TB Wülfrath hält Aufsteiger HC Weiden in Schach

Handball : TBW-Handballerinnen beweisen Kampfgeist

Die Mannschaft von Lars Faßbender setzt in der Regionalliga trotz personeller Probleme ihre Erfolgsserie in eigener Halle fort.

Die Vorzeichen standen nicht gut vor der Regionalliga-Partie, denn der TB Wülfrath musste mit personellen Problemen kämpfen. Das lag aber weniger am eigenen Kader, sondern vielmehr am Wunsch der Vereinsverantwortlichen, die zweite Mannschaft im Kampf um den Klassenerhalt zu unterstützen. Deshalb halfen mit Loreen Jakobeit, Luisa Kieckbusch, Kirsten Buiting und Torfrau Johanna Giebisch gleich vier Spielerinnen aus der Wülfrather Ersten im Verbandsliga-Duell gegen den HSV Gräfrath II aus. Mit Erfolg, denn die abstiegsgefährdete TBW-Reserve bezwang den Spitzenreiter mit 27:24. Die Leihgaben aus dem Regionalliga-Kader leisteten einen Kraftakt, denn gleich danach traten sie zum nächsten Spiel an.

Der Kräfteverschleiß machte sich deutlich bemerkbar, wirkte sich aber zum Glück nicht auf das Ergebnis aus, denn die TBW-Erste hielt Aufsteiger HC Weiden mit 23:21 (16:12) in Schach und wahrte durch den Erfolg ihren Heimnimbus. Dabei kam Jule Kürten, die zuvor mit Doppelspielrecht für das A-Jugend-Team des TV Aldekerk in der Bundesliga auflief, erst zehn Minuten nach dem Anpfiff in die Fliethe-Halle.

Bereits in der Hinrunde erwies sich Weiden als eine harte Nuss – die Wülfratherinnen behielten nur knapp mit 23:22 die Oberhand. Das war Warnung genug, den Liga-Neuling nicht zu unterschätzen. Von Beginn an dominierten die Abwehrreihen die Begegnung. Zwar gingen die Gastgeberinnen durch Friederike Büngeler schon nach 47 Sekunden mit 1:0 in Führung, doch in der Folge entwickelte sich eine zähe Partie – nach fünf Minuten stand es erst 2:1. Für Paula Stausberg schrieb das Duell eine ganz eigene Geschichte. Nach einer Minute und 18 Sekunden kassierte die 21‑Jährige bereits die erste Zeitstrafe – und nach fünf Minuten und 57 Sekunden folgte schon die zweite. „Danach mussten wir etwa basteln“, gestand Lars Faßbender. Der TBW-Trainer registrierte aber zufrieden, wie sich seine Mannschaft in der Folge allen Widrigkeiten zum Trotz nach und nach absetzte. Die Gegentore fielen nach individuellen Fehlern. Zudem bekamen die Wülfratherinnen die Rückraum-Rechte Lyn Bürschäper nicht in den Griff. „Sie hatte wirklich einen Sahnetag erwischt“, erklärte Faßbender. Auf der anderen Seite vergaben die Gastgeberinnen zwei Tempogegenstöße und verwarfen auch noch einen Siebenmeter. Dennoch gingen sie mit einem Vier-Tore-Vorsprung in die Pause.

Gleichwohl hatte das Faßbender-Team auch in der zweiten Halbzeit arge Probleme, den Kontrahenten auf Distanz zu halten. „Die Weidener Torhüterin war einfach zu stark“, gestand der TBW-Coach. Beim 22:17 (42.) schienen die Wülfratherinnen noch sicher auf der Siegerstraße. Danach brachten die Gäste für die Torhüterin eine siebte Feldspielerin und arbeiteten sich bis auf 20:22 (57.) heran. In der entscheidenden Phase parierte Johanna Giebisch aber einen Siebenmeter und auch den Nachwurf. „Am Ende war der Sieg verdient“, konstatierte Faßbender und fügte schmunzelnd hinzu: „Wir haben mit drei Toren gewonnen und uns damit deutlich verbessert.“