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Fußball: Stadt Mettmann mag keine Lautsprecher

Fußball : Stadt Mettmann mag keine Lautsprecher

Der Stadionsprecher des Fußball-Klubs ASV Mettmann hat seit letzter Saison Sendepause. Die Verantwortlichen der Stadt haben auf der Sportanlage Auf dem Pfennig Durchsagen per Mikro verboten. Auch Jugend-Teams sind betroffen.

Am 1. Juli beginnt Fußball-Bezirksligist ASV Mettmann mit der Vorbereitung auf die kommende Saison. "Ich gehe davon aus, dass wir mit einem 19-köpfigen-Kader in die neue Spielzeit gehen", erklärte Maik Franke. Der ASV-Coach ist weiterhin auf der Suche nach einem Co-Trainer. "Leider hat ein Kandidat, den ich gern gehabt hätte, abgesagt. Er wird in Zukunft bei einem Oberligisten in dieser Funktion arbeiten." In den nächsten Tagen hat Franke ein Gespräch mit einem weiteren Interessenten. "Ich hoffe, dass ich dann Vollzug melden kann", sagt er.

Einen neuen Coach meldet der ASV für die zweite Mannschaft, die nach dem freiwilligen Rückzug aus der Kreisliga A in der kommenden Saison in der Kreisliga B Wuppertal einen Neuanfang startet. Bilal Büyükdemir (44), in der niederbergischen Fußballszene früher als gefährlicher Torjäger bekannt und zuvor unter anderem für Türkgücü Velbert und Mettmann-Sport als Trainer tätig, setzt bei seinem Kader vor allem auf acht talentierte ehemalige A-Junioren des ASV Mettmann. Als Co-Trainer wird mit Rüdiger Preuß, der diesen Job beim ASV schon innehatte und daher das Umfeld des Vereins gut kennt, ein erfahrenen Fußballer Chefcoach Büyükdemir zur Seite stehen. Für den ASV Mettmann ist es sicherlich von Vorteil, dass das Bezirksliga-Team mit der zweiten Mannschaft in Zukunft wieder über einen Unterbau verfügt.

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Einen neuen Trainer hat auch die in der Bezirksliga spielende Frauen-Mannschaft des ASV. Der bisher in der Jugendarbeit des Fußball-Oberligisten Ratingen 04/19 tätige Christoph Nell, der früher unter anderem den A-Kreisligisten TuS Homberg trainierte, hofft, mit seiner neuen Aufgabe auch im Mettmanner Frauen-Fußball etwas bewegen zu können.

Hingegen freut sich Jugendleiter Ralf Armes, dass der ASV Mettmann am Samstag, 30. Juni, am Sportzentrum Auf dem Pfennig zwei Jugendturniere ausrichtet. "Wir haben jeweils acht Teams bei den E-Junioren und bei den D-Junioren am Start. Es sind interessante Mannschaften dabei, so dass sich die Freunde des Jugendfußballs auf einen schönen Turniertag freuen dürfen", sagt der engagierte Jugend-Chef, der bei den Begegnungen der Senioren-Teams auch als Stadionsprecher fungiert. In dieser Funktion hatte er leider in den letzten Monaten Funkstille, da die Stadt Mettmann keine Lautsprecherdurchsagen am Sportzentrum erlaubt. "Das ist jetzt auch ein Problem für den Turniertag. Wie soll ich es mit meinem Organisations-Team hinbekommen, mit insgesamt 16 Mannschaften, die am Turnier teilnehmen, auf zwei Kunstrasenplätzen einen ordnungsgemäßen Spielbetrieb hinzubekommen?", erklärt er.

Ralf Armes spricht ein allgemeines Problem für die neue Sportanlage an. Denn es war schon merkwürdig, dass in der vergangenen Saison die Partien des damaligen Landesligisten ohne Mikro-Durchsage durchgeführt werden mussten. Vor allem die auswärtigen Teams und Zuschauer schüttelten nur den Kopf und fühlten sich wie in der tiefsten Fußball-Provinz. Für die selbst ernannte Sportstadt Mettmann ist das Stadiondurchsageverbot am Sportzentrum Auf dem Pfennig ein Armutszeugnis. Zumal die Anlage auf einem Gebiet in Metzkausen liegt, in dem weit und breit, außer ein paar alten Bauernhöfen, keine Wohnbebauung ist. Hier sind Rat und Verwaltung gefragt, um für die Mettmanner Fußballer eine Regelung zu schaffen, die einer zeitgemäßen Sportveranstaltung zugutekommt. Derzeit sind das keine Bedingungen, die für den Sport zukunftsweisend sind - und sie werden von auswärtigen Vereinen und den Mettmanner Fans nur mit einem mitleidigen Lächeln registriert.

(klm)