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Torjäger des VfB 03 Hilden liebt das Tempospiel

Fußball : Torjäger des VfB 03 Hilden liebt das Tempospiel

Nach fünf Monaten in San Diego muss sich der Stürmer aufs Neue fürs Hildener Oberliga-Team empfehlen.

Die Vorbereitung machte er noch mit, doch in dieser Saison lief Nick Hellenkamp noch kein einziges Mal im Trikot des Oberligisten VfB 03 auf. Gleichwohl ist er Marc Bach präsent, denn der Hildener Trainer nennt den Stürmer in einem Atemzug mit den Langzeitverletzten Len Heinson, Robin Müller und Patrick Percoco auf, wenn er das Personal aufzählt, das ab der im Februar weiter gehenden Rückrunde wieder zur Verfügung steht. Verletzt war Hellenkamp jedoch nicht, aber der 21-Jährige verabschiedete sich am 7. August in einen fünfmonatigen USA-Aufenthalt. Eine Entscheidung, die ihm mit Blick auf den Fußball schwer fiel, doch die Vernunft gab den Ausschlag, dass der Beruf wichtiger ist als das über viele Jahre liebgewonnene Hobby.

Hellenkamp studiert in Venlo Marketing. „Das ist ziemlich praxisnah“, charakterisiert er die Ausbildung an der Fontys Venlo University of Applied Sciences, die neben Praktika auch einen Auslandsaufenthalt vorsieht. Dafür wählte er das College in San Diego. „Dort kann man auch studieren und die Klausuren werden angerechnet“, erzählt er. Doch das ist nicht die alleinige Motivation. „Etwas reisen, was anschauen, surfen – dort ist das ganze Jahr gutes Wetter“, sagt er ehrlich. Momentan ist der 21-Jährige noch auf Achse, will aber am 6. Januar wieder in Hilden sein – pünktlich zur Wintervorbereitung des VfB 03. Ob es am College mit dem Probetraining fürs Team geklappt hat, ist nicht bekannt, zumal nur eine begrenzte Anzahl internationaler Studenten den Sprung in die Mannschaft schafft. Gleichwohl will sich Hellekamp nach einer Rückkehr topfit auf der Anlage an der Hoffeldstraße präsentieren.

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Der Angreifer kam im Alter von sieben Jahren über Freunde, die schon im Verein Fußball spielten, zum Nachbarklub SV Hilden-Ost „Zu Fuß waren es zwei Minuten zum Platz“, erinnert sich Hellenkamp und sagt: „Dann war das Niveau nicht mehr ausreichend.“ Sieben Jahre später folgte das Probetraining beim VfB 03. „Dort kannte ich ein paar alte Schulfreunde.“ Es folgte der Wechsel in die B-Jugend des VfB 03. Nach der A-Jugend schaffte Hellenkamp im Sommer 2017 den Sprung in die zweite Mannschaft des Traditionsklubs. Im Bezirksliga-Team etablierte er sich als Stammspieler und glänzte dann in der vergangenen Saison auch noch als Torjäger: Mit 13 Treffern belegte er am Ende Rang sechs in der Liste der besten Angreifer der Liga. Den Turbo zündete er allerdings erst in der Rückrunde, als er allein elf Mal den Ball in den Kasten beförderte. Eine Serie, mit der er sich für den Oberliga-Kader empfahl.

„Ich habe immer ganz gut gespielt, aber nie Tore gemacht. Irgendwann ist dann der Knoten geplatzt“, stellt er fest. Zu den schönsten Momenten gehörte dabei zweifellos der Treffer im Freundschaftsspiel gegen den Bundesligisten Fortuna Düsseldorf. „Da hat auch der Zufall mitgespielt“, sagt er. Denn Trainer Marc Bach wollte in der Pause komplett wechseln, weil jedoch zwei Akteure im Kader der Ersten fehlten, rückten Nick Hellenkamp und Moritz Holz aus der Zweiten nach. „Das war ein Höhepunkt. In der Bezirksliga hätte ich den vielleicht nicht reingemacht, aber ich habe die Nerven behalten“, gesteht er. Der Stürmer durfte sich noch einen Sonderbeifall der rund 2500 Zuschauer abholen, als Trainer Bach ihn zehn Minuten vor dem Ende auswechselte. „Wenn alle klatschen und später alle kommen und gratulieren, ist das schon ein cooler Moment“, erklärt Hellenkamp und ergänzt: „Solche Momente geben einem noch mehr Freude am Fußball und mehr Selbstvertrauen. Am Ende ist alles eine Kopfsache: Wenn man zwei Tore gemacht hat, dann geht auch der dritte Ball noch rein.“

Die offensive Rolle macht Nick Hellenkamp Spaß. Was er am Toreschießen liebt? „Dass man die Entscheidung treffen kann, wie das Spiel am Ende ausgeht. Man hat vorne mehr Freiheiten und kann schon etwas kreativer werden.“ Seinen Stärke sieht er im Tempospiel. „Ich lauf sehr viel und haben dadurch am Ende einen leichten Vorteil, weil ich noch die letzte Luft habe und mich auch körperlich durchsetzen kann.“ Abseits des Kunstrasens trainiert er dafür einmal die Woche im Fitnessstudio – „wie es gerade passt“.

Nach fünf Monaten Amerika fängt für Nick Hellenkamp im Januar wieder der Alltag in Deutschland an. Sein Plan: „Ich muss erst einmal wieder reinkommen. Wenn die Einsatzzeiten stimmen, werde ich aber relativ schnell wieder in mein Spiel finden.“ Tim Schneider, Trainer der Reserve, hält jedenfalls große Stücke auf den Stürmer. „Er ist ein außergewöhnlicher Typ. Er läuft, bis er umfällt und macht lange Wege, die sich andere sparen – Hut ab vor diesem Einsatz.“ Marc Bach freut sich schon jetzt auf Hellenkamp, den er nur ungern die fünf Monate ziehen ließ. „Das kam etwas überraschend, aber als Verein muss man das auch akzeptieren“, konstatierte er kurz vor dem Saisonstart. Fünf Wochen Vorbereitung bleiben dem 21-Jährigen nach seiner Rückkehr, um sich aufs Neue für einen Platz in der Anfangsformation zu empfehlen.