TSV Hochdahl richtet Turnier im Kunstturnen aus

Turnen: Sarah bewahrt im Wettkampf Haltung

Weit über 100 Nachwuchs-Kunstturnerinnen aus ganz Deutschland zeigen ihr Können beim 31. Talentsichtungs-Cup und 41. Uta-Schorn-Pokal. Beide Wettkämpfe richtet der TSV Hochdahl traditionell in der Halle Rankestraße aus.

Ein Hauch von Olympia wehte durch die Sporthalle Rankestraße. In vier große Bereiche eingeteilt, turnten die Mädchen zwischen sieben und acht Jahren vor den jeweiligen Jury-Tischen: Bewertet wurde zunächst der Sprung von einem niedrigen Sprungbrett auf eine hohe Matte nach mehreren Metern Anlauf, danach festgelegte Übungen auf einem Schwebebalken  sowie am Stufenbarren und zu guter Letzt die Bodenturn-Darbietung mit Musik auf der großen zentralen Matte. Die Zuschauerränge der Halle waren gut gefüllt, stolze Mütter, Väter und Trainerinnen beobachten aufmerksam ihre Schützlinge und zollten ihnen nach jeder vollendeten Übung motivierende Beifallsstürme.

Unter den jungen Kunstturnerinnen war auch Sarah vom TSV Hochdahl. Die Achtjährige nahm bereits zum vierten Mal am Talentsichtungs-Cup teil. Routine kam bei Sarah deswegen aber nicht auf. „Sie war sehr aufgeregt“, berichtete Mutter Sybille Menge. Nicht zuletzt auch, weil Sarah zwei Wochen vor dem Turnier krank war und nicht trainieren konnte. Davon war bei ihrem Auftritt allerdings nichts zu sehen. Souverän meisterte sie alle Prüfungen und setzte sich am Ende als beste Erkratherin ihrer Altersklasse durch. Von rund 30 Starterinnen landete Sarah im Mittelfeld und damit schien die Achtjährige sehr zufrieden. Bei ihrer Darbietung, erzählte sie noch, seien ihr keine gröberen Fehler unterlaufen. „Alles hat gut geklappt.“

Auch Mama Sybille hatte von den Zuschauerrängen aus mit ihrer Tochter mitgefiebert. „Natürlich ist man als Mutter mit aufgeregt, hofft, dass alles gut geht, vor allem am Schwebebalken.“ Diese Disziplin, verriet Sarah, gefalle ihr am wenigsten. „Was ich am liebsten mache, sind die Übungen am Stufenbarren.“ Dreimal die Woche trainiert die Achtjährige, die bereits vor zwei Jahren beim TSV Hochdahl mit dem Kunstturnen anfing. Neben dem Aufwand für die Offene-Ganztag-Schule ist das ein straffes Pensum, sagt auch die Mutter: „Aber sie macht es sehr gerne, hat viel Spaß und mittlerweile so einen Ehrgeiz entwickelt, dass sie traurig ist und weint, wenn sie, wie vor zwei Wochen, nicht zum Training kann.“ Sarah träumt davon, irgendwann auch mal bei einem Turnier aufs Treppchen zu steigen.

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Dafür, erzählt Trainer Günther Grassberger, müssten die Mädchen frühzeitig mit dem Training anfangen. „Ab dem fünften Lebensjahr kann schon mit dem Kunstturnen begonnen werden.“ Mit der Zeit trainieren die jungen Sportlerinnen Kraft und Kondition. Für den TSV-Trainer verlief das Turnier derweil sehr gut. Bei den jüngeren Mädchen, die teilweise ihren ersten Cup turnten, sei noch nicht so viel zu erwarten, bei den älteren rechnete Grassberger aber durchaus mit guten Platzierungen.

Heike Quast, Vorsitzende des Fördervereins, freute sich derweil über die zahlreichen Besucher, die mit ihrem Eintritt und dem Verzehr von Kaffee und Kuchen Geld in die Vereinskasse spülten. Geld, dass in die Nachwuchsförderung im Leistungsstützpunkt Hochdahl fließt.

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