Unitas Haan: Marcel Billen ist einfach nicht zu stoppen

Handball : Marcel Billen ist einfach nicht zu stoppen

Der Linkshänder im Team der DJK Unitas Haan trägt 15 Treffer zum Kantersieg des Oberligisten über den Aufsteiger TSV Aufderhöhe bei. Die Mannschaft von Kai Müller zeigt trotz vieler Rückschläge eine Top-Einstellung.

DJK Unitas Haan – TSV Aufderhöhe 40:23 (17:16). Der Kantersieg in Solingen war Balsam für die Seele der Unitas-Handballer. Im Heimspiel in fremder Halle unterstrichen die Haaner ihre Auswärtsstärke und fegten den Oberliga-Aufsteiger aus der Halle. Einziger Wermutstropfen war die Besucherzahl in der Halle Börkhaus-Siebels. „In Haan wären sicher 200 bis 250 Zuschauer mehr gekommen“, stellte Kai Müller fest. Mit der Vorstellung seiner Mannschaft hingegen war der Unitas-Trainer hochzufrieden – vor allem nach der Pause, als die Solinger angesichts des permanenten Drucks einbrachen.

Die Sperrung der Heimhalle an der Adlerstraße, dazu der Umzug nach Solingen nebst dem verweigerten Tausch des Heimrechts durch die Aufderhöher: Die Haaner mussten in den vergangenen Tagen einige schlechte Nachrichten verkraften. Umso beeindruckender war die Vorstellung, die sie ablieferten. „Die Mannschaft hat die Geschichte positiv angenommen, das hat man schon beim Aufwärmen gemerkt“, sagte Müller. Nach dem Abpfiff fand der Trainer: „Das Ergebnis hätte sogar noch höher ausfallen können.“

Schon in der ersten Halbzeit dominierten die Unitas-Handballer die Begegnung, lagen schnell mit 3:1 und 5:2 vorne. Zu einer höheren Führung reichte es jedoch nicht, weil im Abschluss noch die rechte Konsequenz fehlte und sich das Müller-Team in der Abwehr einige Nachlässigkeiten leistete. Doch der Haaner Coach lobte schon in dieser Phase die Körpersprache seiner Truppe: „Wir waren klar die bessere Mannschaften, hatten mehr Präsenz auf dem Feld.“ Im Ergebnis schlug sich das noch nicht nieder, weil die Unitas-Abwehr vor allem Kevin Tobolski nicht in den Griff bekam. Der Solinger kam über halbrechts zu einfachen Toren, hatte aber mit fünf Treffern im ersten Durchgang sein Pulver ebenso verschossen wie seine Mannschaftskameraden.

Mit einem knappen 17:16-Vorsprung gingen die Haaner in die Kabine – und drehten nach dem Wiederanpfiff richtig auf. Innerhalb von zwölf Minuten zogen sie auf 28:18 davon und zogen mit diesem Zwischenspurt dem Kontrahenten den Zahn. In den folgenden zehn Minuten gelangen den Solingern lediglich zwei Tore, während sich die Unitas auf 38:20 (56.) absetzte und dabei vor allem über Tempogegenstöße zum Zuge kam. Allen voran Marcel Billen, der am Ende mit 15 Treffern, darunter drei Siebenmeter, glänzte und zum Top-Werfer avancierte. Nicht minder stark war die Vorstellung von Rouven Jahn. „Er hat über weite Strecken überragend im Rückraum gespielt und deutlich gemacht, wofür wir ihn geholt haben“, war Kai Müller voll des Lobes für den Neuzugang.

Letztlich entschieden die Haaner die zweite Halbzeit mit 23:7 für sich und feierten damit endlich ihren ersten Heimsieg in dieser Saison – zumindest auf dem Papier. Nun müssen die Haaner Handballer abwarten, wie es mit der Halle an der Adlerstraße weitergeht. Zwar steht ihnen die Heimstätte ab dieser Woche wieder fürs Training zur Verfügung, allerdings ohne Haftmittelnutzung. Denn nach wie vor tut sich die Haaner Verwaltung schwer damit, dem sportlichen Aushängeschild der Stadt ebenso wie den Handballern des Haaner TV und dem Frauen-Team der HSG Adler die notwendige Unterstützung zu geben.