Handball: Unitas hat im Derby das Nachsehen

Handball : Unitas hat im Derby das Nachsehen

Die Haaner Handballer verlieren in der Oberliga das zweite Heimspiel in Folge. Diesmal lassen sie in der Schlussphase gegen den TSV Aufderhöhe die nötige Cleverness vermissen und kassieren in letzter Sekunde das entscheidende Tor.

Unitas Haan - TSV Aufderhöhe 24:25 (12:13). Auch im letzten Heimspiel dieses Jahres zogen die Unitas-Handballer den Kürzeren. Diesmal bewies die Mannschaft des TSV Aufderhöhe im entscheidenden Moment die besseren Nerven - und setzte sich letztlich als Team durch. Denn nur selten ließen die Haaner jene Geschlossenheit aufblitzen, die zum Erfolg ebenso nötig ist wie taktische Disziplin. Zumal im Kader die individuell herausragenden Akteure fehlen, die am Ende vielleicht den Unterschied ausmachen. Die Gäste hatten davon gleich mehrere. Wie die Brüder Tim und Alexander Zulauf oder Jonas Zimmermann.

In den Reihen der Unitas blieben die Hoffnungsträger jedoch wieder einmal hinter den Erwartungen zurück. Wie zum Beispiel Domagoj Golec, der sich eine Fehlwurfquote im zweistelligen Bereich leistete. Oder Marcel Billen, der sich von rechtsaußen nicht wirklich in Szene setzen konnte. Erfreulich hingegen der Auftritt von Marcel Obermeier, der seine kämpferische Seite präsentierte und hinter Moritz Blau zum zweitbesten Werfer avancierte.

"Mir fehlen die Alternativen", seufzte Jurek Tomasik. Der Haaner Trainer hat in der Tat eine Herkulesaufgabe zu stemmen. Denn der Kader schrumpft immer mehr. Dawid Rosiak (Knorpelschaden im Knie) hängt die Handball-Schuhe an den Nagel, Obermeier weilt in den nächsten Monaten aus beruflichen Gründen in Saudi-Arabien. Monty Kreisköther (Anriss des hinteren Kreuzbandes) fällt für längere Zeit verletzt aus. Allerdings gibt es auch einen Lichtstreif am Horizont, denn am Samstag stand erstmals Neuzugang Dario Musacchio zwischen den Pfosten. Der 27-Jährige spielte zuletzt für den Landesligisten HSG Velbert/Heiligenhaus, wechselte jetzt zur Unitas und deutete in der zweiten Halbzeit gegen Aufderhöhe sein Potential an. Im ersten Durchgang übernahm Niklas Mack den Torhüter-Part - Sebastian Goeken war beruflich verhindert.

Nach drei Minuten lagen die Haaner im Oberliga-Derby mit 0:3 zurück. Thomas Sorgnit, Domagoj Golec und Christian Mohaupt schafften kurz danach den Ausgleich zum 3:3 (7.). Doch die Solinger behielten die Nase vorn. Zumindest aber entwickelte sich nun ein offener Schlagabtausch. Zwischenzeitlich behaupteten die Gäste einen Zwei-Tore-Vorsprung, doch zur Pause hatten die Hausherren wieder Tuchfühlung - einen der wenigen diszipliniert durchgeführten Spielzüge schloss Golec freistehend vom Kreis mit dem Treffer zum 12:13 ab.

Nach dem Seitenwechsel setzten sich die Solinger auf 16:13 (37.) ab. In der Folge kam Hektik auf - und in einigen Phasen schienen die Schiedsrichter doch überfordert. Der lange verletzte Anthony Pistolesi rückte jetzt in die Unitas-Abwehr, mit Alexander Metz brachte Tomasik einen weiteren langen Spieler. Dazu wechselten die Haaner in der Deckung auf eine 5:1-Formation, um die Kreise von Tim Zulauf einzugrenzen. Eine Wende brachte das zunächst nicht, zumal sich Mohaupt und Pistolesi Zeitstrafen einhandelten. Als dann beim 17:19Rückstand auch noch Metz vom Feld musste, unkte ein Zuschauer: "Das war es wohl."

Überraschend hielten die Haaner den Schaden der zweifachen Unterzahl jedoch in Grenzen. Und dann war es vor allem Obermeier, der die Unitas wieder heranbrachte. Mohaupt verkürzte auf 20:21, Obermeier glich per Siebenmeter-Heber zum 21:21 (50.) aus und verwandelte wenig später einen Strafwurf per Aufsetzer zur 22:21-Führung - die erste überhaupt in dieser Begegnung.

In der Schlussphase stieg die Haaner Fehlerquote aber wieder an. Und weil die Unitas-Handballer nach dem 24:24 (58.) ihren letzten Angriff - die Schiris zeigten bereits Zeitspiel an - partout nicht mit einem Tor abschließen konnten, nutzte Jonas Zimmermann die letzte Solinger Chance Sekunden vor dem Ende zum Siegtreffer.

(RP)