Basketball: TuS 96 fertigt TSG Solingen schnell ab

Basketball : TuS 96 fertigt TSG Solingen schnell ab

In der Basketball-Oberliga sind die Hildener wieder in der Erfolgsspur zurück. Allerdings ist das Derby kein Gradmesser – zu schwach präsentiert sich der Gegner. Nächsten Samstag wartet eine wesentlich größere Herausforderung.

In der Basketball-Oberliga sind die Hildener wieder in der Erfolgsspur zurück. Allerdings ist das Derby kein Gradmesser — zu schwach präsentiert sich der Gegner. Nächsten Samstag wartet eine wesentlich größere Herausforderung.

TuS Hilden — TSG Solingen 90:40 (48:16). Die Zuschauer verfolgten in der Stadtwerke Arena eine recht einseitige Oberliga-Begegnung, in der die Hildener Basketballer nach Anlaufschwierigkeiten am Ende überaus deutlich die Oberhand behielten, ohne allerdings wirklich zu glänzen. Im Vorfeld warnte TuSSpielertrainer Cem Karal noch vor einem unbequemen Kontrahenten. Letztlich aber konnten die Solinger den Verlust ihren beiden wurfstarken US-Amerikaner Warren Freeman und Derreck Anderson nicht kompensieren. Noch nicht: TSG-Coach Ken Pfüller kündigte gleich nach dem Abpfiff Verstärkung für sein Team an — ein neuer Amerikaner soll bald im Kader stehen. Dazu baut der Solinger Trainer auf die Rückkehr seines etatmäßigen Aufbauspielers, der ebenfalls an allen Ecken und Enden fehlte. Für Pfüller selbst ist die Saison hingegen gelaufen. Der Center zog sich einen Sehnenriss im linken Arm zu, der ihn zu einer mehrmonatigen Basketballpause zwingt.

Zunächst taten sich die Hildener allerdings recht schwer, auch wenn Marten Dahlhaus die Gastgeber gleich zu Beginn mit 2:0 in Front brachte. Berat Aksangur glich zum 2:2 aus und Martin Perry sorgte mit einem Dreier für die 5:2Führung der Solinger. Cem Karal nahm seine erste Auszeit. Danach lief es besser für den TuS 96, der die Gäste mit einer Pressdeckung in Verlegenheit brachte. Drei Körbe von Michael Mulde und zwei Freiwürfe von Michael Kuligowski sorgten für die Wende zum 10:5 (8.). Ende des ersten Viertels lagen die Hildener mit 16:11 vorne.

Im zweiten Abschnitt bauten die Hausherren gleich zu Beginn viel Druck auf. Einzig die Wurfausbeute ließ zu wünschen übrig. So vergab Franck Ndjamen einen vermeintlich leichten Schnellangriff per Korbleger und brachte auch seine beiden Nachwürfe nicht im Netz unter. Per Tip-In machte Hendrik Merckens schließlich das 12:11 (12.) klar. Letztlich legten die Hildener jedoch einen fulminanten 18:0-Lauf zum 34:11 (16.) hin. Erst Burek beendete die Solinger Angriffsflaute mit dem Treffer zum 13:34. Wirklich verbessern konnte sich das Pfüller-Team danach nicht. Im Gegenteil: Im zweiten Viertel standen für die TSG am Ende nur fünf Punkte zu Buche, so dass die Hildener mit einer klaren 48:16-Führung in die Pause gingen.

Nach dem Seitenwechsel setzten sich die TuS-Basketballer weiter kontinuierlich ab, ohne jedoch ihren Fans spielerische Glanzlichter zu bieten. Dafür aber brachte Cem Karal alle Akteure aufs Parkett. Auch Tim Kaminski und Olaf Eckermann, die sonst nur auf wenig Einsatzzeiten kommen, durften diesmal ausgiebig ran. Karal selbst verzichtete aus gutem Grund: Der Coach ist frischgebackener Vater. Sohn Can kam am Freitag in der Früh um 4.06 Uhr auf die Welt. Als Korbjäger sprang dafür David Reinecke in die Bresche, der mit 23 Punkten zum besten Hildener Werfer avancierte. "Wir wissen, was er kann", betonte Karal. Erstmals vermochte Reinecke diese Vorschusslorbeeren auch auf dem Feld zu unterstreichen.

Mit einem 65:21-Vorsprung gingen die Hildener in den Schlussabschnitt. In den letzten zehn Minuten schaltete der TuS 96 aber einen Gang runter, stellte in der Abwehr von Mann- auf Zonendeckung um. So konnte die Solinger Rumpftruppe, der allmählich die Luft ausging, diesen Durchgang wieder einigermaßen erträglich gestalten.

Während für die TSG Solingen in den nächsten Wochen der Kampf um den Klassenerhalt Priorität hat, wollen die Basketballer des TuS 96 in der Rückrunde weiter im Titelrennen mitmischen. Ob das Unterfangen gelingt, zeigt sich bereits am Samstag. "Dann treffen wir auf eine andere Mannschaft", erklärt Cem Karal vor dem Duell mit Dynamic Squad. Denn die Düsseldorfer brachten seiner Mannschaft in der Hinrunde eine empfindliche Niederlage bei und stellen eine wesentlich größere Herausforderung dar als Abstiegskandidat TSG Solingen. "Auch wir werden dann anders aufspielen", verspricht der TuS-Trainer. Wohl wissend: Ein Sieg ist Pflicht, um den Traum von der 2. Regionalliga in dieser Saison doch noch verwirklichen zu können. Jetzt aber war Karal erst einmal froh über zwei leicht verdiente Punkte. "Es ist schön, mal so ein Spiel ohne Stress zu haben", strahlte er übers ganze Gesicht.

(RP)