Fußball : SV Nord im Umbruch

Die Fluktuation nach dem Abstieg aus der Fußball-Niederrheinliga ist groß. Jetzt wollen sich die Hildener wieder in der Landesliga etablieren. Allerdings muss sich die neue Mannschaft erst als Einheit finden.

Hilden Nach dem Abstieg aus der Fußball-Niederrheinliga kommt der Umbruch beim SV Nord nicht unerwartet. Denn das Gros jener Mannschaft, die 2011 den Aufstieg schaffte, suchte sich jetzt einen neuen Verein. Vor allem der Aderlass im Angriff wiegt schwer, denn nach Matthias Castens (Familie) und Alfred Ziegler (SCB Neandertal) meldete sich jetzt auch noch Abdoulaye Kourouma ab, der beim Oberligisten Ratingen 04/19 sein Glück versucht. "Wir haben alle mit Rang und Namen verloren – uns fehlt ein richtiger Stoß-Stürmer", stellt Thomas Knüfermann fest. Und der Trainer hofft auf Nachbesserung: "Mal sehen, was noch möglich ist."

Immerhin gelang es den Norder Verantwortlichen, die nicht minder dringliche Torhüterfrage zu klären. Mit Sebastian Herweg wechselte die bewährte Stammkraft zum Oberligisten 1. FC Wülfrath. Und dann meldete sich auch noch Ersatzkeeper Dennis Hill ab. "Wir können ihm nicht garantieren, dass er die neue Nummer eins wird", erklärte Wolfgang Becker auf der Zielgeraden der letzten Saison. Daher zog Hill die Konsequenzen und kehrte Ende Juni zum SV Schlebusch zurück, wo er die Nachfolge von David Gsella antreten soll, der seine Karriere beendete und fortan beim Landesligisten als Torwarttrainer fungiert. In Hilden soll es nun Klaus Rubröder, der zuletzt beim A-Kreisligisten TSV Aufderhöhe aktiv war, zwischen den Pfosten richten.

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Auch die Position des Co-Trainers ist derzeit vakant. "Marcus Mlitzke konnte nicht soviel Zeit aufbringen, wie ich es mir vorstellte", erläutert Thomas Knüfermann die überraschende Trennung von seinem bisherigen Kollegen. Ein neuer Mann fand sich bislang nicht. "Das ist auch eine Frage der Persönlichkeit. Die Chemie muss stimmen, das Finanzielle ebenfalls und ich muss mich auf ihn verlassen können. Er muss die gleiche Philosophie herüberbringen", betont der 43-Jährige und präsentiert eine Zwischenlösung: "Marcel Donath wird in der Vorbereitung einige Aufgaben übernehmen."

Die Fluktuation im Hildener Team ist groß, doch zumindest einige wichtige Stammkräfte blieben. Wie die Norder Eigengewächse Stefan Schaumburg und Dominik Donath sowie Abwehrchef Sven Köppen. Dazu kommen Christian Petry, Christian Köppen, Jan Wester, Pascal Kostkowski und Christopher Eckerth, die sich in der vergangenen Spielzeit ebenfalls bewährten. Mit 21 Kickern ist der Kader dennoch gut gefüllt. "Die Quantität stimmt. Jetzt müssen wir auch noch die Qualität reinbringen", weiß Knüfermann. "Dem einen oder anderen fehlt vielleicht noch die Erfahrung, aber die kann man sich erarbeiten", betont er mit Blick auf die Neuzugänge Fatih Gelcer, Deniz Denizci, Andre Vink, Hatem Aouni (alle Wersten 04), Christopher Nötza (VfB Solingen), Thomas Kostakis (SC Düsseldorf-West) und Nico Kelm (TuRU Düsseldorf II).

Am Sonntag starteten die Hildener auf der Anlage an der Furtwänglerstraße in die Vorbereitung. Seit Montag stehen abendliche Laufrunden zum Unterbacher See auf dem Programm. Erst am Freitag soll dann der Ball wieder ins Spiel kommen. Denn am Sonntag ist der erste Test geplant. Um 15 Uhr treten die Hildener beim Bezirksligisten Düsseldorfer SC 99 an. Der erste Eindruck war für Thomas Knüfermann wichtig: "Man hat gesehen, wer was getan hat und wer nicht." Sein Fokus liegt nun vor allem auf der Homogenität der Truppe. "Wichtig ist, dass die Jungs sich untereinander verstehen und als Team zusammenwachsen." Kein einfaches Unterfangen, zumal zum Beginn der Meisterschaft mit dem TSV Eller 04, dem Lokalrivalen VfB Hilden, VfB Uerdingen und TuRU Düsseldorf II gleich ganz dicke Brocken warten.

(RP)