Handball TB Wülfrath fegt St. Tönis vom Gipfel

Wülfrath · Der Drittliga-Absteiger bestimmt bereits in der ersten Halbzeit die Regionalliga-Partie, lässt aber zu viele Chancen ungenutzt. In der engen Schlussphase beweist das ambitionierte Faßbender-Team jedoch Nervenstärke.

 Friederike Büngeler setzte am Anfang und in der Schlussphase wesentliche Akzente.

Friederike Büngeler setzte am Anfang und in der Schlussphase wesentliche Akzente.

Foto: Blazy, Achim (abz)

Die Handballerinnen des TB Wülfrath ließen den Worten auch Taten folgen, gewannen bei der Turnerschaft St. Tönis mit 29:27 (17:14) und stürzten durch den Sieg den Spitzenreiter vom Regionalliga-Gipfel. Lars Faßbender war einerseits stolz, andererseits stellte der TBW-Trainer fest: „Wir haben gewonnen, aber es gab auch ein paar Haare in der Suppe.“ Dazu zählte er die Anfangsphase der Begegnung, in der die Gäste zwar schnell in Führung gingen, es aber verpassten, den Vorsprung deutlich auszubauen. Die Möglichkeit bestand, aber die Wülfrather ließen gleich sieben klare Chancen liegen. Auch ein Grund, weshalb die Begegnung letztlich bis zum Schlusspfiff eng blieb.

Friederike Büngeler markierte die 1:0-Führung, wenig später glichen die Gastgeberinnen jedoch aus und übernahmen durch einen Siebenmeter mit 2:1 (3.) das Kommando. Es blieb die letzte Führung von St. Tönis, das fortan einem Rückstand hinterher rannte. Da half auch die ungewöhnliche Maßnahme, alle drei Rückraumspielerinnen des TBW in enge Deckung zu nehmen, nicht weiter. Büngeler, aber auch Kristin Meyer und Melina Otto setzten sich immer wieder durch und kamen zu vielen Abschlüssen. Allein die Quote stimmte nicht. „Wir hätten den Gegner für seine offensive Deckung bestrafen können, aber wir waren zu inkonsequent und haben nicht weiter über Tempo gespielt, sondern immer wieder einen Gang zurück geschaltet“, analysierte Lars Faßbender. Der Trainer ergänzte: „Dadurch haben wir auch nicht die notwendige Sicherheit bekommen.“ Gleichwohl setzte sich seine Mannschaft auf 10:7 (17.) ab und behauptete den Drei-Tore-Vorsprung auch zur Pause.

Nach dem Wiederanpfiff erhöhte Lena Feldstedt auf 18:14 (33.), doch die Gastgeberinnen steckten nicht auf, sondern arbeiteten sich wieder auf 20:22 (47.) heran. Die TBW-Handballerinnen konterten zum 26:22 (54.), schienen damit vorzeitig auf die Siegerstraße einzubiegen. Dann aber nahm Tönis-Trainerin Miriam Heinicke eine Auszeit. Innerhalb von zwei Minuten fand die Turnerschaft wieder Anschluss, traf zum 25:27 und erzielte wenig später das 26:28 (57.). Es folgte eine turbulente Schlussphase. Zunächst verwarf Jule Kürten einen Siebenmeter. Dann handelte sich Paula Stausberg eine Zwei-Minuten-Strafe ein. St. Tönis nahm erneut eine Auszeit. Kurz danach verkürzte Lena Schleupen in Überzahl auf 27:28 – 47 Sekunden waren da noch zu absolvieren. In seiner letzten Auszeit 24 Sekunden vor dem Ende schwor Lars Faßbender seine Mannschaft auf den finalen Spielzug ein. Mit Erfolg, denn Kirsten Buiting schloss die taktische Variante mit dem Treffer zur 29:27-Führung ab. „Das war unser bester Angriff im ganzen Spiel“, freute sich Faßbender. In den verbliebenen acht Sekunden brachte sein Team den Sieg über die Zeit.

„Über weite Strecken hat uns die Zielstrebigkeit gefehlt – wir hätten höher gewinnen können“, monierte Faßbender später, stellte in seinem Fazit aber auch fest: „Das Ergebnis ist in Ordnung.“ Neuer Tabellenführer ist nun aufgrund des besseren Torverhältnisses Fortuna Düsseldorf, gefolgt von drei punktgleichen Mannschaften, darunter der TBW. „Spielerisch müssen wir noch zulegen – das können wir aber auch“, wagte Faßbender schon einmal einen Blick in die Zukunft. Die hält am Samstag (17.45 Uhr) das Heimspiel gegen den Tabellensiebten SV Straelen II parat.

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