Lokalsport: TBW verliert auch gegen das Schlusslicht

Lokalsport : TBW verliert auch gegen das Schlusslicht

In der Handball-Verbandsliga rutschen die Wülfrather nach der sechsten Niederlage in Folge immer weiter ab. Diesmal lässt die Mannschaft von Andreas Brüser aber auch die notwendige Nervenstärke vermissen.

Wülfrath — TV Ratingen 29:30 (15:16). Was die knapp 200 Zuschauer, davon mehr als die Hälfte aus Ratingen, am Samstag in der Fliethe-Halle in Wülfrath erlebten, das werden sie sicher nicht schnell vergessen. Denn in einer hektischen, zumeist sogar chaotischen Partie mit einer katastrophalen Schiedsrichterleistung des Gespanns Volmer/Volmer musste sich der TB Wülfrath zum sechsten Male in Folge geschlagen geben, während die abstiegsbedrohten Gäste den doppelten Punktgewinn frenetisch feierten.

Im Normalfall ist es gut, wenn die Unparteiischen gar nicht in den Fokus geraten. Aber diesmal gab die schlechte Leistung der beiden Unparteiischen Grund zur Klage. Und das Pendel schlug eindeutig zu Gunsten der Ratinger aus, auch wenn die Gäste ebenfalls einige kuriose Entscheidungen über sich ergehen lassen mussten. Die Höhepunkte ereigneten sich in den letzten Minuten, als sich die Ereignisse massiv überschlugen.

Wülfraths Rechtsaußen Christian Klein gelang 30 Sekunden vor dem Ende der vermeintliche Führungstreffer, obwohl er dabei böse gefoult wurde. Doch anstatt auf Tor oder Siebenmeter und Zeitstrafe für die Gäste zu entscheiden, gab es nur einen Freiwurf — das Tor pfiffen die Referees zurück. Weil die Schiris zudem Zeitspiel anzeigten, musste ein schneller Abschluss her, aber Robin Donner scheiterte an der Abwehr. Im Gegenzug wurde der Ratinger Kreisläufer mit dem Rücken zum Tor angespielte — er wuchtete seinen Deckungsspieler einfach um und warf den Ball ins Tor. Anstatt auf Stürmerfoul zu entscheiden, gaben die Unparteiischen den Treffer. Nun folgten Tumulte, da sich die Wülfrather Bank mit diesen Entscheidungen einfach nicht zufrieen geben wollte. Die Folge war die rote Karte für Trainer Andreas Brüser und eine zweite rote Karte für Sören Rieth, der angeblich seinen Gegenspieler umschubste — der ihn allerdings vorher trat.

Die insgesamt auf einem sehr niedrigen Niveau stehende Verbandsliga-Partie geriet durch die geschilderten Umstände vollkommen in den Hintergrund. Dabei war die Begegnung vor der turbulenten Schlussphase immer heiß umkämpft, keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen.

Auch aus dieser Niederlage müssen die TBW-Handballer aber ihre Lehren ziehen, Vielleicht sollten sie etwas mehr Disziplin an den Tag legen, auch wenn dies bei solch einem Spielverlauf sicher nur sehr schwer umzusetzen ist. Doch das Fazit von Ron Andrae sagt alles. "Ich ahnte, dass Wülfrath zum Schluss undiszipliniert wird. Das haben wir genutzt", erklärte der Ratinger Trainer zufrieden, denn das Schlusslicht der Verbandsliga bewies im entscheidenden Moment die notwendige Nervenstärke.

(ff)