Unitas Haan arbeitet an der Wurfquote

Handball : Unitas arbeitet an der Wurfquote

Die Haaner Handballer wollen in der Oberliga-Partie gegen den TV Lobberich ihre Chancen besser verwerten und im vierten Anlauf endlich den ersten Heimsieg einfahren. Dass Müller-Team hofft auf lautstarke Fan-Unterstützung.

DJK Unitas Haan – TV Lobberich. Für die Unitas-Handballer steht am Samstag (19.30 Uhr, Halle Adlerstraße) wieder eine besondere Herausforderung an. Denn in dieser Saison offenbaren die Haaner ausgerechnet vor eigenem Publikum ungewohnte Schwächen. Dabei hapert es nicht am spielerische Vermögen, sondern vielmehr an der Effizienz im Abschluss. Den Tiefpunkt erlebte die Mannschaft von Kai Müller im Oberliga-Derby gegen die SG Langenfeld II, als sie nur auf 15 Treffer kam. Besser läuft es derzeit auswärts – wie in Oppum. Zwar schaffte die Unitas am Ende nur ein Remis, kam aber immerhin auf 25 Treffer, „Wir haben uns spielerisch besser präsentiert und uns gegen die offensive Deckung sehr viele Chancen erarbeitet“, hebt Coach Müller das Positive hervor. Einzig die Verwertung ließ noch Wünsche offen.

Mit sechs Treffern war Pascal Schusdzarra in Oppum bester Unitas-Werfer. Doch der 26-jährige relativiert sogleich mit einem Schmunzeln: „Ich war bester Verwerter an diesem Tag.“ Wirklich zufrieden ist der Zwei-Meter-Mann, der in dieser Saison zusammen mit Torhüter Christopher Seher als Kapitänsduo fungiert, mit seiner Leistung nicht. „Es ist sehr schwankend am Kreis: Mal läuft es gut, manchmal besser“, sagt er. Und betreibt Ursachenforschung: „Ich weiß nicht, woran es liegt: fehlender Mut, fehlende Konzentration? Man denkt über vieles nach. Dabei ist der Unterschied zur vergangenen Saison nicht groß. Die Gegner haben sich aber auf vieles eingestellt. Und im Spiel hat man die Gedanken, es vernünftig hinzubekommen – beim Wurf hapert es dann, da ist viel Kopfkino dabei.“ Offenbar beginnt genau da der Teufelskreis.

Während die Haaner Mannschaft in der vergangenen Spielzeit trotz eingeschränkter Trainingsmöglichkeiten „im Fluss war“, spielt sie in diesen Wochen nicht frei auf. „In der vergangenen Saison war mehr Überzeugung, mehr Glück dabei. Jetzt müssen wir im Angriff mehr ackern. Dadurch wird es schwieriger und das merkt man auch im Abschluss“, erläutert Schusdzarra, der in Wuppertal Sport und Biologie studiert, sein Wissen später einmal als Lehrer weitergeben will. Auch psychologisch sieht er Verbesserungsbedarf – zum Beispiel beim Jubeln nach guten Abschlüssen. Will heißen: Die Mannschaft muss versuchen, über die Emotion ins Spiel zu kommen.

Schusdzarra spielt bereits in der dritten Saison für die Unitas, lief früher für den TuS Wermelskirchen und den Niederbergischen HC auf. Zum Handball kam er über seine Klassenlehrerin in der Grundschule. „In der dritten Klasse haben wir Ball über die Schnur gespielt. Beim Werfen und Fangen habe ich mich wohl ganz gut angestellt, deshalb hat sie mir geraten, mich doch mal bei einem Handballverein anzumelden. Damals habe ich noch Fußball gespielt, aber das war nicht so toll“, berichtet Schusdzarra. Ursprünglich war er im Rückraum zu Hause. Als sich beim Niederbergischen HC, mit dem er den Aufstieg von der Landes- in die Verbandsliga schaffte, eine Vakanz am Kreis ergab, bekam er die neue Position angetragen – und agiert mittlerweile schon in der fünften Saison als Kreisläufer. Weshalb fiel die Entscheidung für die Unitas? „Hier gefällt mir das Vereinsleben sehr gut. Es funktioniert gut zwischen erster und zweiter Mannschaft, außerdem schaue ich gerne mal bei den Damen zu“, betont der 26-Jährige.

Mit Blick auf den durchwachsenen Saisonstart stellt der Mannschaftsführer fest: „Ich würde uns nicht ganz abschreiben. Wir richten den Blick nach vorne und wollen jetzt gegen Lobberich gewinnen, auch wenn es die vielen krankheitsbedingten Ausfälle nicht einfacher machen.“ Deshalb hofft er am Samstag auf lautstarke Anfeuerung durch die Fans, auch wenn es zuletzt nicht rund lief. „Wir haben gerade eine Krise und brauchen Unterstützung. Ich fände es schön, wenn die Zuschauer es genauso sehen.“