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TC Stadtwald Hilden: Stillstand trifft jetzt auch die Tennisklubs

Tennis : Stillstand trifft jetzt auch die Tennisklubs

Am 25. April sollten die Medenspiele beginnen. Wegen der Corona-Krise plant der Tennisverband Niederrhein nun den Start am 9. Juni. Nicht nur auf der Anlage des TC Stadtwald Hilden herrscht in diesen Tagen eine ungewohnte Ruhe.

Normalerweise wäre Wolfang Uebbing in dieser Woche auf Mallorca. Das hat schon lange Tradition, denn der Vorsitzende des TC Stadtwald Hilden ist Kapitän der Herren 60 und trainiert in dieser Jahreszeit wie viele andere Mannschaftsspieler auch für die Freiluftsaison, die Ende April beginnt. Eine Woche Urlaub, der gut geplant sein will, denn die Tennisplätze auf der Insel sind dann heiß begehrt.

Dieses Mal lief jedoch einiges anders. Wie die vielen Umbuchungen von An- und Abflugzeit seitens der Fluggesellschaft in den letzten beiden Wochen. „Der Flug wurde aber nie storniert“, berichtet Uebbing. Dabei gab es aufgrund der Corona-Krise längst Reisebeschränkungen. Dann wollte der Tennisspieler angesichts der Entwicklung in Deutschland und den entsprechenden behördlichen Maßnahmen selbst stornieren, doch der entsprechende Button auf der Internetseite der Airline funktionierte nicht, eine telefonische Kontaktaufnahme war erst 72 Stunden vor dem Abflug möglich. „Dann hatte ich aber relativ schnell jemanden am Telefon und der hat den Button freigeschaltet“, erzählt Uebbing. Die Flugkosten erstattet bekam er allerdings nicht, sondern lediglich einen Gutschein über die Summe – die Auszahlung wird wohl auf sich warten lassen.

Am 29. März sollte zudem die Mitgliederversammlung des TC Stadtwald steigen. „Die Einladungen lagen schon fix und fertig da, zum Glück hatten wir sie aber noch nicht verschickt“, sagt Wolfgang Uebbing. Denn seit dem 17. März sind die Sportanlagen im Kreis Mettmann behördlich geschlossen, Versammlungen verboten. Der Vorstand bleibt damit weiter im Amt. Personelle Änderungen sind zudem nicht geplant.

Während die Sonne vom Himmel lacht, stellt Wolfgang Uebbing fest: „Bis jetzt hat es noch keiner gemerkt, weil man noch nicht draußen spielen konnte – die Plätze sind noch zu weich. Nur diejenigen mit Hallen-Abos haben schon bemerkt, dass da etwas im Busch ist.“ Der Vorsitzende des TC Stadtwald fügt hinzu: „Nächste Woche hätten wir die Anlage eröffnet.“ Das gilt auch für die anderen Tennisvereine im Kreis Mettmann. Doch jetzt bleiben die Sportstätten zu. Und die Medenspiele, die am 25. April beginnen sollten, verschob der Verband – nun soll es am 9. Juni losgehen und erst im August oder September zu Ende gehen. „Notfalls mit zwei Spielen pro Woche“, weiß Uebbing. Die TVN-Verbandsmeisterschaften vom 7. bis 14. Juni fallen ganz flach. Die Verschiebung der Medenspiele hätte aber auch Folgen für die Turniere des TC Stadtwald Hilden: den Seniors-Cup mit normalerweise über 200 Teilnehmern in der zweiten Augustwoche oder die Hilden Open Ende August/Anfang September mit rund 150 Startern.

„Wenn es so eng und kompliziert wird, könnte ich persönlich schon mal ein Jahr auf Medenspiele verzichten. Man könnte das Ganze einfach auf das nächste Jahr projizieren“, sagt Uebbing. Ärger trifft die Situation die Gastronomie des TC Stadtwald. „Der Klubwirt leidet darunter – er ist seit vier Jahren da und gut etabliert. Als selbstständiger Unternehmer hat er jetzt natürlich keine Einnahmen“, erzählt der TCS-Vorsitzende. Und auch für die ebenfalls eigenständige Tennisschule im Verein sind es keine rosigen Zeiten.

Derweil können sich die beiden festangestellten Platzwarte des Vereins zumindest noch um die Anlage kümmern. Bereits Ende Februar führte eine Platzbaufirma die Frühjahrsüberholung der Ascheplätze durch. Einzig die Netze sind noch nicht aufgehängt – auch, um keine Begehrlichkeiten zu wecken. Wenn der Wiederanpfiff erfolgt, steht einem schnellen Start aber nichts im Wege. „Innerhalb von ein, zwei Tagen könnten wir anfangen“, erklärt Wolfgang Uebbing. Alles hängt jetzt also vom Ende der Corona-Krise ab.