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Turnerbund Wülfrath erweitert sein Angebot

Tanzsport : Tanzen lernen mit dem Profi beim TBW

Der Turnerbund Wülfrath erweitert ab 2022 sein Angebot um Tanzkurse für Anfänger und Fortgeschrittene. Dafür konnte mit dem Wuppertaler Profitänzer Marc Verlotski ein echter Experte als Tanzlehrer engagiert werden. Langfristig soll die vereinsübergreifende Arbeit mit der AWO ausgebaut werden.

Tanzen macht Spaß, fördert die Gesundheit und liegt voll im Trend. Genau aus diesem Grund erweitert der Turnerbund Wülfrath (TBW) ab 2022 sein Sportangebot um diese Sportart. Erstmals arbeiten die Sportler dafür mit der Arbeiterwohlfahrt Wülfrath (AWO) zusammen, in deren Saal an der Schulstraße künftig donnerstags das Tanzbein geschwungen wird. 

Der Profitänzer und ausgebildete Tanzsporttrainer Marc Verlotski aus Wuppertal gab mit seiner Initiativbewerbung beim TBW den Anstoß für das neue Angebot. Der 26-Jährige tanzt seit mehr als 15 Jahren, fing einst aufgrund von Rückenproblemen mit dem Sport an. Der gesundheitliche Aspekt der Sportart ist es auch, der ihn heute antreibt, anderen die Tanzschritte beizubringen. „Tanzen ist eine der gesündesten Sportarten, die mir einfällt“, betont Verlotski, der an der Universität Bochum ein Lehramtsstudium für Geschichte und Deutsch absolviert. Forschungen hätten gezeigt, dass Tanzen am stärksten gegen Demenz vorbeuge, etwa durch das Einüben der Schrittfolgen. Es fördere die Koordination, ist in Maßen durgeführt gut für die Gelenke und zudem gesellig, nennt er die Vorteile. 

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Die Teilnehmer für die neuen TBW-Tanzkurse müssen nicht zwingend schon als Paar kommen. Auch einzelne Tanzwillige sind willkommen, um dort den passenden Tanzpartner zu finden. Wie erfolgreich die neue Sparte sein wird, hängt von der Beteiligung ab. Neben einem Anfängerkurs ist auch einer für Fortgeschrittene angedacht. Unterrichtet werden die zehn Gesellschaftstänze aus dem Standard- und Latein-Bereich. Dazu zählen etwa Discofox oder Salsa. Wenn der Bedarf da sei, sei auch eine Leistungstanz-Gruppe denkbar. „Die Teilnehmer bestimmen, in welche Richtung es geht“, merkt Nicole Püchel an, die erste Vorsitzende des TBW. 

„Wir hoffen, dass wir damit einen Nerv treffen“, ergänzt sie. Das Tanzangebot, das sich an alle Interessierten ab 14 Jahren richtet, ist nicht nur eine Premiere für den Turnerbund, sondern auch ein Wagnis. Der Verein, der in diesem Jahr seit 130 Jahren existiert, muss und will sich perspektivisch bis 2025 neu aufstellen und ein attraktives Angebot für alle Altersklassen bieten, um weiter Bestand zu haben. Aktuell gehören rund 1250 Mitglieder dem Turnerbund an, coronabedingt gab es viele Ausstiege, die der Verein durch aktive Digital-Kurse wieder etwas ausgleichen konnte.

Neues fernab der klassischen Angebote und den olympischen Disziplinen auf die Beine zu stellen, sei jedoch nicht einfach. „Dafür braucht der TBW starke Partner. Alleine schaffen wir das nicht“, betont die Sportlerin und sagt weiter: „Ein Sportverein im Ehrenamt ist ein Kulturgut, in dem sich die Gemeinschaft engagieren muss.“ Kooperationen ermöglichen, mehr anbieten zu können und gleichzeitig gerade in den ehrenamtlichen Strukturen Entlastung zu schaffen, gehöre dazu, erklärt sie weiter. 

Künftig soll deshalb in der Stadt ein besseres Netzwerk aufgebaut werden. Die erste Kooperation mit der AWO bildet dabei nur den Aufschlag. „Das Thema Vorsorge und Gesundheit passt zur AWO“, begründet Cornelia Weimer das Engagement. Gerade das Thema Vorbeugung gegen Einsamkeit habe durch die Coronavirus-Pandemie einen noch größeren Stellenwert erhalten. Zudem wurden die AWO-Räume bereits früher schon einmal durch die Tanzschule Krauss aus Mettmann für Walzer und Co. genutzt. 

Wichtig sei es, den Teilnehmern eine verlässliche Kontinuität und hohe Qualität zu bieten, betont Nicole Püchel. Das garantiere Marc Verlotski mit seiner Erfahrung. Er gab schon in Jugendjahren Einzelunterricht. Gemeinsam mit seiner jüngeren Schwester Dina Verlotski tanzte er in der ersten Liga des Tanzsports und nahm für seinen Tanzsportclub Grün-Gold Casino Wuppertal erfolgreich an diversen internationalen Paartanz-Turnieren für Standard und Latein teil. Dabei gewann er 2018 sowie 2019 die Landesmeisterschaften. Bis 2019 gehörten die Geschwister zudem zum Bundeskader und zählten damit zu den zwölf besten Paaren Deutschlands. 

Angst vor einem Drill muss aber niemand haben, beruhigt Verlotski: „Mein Anspruch ist, die Qualität des Sports immer mit Spaß zu verbinden.“ Sofern es die Corona-Pandemie zulässt, wird unter 2G-Regeln und ohne Maske auf der Tanzfläche an den Schritten gearbeitet. Zusätzlich zum Paartanz wird der junge Tänzer für den TBW ab dem neuen Jahr auch ein Fit-Dance-Konzept für Solo-Tänzer anbieten, das dienstags im neuen WiR-Haus stattfindet. Hierbei werden unter den Aspekten Prävention und Gesundheit mit Spaß an der Bewegung Elemente von Aerobic, Zumba, Line Dance oder Latin Dance kombiniert.