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Handball: Unitas-Handballer legen sich ins Zeug

Handball : Unitas-Handballer legen sich ins Zeug

Nach drei Siegen in Folge geht der Oberliga-Neuling den Abstiegskampf viel entspannter an. Die gute Vorstellung gegen den TV Jahn Hiesfeld brachte der Mannschaft von Ronny Lasch stehende Ovationen ein - und macht Lust auf mehr.

Lobberich - Unitas Haan. Auf den ersten Blick ist die Ausgangslage eindeutig: Die Unitas-Handballer kämpfen mit aller Macht um den Verbleib in der Oberliga, während Lobberich in der Spitzengruppe mitmischt. Der zweite Blick aber offenbart, dass beide Mannschaften in der Rückrunde ganz unterschiedliche Wege einschlagen. Zwar verloren die Haaner zum Auftakt im neuen Jahr das Derby gegen die SG Langenfeld, doch danach feierte die Mannschaft von Ronny Lasch drei Siege in Folge und kletterte damit auf den drittletzten Platz, der aktuell den Klassenerhalt verspricht.

Ganz anders ist der Trend bei den Lobberichern, die zum Start der Rückrunde das Spitzenduell gegen Borussia Mönchengladbach noch knapp mit 28:27 gewannen, sich dann aber mit drei Niederlagen hintereinander aus dem Titelrennen katapultierten. Während die Misserfolge gegen Spitzenreiter TV Aldekerk und zuletzt gegen die ebenfalls ambitionierte SG Langenfeld noch vertretbar waren, fiel das 21:22 gegen Schlusslicht TV Vorst doch aus dem Rahmen - und nährt zugleich die Hoffnung der Unitas-Handballer, am Sonntag (11.45 Uhr, Werner-Jaeger-Sporthalle, An den Sportplätzen 2, Nettetal) den nächsten Sieg im Abstiegskampf einzufahren.

Das Selbstbewusstsein des Aufsteigers ist in den vergangenen Wochen auf jeden Fall enorm gewachsen. Richtig glücklich war die Mannschaft von Ronny Lasch allerdings erst am vergangenen Samstag. Zwar kamen nur rund 200 Zuschauer in die Halle an der Adlerstraße, doch die waren vollkommen aus dem Häuschen. Für Wolfgang Goeken, der den etatmäßigen Hallensprecher Ralf van der Höh vertrat, war es daher ein leichtes, die Unitas-Fans zu animieren, sich bereits zwei Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit von den Sitzen zu erheben. Die stehenden Ovationen kamen von Herzen - und sie taten den Haaner Spielern sichtbar gut. Erstmals in dieser Saison schwappte der Funken vom Feld auf die Tribüne - und postwendend aufs Parkett zurück. Und nach dem Abpfiff blieb das Hallen-Foyer zunächst gut gefüllt, deshalb konnten sich die Spieler noch viele "Streicheleinheiten" der begeisterten Fans abholen. "Das ist viel schöner als noch wie bei der Niederlage gegen den TV Vorst, als drei Minuten nach dem Ende Halle und Foyer leer waren", sagt Ronny Lasch. Der Trainer lässt damit einen tiefen Blick ins Innerste zu.

Von der besseren Stimmung profitieren auch sensible Akteure wie Marcel Billen oder Janik Köhler. Linksaußen Billen sprüht plötzlich wieder vor Spielfreude und trifft aus allen Lagen. Neuzugang Köhler hingegen demonstriert endlich Spielmacherqualitäten. "Jetzt ruft er die Leistung ab, die er bringen kann und für die wir ihn geholt haben", erklärt Lasch. Und er fügt hinzu: "Er hat etwas Anlaufzeit gebraucht, zumal er sich im ersten Spiel die Hand gebrochen hat und danach erst einmal zehn Wochen ausgefallen ist."

Monty Kreisköther wirft dagegen seine ganz Erfahrung in die Waagschale. Das Urgestein der Unitas erlebte auch schon die guten Regionalliga-Zeiten des Vereins und hat den Handball noch lange nicht satt. Am Dienstag vollendete der Linksaußen das 34. Lebensjahr - er bleibt der Haaner Erstvertretung aber auch in der nächsten Saison noch erhalten. "So einen Monty braucht jede Mannschaft", stellt Lasch fest. "Der ist einfach Vorbild mit seinem Siegeswillen und seiner Kampfkraft. Und er weiß in schwierigen Situationen auch mal den richtigen Satz zu setzen." Am Sonntag will Kreisköther wieder mit gutem Beispiel vorangehen. Unterstützung hat er genug, denn bis auf den Langzeitverletzten Marco Krohm sind alle Mann an Bord.

Weil das Stimmungsbarometer steigt, stecken die Haaner in diesen Tagen auch Ansätze von Husten und Schnupfen erfolgreich weg. "Es haben einige gekränkelt, aber wir haben vernünftig trainiert", berichtet Lasch. Noch wichtiger aber ist für den Trainer, dass die Atmosphäre nicht mehr so angespannt ist. "Es wird wieder mehr gelacht", stellt er fest. Und blickt deshalb der Herausforderung am Sonntag gelassen entgegen. "Die Jungs haben jetzt alle echt Bock auf das Spiel", betont er. Irgendwie ist das auch eine Kampfansage.

(RP)