Fußball: VfB 03 bleibt in Kapellen wachsam

Fußball : VfB 03 bleibt in Kapellen wachsam

Der Oberliga-Aufsteiger will die Gastgeber in der Tabelle auf Distanz halten. Schon ein Punkt hilft der Elf von Toni Molina weiter. Allerdings bleibt die personelle Lage der Hildener angespannt. Jetzt fehlte auch der Chefcoach beim Training.

Kapellen-Erft — VfB Hilden. Mit dem hart erkämpften Remis gegen den Oberliga-Zweiten MSV Duisburg II erwischten die Fußballer des VfB 03 einen guten Meisterschaftsstart im neuen Jahr. Allerdings zollten die Hildener dem hohen körperlichen Aufwand Tribut und mussten in dieser Woche erst einmal durchatmen. Das galt vor allem für Pascal Weber, der die beiden ersten Übungseinheiten aufgrund muskulärer Probleme nicht mitmachen konnte. "Ich bin guter Dinge, dass er Freitagabend wieder dabei ist", rechnet Marcel Bastians mit dem Stürmer zumindest beim heutigen Abschlusstraining. Der Co-Trainer steht in diesen Tagen gemeinsam mit seinem Kollegen Reinhard Thiel verstärkt in der Verantwortung, denn jetzt erwischte es auch den Chefcoach: Toni Molina meldete sich Anfang der Woche krank ab. "Er hat einen heftigen Virusinfekt", berichtet Bastians. Ob Molina am Sonntag im Erftstadion (Weimarerstr. 74, Grevenbroich) dabei ist, scheint daher ebenfalls fraglich.

Die personelle Lage bleibt also angespannt. Immerhin kehrt Maximilian Hodi (grippaler Infekt) in den Kader zurück. Und auch Rekonvaleszent Emrah Cavdar macht leichte Fortschritte. Der Stürmer trainiert bereits wieder mit der Mannschaft mit, muss aber aufgrund muskulärer Probleme immer wieder Pausen einlegen. "Am Sonntag reicht es maximal zu einem Kurzeinsatz", erklärt Bastians. Florian Marx (Bauchmuskelzerrung) musste dagegen seinen Trainingsversuch abbrechen. Hendrik Bergmann, der vergangenen Sonntag eine bravouröse Vorstellung bot und ein Tor zum 2:2 beitrug, ist hingegen beruflich stark angespannt und konnte auch in dieser Woche nur eingeschränkt trainieren. Das gilt ebenso für Sven Röttgen und Jannik Weber. Mit Blick auf die Partie in Kapellen stellt Bastians daher fest: "Die Mannschaft stellt sich praktisch wieder von alleine auf." Immerhin gibt es mehr Alternativen auf der Bank, da Henning Scholl, der zuletzt privat verhindert war, wieder in den Kader zurückkehrt.

Die Hildener erwartet wohl erneut eine kampfbetonte Partie. Denn schon in der Hinrunde lieferten sich die beiden Kontrahenten eine intensive geführte Begegnung, in der die VfB-Kicker eine Viertelstunde vor dem Ende in Überzahl sogar auf drei Punkte hoffen durften. Doch den Treffer von Stefan Schaumburg egalisierten die Kapellener keine 60 Sekunden später durch Eduard Ungefug. Deshalb warnt Bastians vor einer schweren Aufgabe, auch wenn der SC vergangenen Sonntag beim ETB SW Essen verlor und vor allem mit drei Platzverweisen für Schlagzeilen sorgte. Bereits Mitte der ersten Halbzeit sah Dalibor Cvetkovic nach einem Foul die rote Karte — SCK-Trainer Chiquinho sprach von einer "nicht nachvollziehbaren Entscheidung". Kurz nach dem Wiederanpfiff musste Georgios Madatsidis mit der Ampelkarte vom Feld. Und nach einer Stunde war die Begegnung auch für Sükrü Ak beendet — der Abwehrmann hatte Gesprächsbedarf, den der Schiedsrichter aber nicht teilte. In doppelter Überzahl erhöhten die Essener nach der schnellen 1:0Führung (3.) noch auf 3:0.

"Wir werden in der Liga keinen Gegner unterschätzen", betont Marcel Bastians trotz der drei Ausfälle, die die Gastgeber damit am Sonntag zu verkraften haben. "Kapellen hat einen guten ausgeglichenen Kader, deshalb sehe ich das nicht als Vorteil für uns an." Der CoTrainer rechnet aber mit einem "Spiel auf Augenhöhe". Das zeigt schon ein Blick auf die Tabelle, denn der VfB 03 hat lediglich einen Zähler mehr als der SCK auf dem Konto. Erneut müssen die Hildener wohl an ihre Grenzen gehen. "Die Kapellener spielen schnell nach vorne und gehen ein extrem hohes Tempo", erklärt Bastians. Wichtig ist also, dass seine Mannschaft die Konzentration bis zur letzten Minute hochhält.

Für die Hildener spricht der Teilerfolg gegen den Oberliga-Zweiten Duisburg, durch den sie weiteres Selbstbewusstsein tankten. "Wir haben aber auch viel Hölzer gelassen", zeigt Bastians die andere Seite des kräftezehrenden Auftritts auf. Trotzdem will der Aufsteiger auf der guten Leistung aufbauen. "Wir werden uns nicht einigeln, sondern schauen nach vorne", sagt der CoTrainer. Doch er fügt hinzu: "Das hängt natürlich auch vom Personal ab, dass wir am Sonntag zur Verfügung haben."

(RP)