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Unitas Haan fliegen am Ende die Herzen zu

Handball : Unitas Haan fliegen am Ende die Herzen zu

Die Stimmung auf der Tribüne der Halle an der Adlerstraße erinnert in der Schlussphase des Oberliga-Derbys an die sportlich ganz großen Zeiten, als die Haaner Handballer noch in der Regionalliga aufliefen und wichtige Siege feierten.

DJK Unitas Haan – TV Angermund 29:23 (11:15). Am Ende einer Oberliga-Begegnung, in deren Verlauf die Unitas-Handballer wieder einmal Höhen und Tiefen erlebten, gab es auf der Tribüne der Halle an der Adlerstraße stehenden Applaus der Haaner Anhänger für einen Erfolg, der auf einer vor allem in der zweiten Halbzeit überzeugenden Leistung basierte. Nach dem Schlusspfiff dudelte das Vereinslied aus den Musikboxen. Der Refrain „Unitas mit Hand und Herz macht die Gegner nass“ dürfte die Angermunder beileibe nicht erfreut haben, spiegelte in diesem Moment jedoch die Glückseligkeit der Hausherren wieder, zumal in der letzten Viertelstunde auch einige Nickeligkeiten das umkämpfte Derby prägten. Die Haaner feierten damit übrigens ihren ersten „echten“ Heimsieg in dieser Saison – und das auch ohne Haftmittelnutzung überraschend deutlich.

Als Pascal Schusdzarra vom Kreis zur 20:19-Führung (45.) traf, kam erstmals richtig Stimmung in der Halle an der Adlerstraße auf. Auf der anderen Seite parierte Christopher Seher einen Wurf von Steffen Neukirchen. Den Angermunder Ballverlust nutzte Raphael Korbmacher zum schnellen Vorstoß, seinen Pass verwertete Florian Schlierkamp zum 21:19 (46.). Kurz danach handelte sich Andre Brehmer mit einer nicht regelkonformen Aktion gegen Pascal Kordes eine Zeitstrafe ein und Korbmacher erhöhte in Überzahl auf 22:19. Vergeblich versuchte Oliver von Ritter den Angriff zu stoppen – seinen Schlag ins Gesicht des Haaner Rückraumakteurs ahndete das Schiedsrichtergespann zunächst mit der roten Karte, legte dann aber noch die blaue Karte nach. Wohl auch, weil Korbmacher mit heftig blutender Nase zunächst einmal am Boden liegen blieb. Der 22-Jährige kam danach nicht mehr zum Einsatz. Ob er sich einen Nasenbeinbruch zuzog? Die Frage beantwortete der Unitas-Spielmacher mit einem Achselzucken und stellte fest: „Ich habe es auf jeden Fall knacken gehört.“ Der Gang zum Arzt ist also unvermeidlich.

Irgendwie brachte diese Szene die Gastgeber endgültig auf die Siegerstraße. Zwar warf Nils Thanscheidt den TVA in Unterzahl noch einmal auf 20:22 (47.) heran, doch dann unterstrich Schusdzarra seine Top-Form mit den beiden Treffern vom Kreis zur 24:20-Führung (50.) – am Ende kam der 26-Jährige auf neun Tore. Die anschließende Auszeit von TVA-Coach Eric Busch vermochte die Haaner Offensive nicht zu stoppen. Im Gegenteil: Lennard Austrup und Schlierkamp erhöhten sogar auf 26:20 (52.). Drei Minuten später lag die Mannschaft von Kai Müller gar mit 27:22 vorne. Kurz vor dem Ende ging Patrick Ranftler im Zweikampf mit Kevin Thomé zu Boden – die Schiedsrichter sahen jedoch keine Schuld des Haaners, sondern vielmehr eine Schwalbe des TVA-Akteurs, die sie mit einer Zeitstrafe ahndeten. Fürs Meckern legten die Unparteiischen zwei weitere Minuten drauf – das bedeutete zugleich die rote Karte.

„Wichtig war, dass wir in der zweiten Halbzeit besser ins Spiel gekommen sind und nicht so lange gebraucht haben, den Rückstand aufzuholen“, analysierte Kai Müller nach dem Abpfiff. Denn mit der Leistung im ersten Durchgang war der Unitas-Trainer keineswegs zufrieden. „Jeder hat seine eigene Kiste gemacht, vorne wie hinten“, stellte er fest und fügte hinzu: „Der Wille war da, aber vorne hat jeder für sich etwas versucht.“ So lagen die Angermunder über weite Strecken der ersten 30 Minuten in Führung. Beim 8:8 (17.) durch Korbmacher schien Besserung in Sicht, doch wenig später führte der TVA mit 12:8 (23.). Und auch den Anschlusstreffer zum 11:12 (25.) steckten die Gäste gut weg und setzten sich bis zu Pause wieder auf 15:11 ab.

Während die Unitas-Handballer mit dem Sieg erst einmal Rang sieben festigten und damit vor einer ruhigen Weihnachtspause stehen, wartet auf den Vorletzten Angermund am Freitag noch das richtungsweisende Kellerduell beim Schlusslicht HSG Neuss/Düsseldorf II.