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Unitas Haan: HSG Konstanz ist drei Nummern zu groß

Handball : Unitas läuft gegen Konstanzer Wand

Die Haaner Handballer sind dem Zweitligisten körperlich und spielerich unterlegen. Dennoch ist das Testspiel in der Halle an der Adlerstraße ein Erfolg – immerhin können dank Corona-Konzept rund 100 Zuschauer die Partie verfolgen.

DJK Unitas Haan – HSG Konstanz 18:44 (10:21). Die Rollenverteilung zwischen David und Goliath war auf dem Feld schnell klar. Innerhalb von drei Minuten lag Zweitligist Konstanz mit 3:0 in Führung, ehe Marvin Mohrmann der erste Haaner Treffer zum 1:3 gelang. Im Gegenzug überwand Fabian Maier-Hasselmann mit einem Heber von linksaußen Unitas-Torhüter Sebastian Goeken zum 4:1.

Auch in der Folge dominierten die Gäste das Geschehen, zumal die Haaner auf etliche erfahrene Kräfte verzichten mussten – wie zum Beispiel Raphael Korbmacher (verletzt) oder Moritz Blau (Urlaub). So übernahm Marvin Mohrmann in der Anfangsformation die Königsposition im linken Rückraum, Robin Bohlmann fungierte als Mittelmann, Marcel Billen agierte gewohnt sicher auf rechtsaußen. Die Start-Sechs der Feldspieler komplettierten die Nachwuchskräfte Steven Schröder auf der linken Seite und Yannik Hedram auf halbrechts. Zwischen den Pfosten stand Routinier Sebastian Goeken. Eine ungewohnte Formation, doch daran müssen sich die Haaner Fans in den nächsten Monaten gewöhnen, denn Trainer Christian Peters schöpft aus einem großen Kader – notgedrungen, weil der Verein in der Corona-Krise und den damit verbundenen finanziellen Unwägbarkeiten auf eine breit aufgestellte Mannschaft baut, in der Eigengewächse nach und nach die Akzente setzen sollen.

Rund 100 Zuschauer waren im ersten Heimspiel nach dem Saisonabbruch Anfang März in der Halle an der Adlerstraße zugelassen. Für den Klub war es der Probelauf, wie es in Zukunft unter Corona-Schutzmaßnahmen mit Fans funktionieren kann. „Es war viel organisatorische Arbeit“, bekennt Stephan Panthel, Initiator der Partie gegen die HSG Konstanz. Zugleich stellt er fest: „Die Reaktionen der Zuschauer, als sich am Ende beide Mannschaften zur Verabschiedung aufgestellt haben, sprechen für sich: Die Unitas lebt. Dieses Zeichen wollten wir setzen.“

Auch sportlich ließen die Unitas-Handballer das eine oder andere Mal ihr Potential aufblitzen. Den ersten Trommelwirbel gab es für ihre gute Abwehrarbeit, als der Konstanzer Peter Stramm das Leder nur ans rechte Lattenkreuz knallte. Kurz danach setzte sich Robin Bohlmann auf der anderen Seite energisch durch und verkürzte auf 6:10 (18.). Und dann jagte Hendrik Kinscheck den Ball wie am Strich gezogen von halblinks in den rechten Winkel zum 7:12 (20.). An der Dominanz des Zweitligisten war nicht zu rütteln, bemerkenswert waren gleichwohl Szenen wie jene, als Nachwuchsmann Lutz Knürenhaus aus dem rechten Rückraum zum 9:17 (26.) traf und die Faust ballte.

Zur Pause lagen die Hausherren mit elf Toren zurück und für die zweite Halbzeit rechnete der eine oder andere Fan damit, dass der Abstand aufgrund des Kräfteveschleißes noch deutlicher anwächst. Zumindest eine Viertelstunde lang kämpften die Unitas-Handballer jedoch wacker. So spielte der flinke Marcel Billen die Konstanzer Abwehr schwindelig, ehe er den Ball zum 13:26 (37.) versenkte. Und Keeper Goeken verhinderte den erfolgreichen Abschluss eines Tempogegenstoßes durch Aron Czako (44.), parierte dann auch einen Versuch von Felix Krüger (45.). Mehr als Momentaufnahmen waren diese Szenen jedoch nicht, denn am Ende fuhren die körperlich und athletisch deutlich überlegenen Konstanzer einen klaren Erfolg ein.

„Es hat so funktioniert wie erhofft“, erklärt André Melchert. Der Co-Trainer der HSG, der in jungen Jahren selbst in Haan spielte, führt aus: „Man hat den Leistungsunterschied gesehen und das war auch so geplant.“ Dem 40-Jährigen kam der Abstecher vom Bodensee ins Rheinland gelegen. „Es ist immer wieder schön, nach Haan zu kommen und auch für den Verein etwas Gutes zu tun“, sagt er mit Blick auf den Neuaufbau in der Unitas.

Christian Peters sieht die positiven Ansätze. „So, wie wir aufgelaufen sind, haben wir in der Abwehr ganz gut gestanden. Dass die HSG in den Einzelaktionen besser ist, ist normal“, analysiert der Haaner Trainer, der aufgrund von Urlaub und Verletzung gleich auf fünf Halblinke verzichten musste – ein Manko, das sein Team nicht aufzufangen vermochte, zumal die jungen Unitas-Spieler noch nicht die körperliche Robustheit haben, um im Duell gegen die erfahrenen Zweitliga-Handballer wirklich bestehen zu können.