Fußball: Starker VfB-Auftritt bleibt ohne Lohn

Fußball: Starker VfB-Auftritt bleibt ohne Lohn

Die Hildener Fußballer liefern auch gegen den Oberliga-Dritten SpVg. Schonnebeck eine engagierte Leistung, kassieren aber kurz vor dem Abpfiff trotz Überzahl noch das 1:2 durch einen Elfmeter.

In den letzten zehn Minuten der Oberliga-Begegnung in Hilden erlebte Dirk Tönnies ein Wechselbad der Gefühle. Erst musste der Trainer der SpVg. Schonnebeck die gelb-rote Karte für Timo Patelschick nach einem Foul an Dominik Donath verkraften - die Entscheidung von Schiedsrichter Dustin Sikorski hatte sogar eine Essener Rudelbildung auf dem Kunstrasen an der Hoffeldstraße zur Folge. Sein Assistent Sascha Radusch hörte sich derweil die wütenden, nicht immer wohlfeil formulierten Ausführungen von Tönnies an. Beides blieb letztlich ohne Konsequenzen. Für die Fußballer des VfB 03 war die aus dem Platzverweis resultierende Überzahl letztlich jedoch Gift. Das lag zum einen an den Gästen, die mit Wut im Bauch das Heil in der Offensive suchten und die Hildener in die Defensive drängten. Die Konsequenz: Als Justin Härtel versuchte, im Strafraum Marius Müller vom Ball zu trennen, entschied der Unparteiische auf Foulspiel und Elfmeter. Vehemente Proteste der Gastgeber blieben aber aus. Die Chance zum 2:1-Siegtreffer ließ sich Georgios Ketsatis natürlich nicht entgehen. Entschlossen versetzte der Schonnebecker VfB-Torhüter Marvin Obermeier - vier Minuten waren da regulär noch zu spielen. Weil der Referee zudem trotz diverser Unterbrechungen nur 40 Sekunden nachspielen ließ, sanken die Chancen der Hildener, die noch den kopfball- und schussstarken Sascha Dum einwechselten, auf ein Minimum, vielleicht noch einmal zurückzuschlagen.

Nach dem Abpfiff schwankte Michael Kulm zwischen Enttäuschung und Stolz. "Die Mannschaft hat sich absolut würdig verkauft und ein gutes Spiel geliefert", stellte der Teammanager des VfB 03 fest. Und betonte: "Wir hatten einen Punkt verdient." Die Hildener trotzten engagiert den personellen Problemen, blieben aber letztlich ohne Lohn. "Es tut mir leid für die Mannschaft, die von Anfang an alles gegeben hat", sagte Marcel Bastians. Der Coach schob aber gleich hinter: "Es geht weiter - wir werden das Team wieder aufrichten." Lob kam jedoch auch vom Gegner. "Es war uns bewusst, dass in Hilden die Trauben hoch hängen", erklärte Dirk Tönnies. Der Trainer hob vor allem die Zweikampfstärke des VfB 03 hervor.

In der spannenden Oberliga-Partie vermochten beide Mannschaften in der ersten Halbzeit vor dem gegnerischen Tor nur wenige Akzente zu setzen. Die beste Hildener Chance hatte Pascal Weber auf dem Fuß, der sich aber nach einem langen Pass von Stefan Schaumburg im Strafraum trotz guter Position nicht gegen Georgios Ketsatis durchsetzen konnte (40.).

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Drei Minuten nach dem Wiederanpfiff gingen die Schonnebecker in Führung. Kevin Barra war vor dem Hildener Tor nicht zu bremsen und beförderte den Ball mit dem Außenrist zum 1:0 ins linke untere Eck. Ein Rückschlag, der die Platzherren aber nicht wirklich entmutigte. Vielmehr behielt das Bastians-Team die Ruhe - und Denis Ivosevic demonstrierte seine Schuss- und Willensstärke. Schon eine Minute zuvor hatte der Mittelfeldakteur vergeblich die Kugel gefordert. Als er sie endlich bekam, zog er entschlossen aus 20 Metern ab - der Flatterball senkte sich unhaltbar zum 1:1 (61.) ins Essener Netz. In der Folge lieferten sich beide Mannschaften einen verbissenen Kampf, der letztlich die Spielkunst erstickte. Und dann hatte der Oberliga-Dritte Schonnebeck das glücklichere Ende für sich.

Für die Hildener war die Niederlage in der Tabelle aber ohne Folgen, denn bis auf den FSV Vohwinkel, der ein 1:1-Remis gegen den VfB Speldorf feiert, blieben die direkten Konkurrenten im Kampf um den Klassenerhalt ebenfalls ohne Punktgewinn. Und nach acht Zählern aus den letzten fünf Begegnungen kann das Bastians-Team durchaus zuversichtlich nach vorne blicken - auch wenn es am Sonntag beim Fünften VfB Homberg antritt.

(RP)
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