TB Wülfrath erkämpft in der Handball-Regionalliga den Platz an der Sonne

Handball : TBW erkämpft den Platz an der Sonne

ANALYSE Die Handballerinnen des TB Wülfrath überstehen ohne Punktverlust die englische Woche in der Regionalliga, die Folge der langen Sperrung der Fliethe-Halle ist. Jetzt will die Mannschaft von Michael Cisik auch über Weihnachten auf dem Gipfel stehen.

Die ungewohnte englische Woche in der Regionalliga war für die Handballerinnen des TB Wülfrath ein Erfolg auf ganzer Linie. Die Basis legten sie mit dem 27:23-Sieg über den TuS TD Lank, der Ex-Mannschaft ihres neuen Trainers Michael Cisik. Eine Partie, die auch deshalb von Emotionen begleitet war. Zugleich aber auch Spannung bot, immerhin empfingen die Wülfratherinnen in ihrem ersten Heimspiel dieser Saison den Spitzenreiter in der Fliethe-Halle.

Gleichwohl brachte der Sieg über Lank noch keine Wachablösung an der Tabellenspitze. Die erfolgte erst unter der Woche im nächsten Auftritt des TBW vor heimischem Publikum. Im Nachholspiel gegen den TSV Bonn setzten sich das Team am Ende mit 25:23 (16:19) durch. Allerdings spiegelt das knappe Ergebnis den Spielverlauf nicht wirklich wider. „Wir haben gegen Bonn 52 Minuten lang ziemlich souverän geführt, lagen zwischenzeitlich sogar mit acht Toren vorne“, berichtet Michael Cisik. Nach dem 25:17 (53.) kam jedoch Sand ins Getriebe. „Ich habe in den letzten sieben Minuten heftig gewechselt, weil noch einmal alle zum Einsatz kommen sollten“, erläutert Cisik. Letztlich brachte sich sein Team dann selbst in die Bredouille. Viermal leisteten sich die TBW-Handballerinnen frei vor dem Tor individuelle Fehler, die Bonn zu Tempogenstößen und einer Aufholjagd nutzt. „Dadurch wurde die Mannschaft nervös – das war vollkommen überflüssig“, konstatiert Cisik. „Unter normalen Umständen hätten wir mit fünf bis sechs Toren gewonnen“, attestiert der Coach seinem Team eine starke, konzentrierte Leistung und erklärt: „Ich war sehr zufrieden.“ Zumal der TBW mit dem Sieg den Regionalliga-Gipfel eroberte.

Wesentlich umkämpfter war dagegen die Partie bei der Tschft. St. Tönis. „Eine hervorragende, sehr erfahrene Mannschaft, die uns vorher mehrmals auf Video gesehen hat und gut auf uns eingestellt war“, sagt Cisik. Gleichwohl ging seine Mannschaft durch einen Treffer von Jule Kürten mit 1:0 in Führung und baute die auf 7:4 (14.) und 9:6 (16.) aus. „Wir haben es aber verpasst, konzentriert weiterzuspielen und das Ganze zuzumachen“, kritisiert der TBW-Trainer. Statt dessen blieben die Gastgeberinnen im Spiel, arbeiteten sich wieder bis auf 8:9 (18.) heran, glichen eine Minute später zum 9:9 aus und lagen kurz danach mit 12:9 (23.) vorne. Fortan wogte das Geschehen hin und her – zur Pause hatten die Wülfratherinnen wieder mit 14:13 die Nase vorn.

Auch in der zweiten Halbzeit setzten sich die Gäste zunächst auf 17:14 (33.) ab, vermochten den Drei-Tore-Vorsprung aber nicht entscheidend auszubauen. St. Tönis egalisierte zum 18:8 (45.) – und von da an nahm die Spannung zu. Auch die 22:20-Führung durch Luisa Kieckbusch gut fünf Minuten vor dem Ende brachte den TBW-Handballerinnen keine Sicherheit. 30 Sekunden vor dem Abpfiff verwandelte Kieckbusch einen Siebenmeter zum 23:22, 18 Sekunden danach glich Lena Schleupen trotz starker Bedrängnis für St. Tönis aus. Michael Cisik nahm noch einmal eine Auszeit, schwor sein Team darauf ein, wenigstens einen Punkt mitzunehmen. Letztliche reichte es sogar zum Sieg, da Kieckbusch drei Sekunden vor dem Schlusspfiff nervenstark von linksaußen zum 24:23 traf.

„Es war ein glücklicher Sieg, aber er war insgesamt verdient“, sagt Michael Cisik und bilanziert: „Wir haben die drei Spiele in einer Woche gut verkraftet.“ Einzig Kristin Meyer (Schlag ins Gesicht) und Torfrau Lisa Klanz (Ball ins Gesicht) mussten am Montagabend mit dem Training aussetzen. Da lag der Fokus bereits auf den beiden letzten Begegnungen vor Weihnachten. Am Samstag treten die TBW-Handballerinnen beim Tabellenachten HC Weiden an. „Eine starke Mannschaft“, warnt Trainer Cisik. Und am Donnerstag, 19. Dezember, steht um 20.30 Uhr noch das Heimspiel gegen die SG Überruhr auf dem Spielplan. „Jetzt wollen wir diese beiden Aufgaben auch noch gut bewältigt bekommen“, unterstreicht Cisik. Denn der Anspruch lautet: „Wir wollen oben mitspielen.“