1. NRW
  2. Städte
  3. Mettmann
  4. Lokalsport

Kampfsport: Thaiboxer setzen auf den Heimvorteil

Kampfsport : Thaiboxer setzen auf den Heimvorteil

Der "Cobra-Gym Hilden" ist erstmals Ausrichter der Landesmeisterschaft in der asiatischen Kampfsportart. Zwei Kämpfer des Vereins gelten als große Favoriten auf die Titel. Der Erlös geht an einen guten Zweck.

Sie steigen zum direkten Duell Mann gegen Mann in den Ring. Im Kampf um den Sieg setzen sie nicht nur ihre Fäuste gezielt ein, auch Ellenbogen-Checks, Fußtritte und Spezialtechniken mit dem Knie sind erlaubt. "Thaiboxen ist ein Ganzkörper-Kontaktsport", sagt Hamza El Halimi. Der Nachwuchstrainer beim "Cobra-Gym Hilden" hat seine Schützlinge in den vergangenen Wochen intensiv auf den vorläufigen Saisonhöhepunkt am Sonntag, 28. Februar, vorbereitet. "Wir sind zum ersten Mal Gastgeber der Landesmeisterschaften und sehr stolz auf diese Auszeichnung. Unsere Athleten möchten bei diesem Heimspiel ihre Chancen nutzen sich möglichst erfolgreich präsentieren", betont El Halimi.

Sechs Sportler schickt er in den Ring, die größten Hoffnungen ruhen jedoch auf den beiden erfahrenen Kämpfern Kasim Noori und Jaqueline Vierhaus. Beide waren schon mehrfach Landesmeister und setzten sich auch schon auf Bundesebene erfolgreich gegen die Konkurrenz in ihrer Klasse durch. "Wir sind uns daher ziemlich sicher, dass sie auch diesmal den Titel holen", sagt Hamza El Halimi. Beide seien sehr gut vorbereitet und erfahren genug, um jedem Gegner die Stirn zu bieten: "Kasim steht kurz vor dem Aufstieg in die B-Klasse und hat bereits mehrfach die stärkere Konkurrenz geschlagen." Leidenschaft, Disziplin und Kompromisslosigkeit im Kampf zeichneten ihn aus. "Er steht mindestens fünf Mal in der Woche in der Halle und weiß genau, wann es darauf ankommt. Im Ring ist er knallhart", beschreibt sein Trainer. Der 17 Jahre alte Nachwuchsboxer könne die Schwächen seiner Gegner schnell lesen und zu seinem eigenen Vorteil nutzen - zum dritten Titel in Folge?

Zweimal stand auch Jaqueline Vierhaus schon ganz oben auf dem Podest. 2012 und 2014 sicherte sie sich den Sieg. Ihre Spezialtechnik ist im Ring ihre schärfste Waffe. "Sie arbeitet viel mit dem Knie und überrascht damit vor allem unerfahrene Gegnerinnen. Im Verein haben sogar manche ihrer Trainingspartner mit diesem Stil Probleme", berichtet Hamza El Halimi. Platz eins oder zwei würde ihr gleichzeitig die Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften sichern.

Für die übrigen vier Athleten im Trikot des Cobra Gym ist die Meisterschaft eine Premiere. Für sie geht es vor allem darum, im K.O.-System so viele Gegner wie möglich auszuschalten. Besonders aussichtsreich schätzt der Trainer die Position von Onur Kaya ein. "Er ist zwar noch unerfahren, doch wenn es ihm gelingt, seine Trainingsleistungen umzusetzen, dann traue ich ihm einiges zu. Doch auch den anderen kann eine Überraschung gelingen - es kommt aber sehr darauf an, welche Gegner ihnen gegenüberstehen." In maximal drei Runden von jeweils zwei Minuten müssen sie im Ring ihren Körper und seine Kraft so geschickt einsetzen, dass sie möglichst viele Punkte sammeln oder ihren Kontrahenten zu Boden gehen lassen.

"Die Regeln sind ähnlich wie bei die beim Boxen, doch Muay Thai ist vielfältiger, da mehr Techniken zum Einsatz kommen", sagt El Halimi über die aufstrebende Sportart, die sich Hoffnungen auf eine Aufnahme in das olympische Programm macht. Blaue Flecke und eine blutige Nase gehören zur asiatischen Boxvariante dazu. Größere Verletzungen seien jedoch selten, betont El Halimi. "Die Sportler sind mit Knie- und Ellenbogenschonern, Kopf-, Brust- und Mundschutz gut gewappnet."

Die Meisterschaft, zu der mehr als 50 Kämpfer aus ganz NRW anreisen, möchte der Verein nutzen, um die Einnahmen für einen guten Zweck zu spenden. "Wir haben uns das schon lange vorgenommen. Diese große Veranstaltung, die wir nach Hilden bringen konnten, ist die optimale Gelegenheit dafür", sagt Trainer Thomas Römermann. Die Spende ist für den ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst in Düsseldorf gedacht. Der Verein kümmert sich um die Familien von schwerkranken Kindern. "Als betroffener Vater weiß ich, wie wichtig der ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst ist und wie engagiert dieser Verein seine Arbeit macht. Ich finde es wichtig, das zu würdigen und zu unterstützen", sagt El Halimi.

(domi)