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Lokalsport: Trimm-Dich-Pfad: Training in der Natur

Lokalsport : Trimm-Dich-Pfad: Training in der Natur

In den 70er Jahren wollte der Deutsche Sportbund mit dem Wald-Parcours mehr Bewegung in den Alltag bringen.

Holzbalken zum Darüberhüpfen, Recks zum Hangeln und Ringe, um den Rumpf um sich selbst kreisen zu lassen, zählen zu den typischen Geräten eines Trimm-Dich-Pfades. Der führt über drei bis vier Kilometer durch die Natur und soll Spaziergänger und Sportler gleichermaßen ins Schwitzen bringen. Ungeübte wiederholen die Übungen einfach halb so häufig.

"Sportler sechs Mal, Nichtsportler drei Mal" ist auf dem Schild neben der Station 15 im Hildener Stadtwald zu lesen. Drei stabile Holzbalken in sanft ansteigender Höhe sollen hier zum Hürdenlaufen verleiten. Das passende Piktogramm zeigt, wie es geht: mit einem Bein auf dem Balken aufspringen und auf der anderen Seite in einem großen Schritt wieder heruntersteppen. Der weiche Waldboden fängt die Füße federnd auf.

Genau 20 solcher Stationen sind im Hildener Forst auf einem gut ausgeschilderten Rundkurs direkt neben dem Weg angelegt. Einige bieten schlichte Übungsbeschreibungen, andere sind mit Geräten ausgestattet. Die Strecke dazwischen lässt sich laufend oder in Schrittgeschwindigkeit zurücklegen - ganz nach Kondition. "Viele Jogger nutzen hier regelmäßig die Hürden und Hindernisse aus Holz", sagt Förster Dennis Anders. Er ist für die Pflege des Pfades verantwortlich und hat damit noch einiges zu tun. Denn einige Stationen sind bereits in die Jahre gekommen und haben mehr als nur Moos angesetzt. "Bei den Römerringen beispielsweise mussten wir zwei Paare abmontieren, denn Pilze zersetzen die Balken. Die müssen wir bei Gelegenheit erneuern, damit sie wieder standfest sind."

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Der Trimm-Dich-Kurs sollte eigentlich schon während der Sommermonate wieder fit gemacht werden, doch Pfingststurm Ela hat diese Pläne gründlich durcheinander gewirbelt. "Der hat uns so viel Arbeit gemacht. dass wir damit noch bis zum Ende des Jahres beschäftigt sind", sagt Dennis Anders. Zunächst einmal habe die Sicherung der Wege Priorität gehabt. Dort können Jogger, Radler und Spaziergänger sich inzwischen wieder sorglos bewegen und auch das Reitwegenetz lädt gefahrlos zum Galopp ein. Abseits der Wege sind Sportler dagegen nicht sicher. "Radfahren ist außerhalb ohnehin verboten und auch Läufer sollten auf Querfeldeinstrecken verzichten", betont Dennis Anders.

Der Förster hofft, dass er die vier versehrten Geräte bis spätestens zum Saisonstart im kommenden Jahr wieder startbereit hat. "In den Wintermonaten müssen wir andere Schwerpunkte setzen." Sich selbst und dem Verfall möchte er den Pfad aber keinesfalls überlassen. "Er ist generell noch in einem guten Zustand und es wäre schade, ihn abzubauen."

Das Fitnessstudio im Freien ist immer geöffnet, kostet weder Eintritt noch Mitgliedschaft und ist gut zu erreichen. Start und Stopp ist hinter dem Parkplatz am Tennisheim. Dort lassen sich Auto oder Zweirad bequem abstellen, um von dort aus in Ruhe eine Runde zu drehen. Die Anleitungen sind einfach, die Übungen auch für Einsteiger geeignet - die Menge macht den Muskelkater. Die Angaben für Sportler sind ein Ansporn, die eigene Fitness zu testen.

Wer alle 20 Stationen hinter sich gebracht hat, ist rundum gut bewegt und vielleicht auch ins Schwitzen gekommen. Ein Sprung ins Waldbad sorgt für die nötige Abkühlung und lockert die Muskulatur. Besonders Ehrgeizige, die anschließend noch mit dem Rad nach Hause fahren, haben dann bereits einen Triathlon hinter sich.

(domi)