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Unitas Haan schlägt Spitzenreiter HC Wölfe Nordrhein

Handball : Unitas Haan schlägt Spitzenreiter HC Wölfe Nordrhein

Die dezimierte Haaner Mannschaft trumpft überraschend beim HC Wölfe Nordrhein auf und fügt dem Tabellenführer der Handball-Oberliga dank einer konzentrierten und engagierten Vorstellung die erste Heimniederlage bei.

HC Wölfe Nordrhein – DJK Unitas Haan 23:27 (11:12). Die Unitas-Handballer sind für jede Überraschung gut, im Guten wie im Schlechten. Diesen Spieltag setzte die Mannschaft von Kai Müller ein Ausrufezeichen, als sie trotz dünner Personaldecke den Oberliga-Spitzenreiter in die Knie zwang – in der letzten Viertelstunde fehlte den Wölfen der richtige Biss, um die erste Heimniederlage in dieser Saison abzuwenden. Derweil wollte der Haaner Siegerkreisel nach dem Abpfiff kein Ende nehmen, denn der Coup in Duisburg-Rheinhausen war Balsam für die zuletzt arg geschundene Unitas-Seele. Die Analyse von Kai Müller blieb frei von Emotionen, war aber voll des Lobes für seine Mannschaft. „Die Jungs können stolz auf sich sein, denn das war nicht nur eine engagierte Leistung, sondern sie haben auch konzentriert und diszipliniert gespielt. Heute hat wieder vieles funktioniert“, erklärte Müller und sprach von einem verdienten Sieg. Zugleich gestand der Trainer: „Es wäre vermessen gewesen, im Vorfeld zu sagen, dieses Spiel gewinnen wir mal eben, aber die Mannschaft hat die Situation super angenommen, keiner hat gejammert und am Ende haben sich alle belohnt.“

Von Beginn an zeigten sich die Unitas-Handballer hellwach, gingen durch einen Treffer von Kevin Thomé mit 1:0 (2.) in Führung. Die Wölfe konterten zum 2:2 (4.). Danach folgte jene Szene, die Coach Müller im Nachhinein als Schlüsselerlebnis erkannte. Einen langen Abwurf von Christopher Seher fing Pascal Kordes, doch sein Gegenspieler schob den Haaner im vollen Tempo weg. Eine Aktion, die rot-würdig war, gleichwohl von den Unparteiischen nur mit einer Zeitstrafe geahndet wurde. Damit machten die Schiedsrichter ihre Regel-Linie klar – und die Unitas stellte sich diesmal schnell und gut auf die Situation ein, während die Wölfe das letztlich nicht schafften.

Die Rheinhausener behielten jedoch zunächst mit 5:4 (11.), 9:7 (18.) und 11:9 (23.) die Nase vorne. In dieser Phase gelang es den Haanern nicht, Rechtsaußen Hannes Hombrink zu stoppen, der fünf seiner insgesamt sieben Treffer im ersten Durchgang erzielte. Doch die Unitas-Abwehr steigerte sich und auch Torhüter Christopher Seher wusste immer öfter zu glänzen. Lennard Austrup verkürzte auf 10:11, Marcel Billen glich zum 11:11 (28.) aus. Domagoj Golec, vornehmlich in der Deckung eingesetzt, warf die Gäste kurz vor der Pause mit 12:11 in Führung, gleich nach dem Wiederanpfiff legte Austrup das 13:11 nach.

Zehn Minuten lang wogte das Geschehen in der zweiten Halbzeit hin und her. Nach dem 18:18 (46.) neigte sich die Waagschale jedoch allmählich zugunsten der Unitas, die nach dem Seitenwechsel im Positionsspiel die notwendige Geduld bewies und es immer wieder schafft, Linksaußen Floran Schlierkamp in Szene zu setzen. Während in den ersten 30 Minuten noch Raphael Korbmacher im Rückraum die Akzente setzte, trumpfte nun Lennard Austrup auf und erzielte sechs seiner insgesamt acht Tore im zweiten Abschnitt. „Das waren die Faktoren, die es ausgemacht haben“, konstatierte Kai Müller. Spätestens beim 25:20 (54.) durch Rouven Jahn waren die Haaner auf der Siegerstraße. In der Schlussphase versuchten es die Wölfe noch mit einer offenen, letztlich aber zahnlosen Deckung.

Durch den Erfolg behauptete das Müller-Team Rang sechs und freut sich nun auf eine regenerative Karnevalspause, ehe am 29. Februar das Schlusslicht nach Haan kommt.