicher. Auf der rechten Seite zählt Kulm als Alternativen Patrick Percoco, Florian Grün und Fabian zur Linden auf. Für die linke Seite bieten sich Simon Metz und Khalid Al-Bazaz an. "Dann müssten wir zumindest nicht positionsfremd besetzen", sagt Michael Kulm.

Bei allem Optimismus entfährt dem 50-Jährigen dann aber doch der Satz: "Es reicht jetzt - noch dünner muss der Kader nicht werden." Und er sagt auch, warum: "Hinten raus im Spiel wird das ein Problem. Wenn wir auf Situationen reagieren müssen, dann wird es dramatisch." So weit wollen es die Hildener aber gar nicht erst kommen lassen. Läuferisch soll die Mannschaft alles in die Waagschale werfen, auch in puncto Zweikampfstärke und Spieltaktik ans Limit gehen. "Wir müssen uns als Mannschaft präsentieren, vor allem in der Defensive stabil stehen und die Räume enger machen", betont Kulm. Und im Angriff will der VfB 03 diesmal seine Chancen entschlossener nutzen - damit nicht wie zuletzt in Baumberg aus einer Führung ein Rückstand wird.

(RP)