Hindernislauf: „Über dem Hindernis muss der Rhythmus stimmen“

Hindernislauf : „Über dem Hindernis muss der Rhythmus stimmen“

Funf Hildener Teilnehmer wagen sich am Bandsbusch bei den Offenen NRW-Meisterschaften auf ungewohntes Terrain.

HILDEN Sich ausprobieren und Erfahrung sammeln war die Devise von Trainer Willy Bexkens, die er seinen Schützlingen für diesen Wettkampf mitgab. Viele seien klasse Mittelstreckenläufer, mit Hindernissen seien sie aber erst kürzlich konfrontiert worden. „Das Wichtigste beim Hindernislauf ist, den Rhythmus mitzunehmen, dem einen die Hindernisse vorgeben“, sagte Bexkens. Ein gutes Tempo auf der Strecke vorzugeben, sei das eine, vor den Hindernissen nicht ins Straucheln zu kommen, das andere.

Beim 3000-Meter-Hindernislauf der Frauen waren die Qualitätssprünge zwischen den jungen Teilnehmerinnen besonders deutlich. Kerstin Schulze-Kalthoff (Jahrgang 1998/LG Rosendahl), die in dieser Saison auf den Flachdistanzen bereits respektable 9:53,42 Minuten über 3000 Meter und 17:25,72 Minuten über 5000 Meter erzielt hatte, legte ein ordentliches Tempo vor und distanzierte sich immer mehr von ihren Konkurrentinnen. Schwungvoll und nahezu elegant überwand sie die rund 76 Zentimeter hohen Hindernisse. Selbst der Wassergraben zwang sie kaum in die Knie. Den übrigen Teilnehmern hingegen merkte man spätestens nach der zweiten Runde die Strapazen an. In respektablen 10:35,19 Minuten lief Schulze Kalthoff schließlich zum NRW-Meistertitel der Frauen.

Nach diesem grandiosen Lauf ging Moritz Timmer (Jahrgang 2002/LG Stadtwerke Hilden) in der Klasse männliche Jugend U18 an den Start. Zwei Wochen Training sollten reichen, um ein Gefühl für diese besondere Disziplin zu bekommen. Weil es keine Erwartungen zu erfüllen gab, startete der 16-Jährige entsprechend unaufgeregt und konzentrierte sich schlichtweg auf den Lauf. Ein volles Starterfeld begleitete den Athleten auf der zwei Kilometer langen Strecke über die Tartanbahn. Der geübte Mittelstreckenläufer probierte sich erstmals im Hindernislauf aus und machte dabei gleich eine gute Figur. Der Trainer schaute von der Strecke aus recht zufrieden auf seinen Schützling. Timmer hielt ein gutes Tempo und überwand die Hindernisse, die bei den Jungs in dieser Klasse auf gut 91 Zentimetern Höhe lagen, problemlos.

„Anstrengend war es schon, besonders die letzte Hürde“, berichtete Timmer nach dem Lauf, den er in 7:06,34 Minuten bewerkstelligte und als Achter beendete: „Zum Glück waren es bei der Hitze jetzt auch nur 2000 Meter. Das erste Hindernis merkt man erst mal nicht, aber danach muss man sich schon drüberkämpfen.“ Der Wassergraben, den er sich zuvor problematischer ausgemalt habe, meisterte er dagegen sehr gut. „Wenn man vor der Hürde tippelt, verliert man unnötig Zeit und kommt aus dem Rhythmus“, erläuterte Timmer, der bereits seit seinem zehnten Lebensjahr läuft.

Sascha van Staa (Jahrgang 1992/LC Rapid Dortmund) zählte bereits im Vorfeld zu den Titelfavoriten des 3000-Meter-Hindernislaufs. Der angehende Lehrer war auf dieser Distanz vor vier Jahren bei den Titelkämpfen in Wilnsdorf einmal Westfalenmeister in 9:21,46 Minuten geworden und konnte in Hilden erneut den Erwartungen gerecht werden. Van Staa lief in einer unglaublichen Zeit von 9:11,41 Minuten zum Titel. Er verbesserte damit seine Zeit von 9:15,17 Minuten aus dem Wettkampf im belgischen Ordegem.

Die NRW-Hindernismeister:
3000-Meter: Sascha van Staa und Kerstin Schulze Kalthoff; 2000 Meter U 20: Nicolas Vogt (LC Rapid Dortmund), Lena Blankertz (SC Myhl LA); U 18: Youssef Wardi (LAZ Rhede), Teresa Schulte-Wermlinghoff (LG Dorsten); 1500 Meter M 15: Tom Clemens (SSF Bonn); W 15: Eva Leifeld (Rhein-Berg Runners); M 14: Paul Gröver (LG Olympia Dortmund); W14: Nele Sietmann (LG Coesfeld); 800 Meter M 13: Lenny Fred Riebe (LG Olympia Dortmund); W 13: Nihal Benchellal (LG Olympia Dortmund); M 12: Aik Straub (LG Olympia Dortmund); Lotta Sophie Reckert (Dortmund).

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