Tanzsport: TuS-Tänzerinnen holen Sieg und dritten Platz

Tanzsport : TuS-Tänzerinnen holen Sieg und dritten Platz

Jazz & Modern Dance stand am Wochenende am Holterhöfchen an. Nicht alle Erwartungen der Hildenerinnen erfüllten sich.

Jazz & Modern Dance stand am Wochenende am Holterhöfchen an. Nicht alle Erwartungen der Hildenerinnen erfüllten sich.

Die Tanz-Elite Nordrhein-Westfalens kam am Wochenende in Hilden zusammen, wo der TuS 96 vier Jazz & Modern Dance Ligaturniere in der Dr.-Ellen-Wiederhold-Sporthalle am Holterhöfchen ausrichtete. Rund 600 Aktive in insgesamt 42 Teams, davon vier aus Hilden, nahmen teil und stellten sich der Wertung einer ernsten und kritischen Jury.

Hildens Tänzerinnen waren heiß auf das Heimspiel. "Das ist für uns schon was Besonderes, und die Mädels sind schon ganz aufgeregt, auf der Fläche vor dem Publikum zu tanzten und auf den Rängen bekannte Gesichter zu erblicken", äußerte Trainerin Maren Klever kurz vor Beginn des zweitägigen Turniers am Samstagnachmittag vor der Halle. Nach einem Deutschen Meistertitel und zwei Weltmeisterschafts-Teilnahmen richtete der TuS 96 am Wochenende sein eigenes Tanzturnier aus. Gleich an zwei Tagen präsentierten sich in der Halle im Holterhöfchen die Crème de la Crème der vier Jazz und Modern Dance Ligen, in denen auch die Hildener vertreten sind. Die "Jazzies" in der Kinderliga, "adJazzence" in der JugendVerbandsliga, "ResisDance" in der Landesliga und "IndepenDance" in der Regionalliga. Letztere tanzen bereits ganz oben mit (bewegen sich nur eine Liga unter der Zweiten Bundesliga) und mussten sich am Samstag von insgesamt neun Mitbewerberteams absetzen, wenn sie ihr Ziel erreichen wollten. Denn ein sportliches "Dabei sein ist alles" reicht der langjährigen Trainerin Maren Klever - die das Potential ihrer Mädels kennt - schon lange nicht mehr, wie sie zugab. "Wir müssen realistisch sein. Ein erster Platz wird nicht möglich, aber ein Platz auf dem Treppchen muss drin sein." Entsprechend aufgeregt waren die jungen Frauen zwischen 14 und 25 Jahren der Regionalliga-Formation. "Ich bin total aufgeregt", sagte die 23-jährige Maren. Obwohl sie seit zehn Jahren schon tanzt und turniererfahren ist, steigt die Aufregung von Jahr zu Jahr. "Es wird immer schlimmer. Früher war ich nicht so nervös. Vermutlich wird einem jetzt erst bewusst, worum es geht." Trotz aller Nervosität war auch Platz für ein wenig Stolz, "dass so viele Leute gekommen sind und wir vor unserem Publikum tanzen können". Noch einen Tag vor dem Turnier wurde an ihrer lang erarbeiteten Choreographie etwas abgewandelt. "Wir haben gestern noch was umgestellt und hoffen jetzt, dass alles funktioniert", erklärte Klever. "Wir sind guter Dinge."

Währenddessen wärmten sich die Mädels von "adJazzence" schon auf, denn in wenigen Minuten würde der Wettkampf in ihrer Klasse, der Jugend-Verbandsliga, starten. Bereits 2016 feierte ihre Formation einen Deutschen Vizemeister- und 2017 den Deutschen Meister-Titel und vertrat die Bundesrepublik bei zwei Weltmeisterschaften (2016 in Wetzlar und 2017 in Warschau). Entsprechend hoch waren auch diesmal ihre eigenen Erwartungen. "Wir hoffen, wir schaffen es auf einen dritten oder vierten Platz, damit wir uns für die Norddeutsche Meisterschaft qualifizieren", sagte Laura (12). Sie hätten hart trainiert und sich lange auf den Wettkampf vorbereitet. Nun konnten sie es kaum abwarten, die Fläche zu betreten und ihr Bestes abzuliefern.

Das Los hatte entschieden, dass ihr Auftritt der neunte von insgesamt elf sein würde. Sie mussten lange warten. Doch als Turnierleiter Sven Lorig sie dann endlich ansagte, tobte die Halle. Laute Jubelrufe und wahnsinnig viel Applaus prasselten auf das einlaufende Team nieder. Adrenalin pur bei den Mädels, die ihre Choreo zu einer ruhigen und nahezu schon klassischen Musik eindrucksvoll performten. Konzentriert und elegant nahmen sie die gesamte Fläche von 15 mal 22 Meter komplett für sich ein. Applaus und noch mehr Applaus ihrer zahlreichen Fans am Ende ihres Auftritts. Die Jury urteilte am Ende anders als erhofft. Die junge Truppe von "adJazzence" erzielte den fünften Platz. Regionalligist "IndepenDance" verpasste das gesteckte Treppchen-Ziel nur ganz knapp und schaffte schließlich den vierten Platz.

Die "Jazzies" dagegen krönten sich mit Bronze, womit ihre Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft wieder offen ist. Allen Grund zur Freude hatten die Mädels von "ResisDance" aus der Landesliga. Sie setzten sich gegen alle Konkurrenten durch und stiegen aufs Podium mit dem ersten Platz in der Tasche. Das freute dann auch Maren Klever: "Sieht sehr nach dem Aufstieg in die Verbandsliga aus."

(sebu)