1. NRW
  2. Städte
  3. Mettmann
  4. Lokalsport

Fußball: Terminsache: VfB 03 Hilden ist restlos bedient

Fußball : Terminsache: VfB 03 Hilden ist restlos bedient

Fußball-Oberligist tritt am Totensonntag zur vorgezogenen Partie beim VfB Homberg an – mit welcher Mannschaft, ist noch unklar.

Fußball-Oberligist tritt am Totensonntag zur vorgezogenen Partie beim VfB Homberg an — mit welcher Mannschaft, ist noch unklar.

VfB Homberg — VfB 03 Hilden. Die Welt schien für den Fußball-Oberligisten VfB Hilden bis vor Kurzem vollkommen in Ordnung zu sein. Für Trainer Toni Molina und den Aufsteiger hatten sich die Dinge bestens entwickelt — weil das Team inzwischen längst in der höheren Klasse angekommen war. Auf Rang elf klopft Molinas Mannschaft nach dem erstaunlichen 6:0-Erfolg vom vergangenen Sonntag beim VfB Speldorf nun sogar an das Tor zur oberen Tabellenhälfte.

In den vergangenen Tagen ist die Stimmung aber zumindest vorübergehend in den Keller gekippt, was in erster Linie mit dem vorgezogenen Meisterschaftsspiel beim Zehnten VfB Homberg zu tun hat. Der Verband setzte die Partie auf 18 Uhr an. Für den kommenden Totensonntag. Molina: "Ich bin sauer. Ich komme mir so machtlos vor."

Sehr ähnlich geht des dem Hildener Vorsitzenden Wolfgang Appelstiel. Seine Idee, den Termin vom Tisch zu bekommen, scheiterte — was in einer komplizierten Angelegenheit schwer nachzuvollziehen ist. Tatsache: Das Spiel der Hildener war ursprünglich auf den 8. Dezember gelegt. An diesem Tag ist das PCC-Stadion des VfB Homberg jedoch belegt — durch die um 14 Uhr beginnende Partie in der Frauen-Bundesliga zwischen dem FCR 2011 Duisburg und Jena. Weil das Regelwerk der Bundesliga den Vorrang einräumt, musste die Oberliga weichen. Damit ging der Ärger los.

"Ich habe nicht für möglich gehalten, dass so etwas passieren kann", betont Appelstiel, "Staffelleiter Clemens Lüning hat den Termin festgelegt, ohne mit uns darüber zu sprechen." Anschließend habe Lüning darauf verwiesen, eine Verschiebung sei nur dann möglich, wenn sich die beteiligten Vereine einigen. "Der VfB Homberg hat null Bereitschaft gezeigt", meint er VfB-Chef. Ein einziger anderer Termin sei Hilden angeboten worden: Freitagabend, 6. Dezember. Appelstiel: "Ich halte das für sehr ambitioniert, zu dieser Zeit durch den Berufsverkehr zu fahren. Ich kenne die Strecke sehr genau." Das Wissen darum brachte die Hildener allerdings keinen Millimeter weiter. Nach internen Gesprächen fiel deshalb die Entscheidung, in Homberg anzutreten — um nicht die drei Punkte kampflos abzugeben, um nicht 250 Euro Strafe durch den Verband zu kassieren, um nicht eine mögliche Forderung der Gastgeber nach Schadensersatz zu riskieren.

Trainer Toni Molina hat nun vor allem zwei Aufgaben zu bewältigen. In erster Linie muss er sich mit den üblichen personellen Problemen beschäftigen — die allerdings ohnehin das normale Maß übersteigen. Jüngste Hiobsbotschaft: Die Verletzung von Emrah Cavdar, am vergangenen Sonntag dreifacher Torschütze beim 6:0, erwies sich nach einer gründlichen Untersuchung als Bruch der Kniescheibe, sodass der Angreifer lange ausfällt. Darüber hinaus fehlen die gesperrten Stefan Schaumburg und Pascal Weber sowie die verletzten Dennis Lichtenwimmer und Simon Kozany. Gut möglich ist deshalb, dass Henning Scholl (wieder im Training) zumindest auf der Bank Platz nimmt.

Dass Molina ein Scholl-Comeback in Erwägung zieht, hat noch einmal mit dem Totensonntag zu tun — der als Spieltag auf jeden Fall sehr ungewöhnlich daherkommt. Deshalb haben einige Hildener Spieler an diesem Wochenende aus beruflichen oder privaten Gründen etwas anderes vor. Der VfB will keinen beeinflussen, etwa von seinen Plänen zurückzutreten. "Der Verein wäre bereit, sich an möglichen Kosten dafür zu beteiligen", erklärt Appelstiel. Trotzdem stellt er klar: "Wer fahren will, soll fahren."

Nahezu deckungsgleich sieht es Toni Molina, der den Kader zur Not mit Spielern aus der Zweiten oder dem Altherren-Team aufstocken wird. Wie das Personal tatsächlich aussieht, steht deshalb ein bisschen in den Sternen. Der VfB-Coach will allerdings auf jeden Fall den Schalter umlegen und ein ordentliches Ergebnis erzielen. "Die Jungs sind sauer", berichtet Molina, "und zwar richtig sauer." Deshalb kämpft er parallel gegen die miese Stimmung: "Wir haben genug geweint. Natürlich ist eine Einschätzung für dieses Spiel schwierig. Aber wir fahren dahin, um das Beste herauszuholen."

(RP)