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Unitas Haan legt gegen Borussia Mönchengladbach die Fesseln ab

Handball : Unitas Haan legt gegen Borussia Mönchengladbach die Fesseln ab

Die Haaner Handballer liefern in eigener Halle eine überzeugende Vorstellung und weisen den bisherigen Oberliga-Zweiten Borussia Mönchengladbach bereits zum zweiten Mal in dieser Saison deutlich in die Schranken.

DJK Unitas Haan – Borussia Mönchengladbach 33:25 (16:10). Nach dem Schlusspfiff ließen die Unitas-Handballer ihrer Freude freien Lauf. Erstmals in dieser Saison feierten sie einen Heimsieg ausgelassen kreiselnd. Doch nicht nur der Erfolg über den favorisierten Oberliga-Zweiten war der Grund, vielmehr schafften es die Haaner, die Borussia in Hin- und Rückrunde souverän zu schlagen. Für Unitas-Trainer Kai Müller war das ein Novum. Die Basis legte seine Mannschaft in der Deckung. „Wir haben über die Abwehr und Tobi Sicherheit bekommen“, stellte Müller fest. Torhüter Tobias Joest glänzte etliche Male mit tollen Paraden, entschärfte auch zwei Tempogegenstöße der Gäste – und zog den Möchengladbachern damit wohl endgültig den Zahn. Die mussten in der Halle an der Adlerstraße übrigens ohne Tobias Elis auskommen, dafür hatte Bodo Grewe das Sagen. Der bekannte: „Diese Niederlage ist zwar kein Beinbruch, aber jetzt müssen wir den Schalter so schnell wie möglich wieder umlegen, um unsere kleine Negativserie wieder zu beenden. Natürlich wollen wir weiter oben dran bleiben.“

Die Oberliga-Partie hatte mehr Zuschauer verdient, doch auf der Tribüne in der Halle an der Adlerstraße klafften große Lücken. Vielleicht auch der Fußball-Bundesliga geschuldet. Da um 18.30 Uhr das Top-Spiel zwischen Bayern München und Schalke 04 begann, zog mancher Sportfan wohl das heimische Sofa und den Fernseher vor. Der Spielfreude der Haaner tat das an diesem Abend keinen Abbruch. Und die Handball-Fans vor Ort belohnten den starken Auftritt der Unitas mit einer zuletzt etwas vergessenen Tradition: Für die letzte Minute der Partie erhoben sie sich von den Plätzen und applaudierten.

Zumindest in den ersten zehn Minuten taten sich die Haaner schwer. „Da sind wir im Angriff zu früh auf die Deckung gelaufen“, analysierte Kai Müller. Erst nach den 4:3 (10.) durch Lennard Austrup zogen die Haaner bis auf 8:3 (14.) davon – und Bodo Grewe nahm seine erste Auszeit. Der Borussia-Coach schwor seine Mannschaft neu ein, doch die Mönchengladbacher schafften es in der Folge nicht, sich wieder heranzuarbeiten, obgleich auch Keeper Johannes Lyrmann gute Paraden zeigte. Nach einer Auszeit von Trainer Müller fünf Minuten vor dem Ende der ersten Halbzeit bauten die Hausherren ihren Vorsprung auf 16:9 aus. Die Zeit war bereits abgelaufen, als Lucas Feld per Siebenmeter noch auf 10:16 verkürzte.

Der Start in den zweiten Durchgang verlief ganz zur Zufriedenheit von Kai Müller. „Wir haben den Schwung aus der ersten Halbzeit mitgenommen und weiter dran gezogen“, stellte er fest und fügte hinzu: „Und wir haben Nadelstiche gesetzt, wenn wir sie gebrauchen konnten.“ So parierte Joest einen Tempogegenstoß von Feld und auf der anderen Seite erhöhte Austrup auf 18:12 (34.). Wenig später entschärfte Joest auch einen Wurf von Sascha Ranftler – und im Gegenzug erhöhte Pascal Schusdzarra vom Kreis auf 22:14 (39.).

Die Borussen kämpften, wollten mit aller Macht ins Spiel zurückfinden, blieben jedoch immer wieder in der Unitas-Abwehr hängen. Auf der anderen Seite blieben die Haaner konzentriert, verteidigten souverän den klaren Vorsprung und zeigten auch Spielkunst: Eine flotte Ballstafette über vier Stationen schloss Marcel Obermeier von rechtsaußen mit dem Treffer zum 33:23 (56.) ab. Das letzte Tor blieb den Gästen vorbehalten, die am Ende noch 81 Sekunden in Überzahl spielten. Nach einem Ballgewinn traf Andreas Kropp in den verwaisten Haaner Kasten. Ein Weitwurf übrigens, der zuvor auch Marvin Mohrmann zweimal gelang.

Mit dem glatten Heimerfolg tankten die Unitas-Handballer eine Menge Selbstbewusstsein vor dem Derby, das am Samstag beim Lokalrivalen Mettmann-Sport steigt. In der Hinrunde setzte sich die Truppe von Jürgen Tiedermann klar durch, jetzt aber sind die Karten neu gemischt. Oder wie es Kai Müller formuliert: „Wir müssen uns auch mal über Handball definieren und von allen Nebenschauplätzen befreien. Die Saison ist für uns noch nicht vorbei. Wir haben noch vier Monate und der 26. Spieltag hat das gleiche Engagement verdient wie der erste.“ Der Unitas-Coach betont mit Blick auf Samstag aber zugleich: „In Mettmann wird uns sicher mehr Gegenwehr erwarten.“