Handball: Unitas liefert Kraftakt im Oberliga-Krimi

Handball: Unitas liefert Kraftakt im Oberliga-Krimi

Die Haaner Handballer erwischen gegen den LTV Wuppertal einen fulminanten Start - und bauen genauso stark ab. In den letzten 25 Minuten der Partie entwickelt sich ein spannender Schlagabtausch mit dem besseren Ende für die Unitas.

Das Murren in der Ecke der eingefleischten Fans der DJK Unitas Haan war deutlich zu vernehmen. "Wir haben fast gewonnen - so etwas darf da nicht passieren", entfuhr es einem Zuschauer. 24:21 führten die Hausherren im Oberliga-Duell gegen den LTV Wuppertal, als Marcel Obermeier von rechtsaußen an Torhüter Toni Oppholzer scheiterte. Auf der anderen Seite vollendete Florian Hilbrich einen schnellen Vorstoß der Gäste zum 22:24 - 98 Sekunden waren da noch zu spielen. Ein Fehlpass im nächsten Angriff der Unitas führte erneut zum Tempogegenstoß der Wuppertaler - eine knappe Minute vor dem Ende der Partie lagen die Haaner nur noch mit 24:23 vorne.

Sekunden später nahm Kai Müller eine Auszeit, um die Gemüter der Haaner Handballer zu beruhigen. Das gelang nicht wirklich, denn auch den nächsten Angriff schloss seine Mannschaft zu früh ab. Wieder war es Obermeier, der von der rechten Seite am LTV-Keeper scheiterte. Der Sieg schien der Unitas endgültig aus den Händen zu gleiten. Zum Glück war aber Verlass auf Torhüter Christopher Seher, der 15 Sekunden vor dem Abpfiff einen strammen Wurf von Tim Lorenz grandios abwehrte und anschließend triumphierend die Faust ballte. Der Treffer von Korbmacher zum 25:23Endstand fast mit dem Schlusspfiff war da nur noch Ergebniskosmetik. Die Zuschauer in der gut gefüllten Halle an der Adlerstraße hatte es zu diesem Zeitpunkt längst von den Sitzen gerissen - und irgendwie erinnerte das an die ganz großen Zeiten der Unitas.

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Als der erste Jubel verklungen war, schlich Obermeier enttäuscht vom Feld, setzte sich kopfschüttelnd auf die Bank. De 29-Jährige hatte in den Tagen zuvor nicht trainieren können, vielleicht fehlte es ihm auch deshalb im Abschluss an der notwendigen Sicherheit. Die Mannschaftskameraden bauten ihn aber schnell wieder auf, wohl wissend, dass jeder Einzelne in dieser Begegnung seinen ganz persönlichen Hänger hatte. In der ersten Viertelstunde war davon allerdings noch nichts zu sehen. Überraschend stark spielte die Unitas den Gegner an die Wand und setzte sich auf 8:1 (13.) und 9:2 (15.) ab. Bis zum 10:4 (18.) war noch alles im Lot, dann aber stieg die Fehlerquote an. "Nur nicht übermütig werden", rief ein Haaner Anhänger. Doch das Verhängnis nahm seinen Anfang: Nach dem flotten 10:4-Lauf leisteten sich die Gastgeber nun halbzeitübergreifend eine 4:10-Serie - per Siebenmeter glich Rouven Jahn zum 14:14 (35.) aus, die Partie war wieder offen.

Es entwickelte sich ein hart umkämpfter Schlagabtausch, bei dem das Müller-Team zwischenzeitlich sogar mit 17:20 (47.) ins Hintertreffen geriet. Die erfolgreiche Aufholjagd war auch einer Energieleistung von Pascal Schusdzarra zu verdanken, der vom Kreis zum 20:20 (52.) traf und dann mit Christian Mohaupt (2) auch für die 23:20-Führung (56.) sorgte. Nach Korbmachers 24:21 kam dann aber doch noch mal Spannung auf.

(RP)