"Stadt behindert leistungsbezogenen Handball“

Handball : „Stadt behindert leistungsbezogenen Handball“

Der Vorsitzende der DJK Unitas Haan findet klare Worte zur Sperrung der Halle an der Adlerstraße und zur aktuellen Situation.

Handball in Haan beschäftigt am Dienstag, 10. Dezember, den Rat der Stadt Haan auf seiner letzten Sitzung vor Weihnachten. Das Thema Haftmittelnutzung steht wieder einmal auf der Tagesordnung. Aktuell ist Haftmittelnutzung in der Halle an der Adlerstraße verboten. Auslöser waren Bodenschäden in der Turnhalle. Wolfgang Goeken, Vorsitzender der DJK Unitas Haan, äußert sich zu den Vorwürfen an die Handballvereine, die sich zu Unrecht an den Pranger gestellt sehen.

In der Vorbereitung beeinträchtigte die Sperrung der Halle an der Adlerstraße die Vorbereitung auf die neue Saison, jetzt sorgte die kurzfristige Sperrung für einen Wettbewerbsnachteil der Oberliga-Mannschaft in der Meisterschaft. Wie beurteilen Sie die Lage?

Wolfgang Goeken Für die Mannschaft ist die Lage nicht befriedigend. Sie kann momentan nicht richtig trainieren, weil kein Haftmittel erlaubt ist. Wenn es dabei bleibt, ist das nicht gut für den weiteren Verlauf der Saison. Wenn wir eine Entscheidung des Rates haben, können wir schauen, wie es mit der Unitas weitergeht. Wenn die Frauenmannschaft der HSG Adler, die in der Nordrheinliga spielt und ein Zusammenschluss von Haaner TV und Unitas ist, nicht weiter Haftmittel nutzen kann – was ab der Saison 2020/2021 Pflicht wird in der Nordrheinliga und gleichzeitig auch die A-Mädchen des Haaner TV betrifft – wird das gegebenenfalls dazu führen, das diese beiden Mannschaften vom Betrieb abgemeldet werden müssen. Auch für das Herren-Team in der Oberliga gibt es dann Veränderungen. Letztlich hängt sehr viel davon ab, wie der Rat entscheidet.

Gerade das Oberliga-Team der Unitas klagt über zu wenig Training mit Haftmittelnutzung – ist das leistungsmindernd?

Goeken Als Vorsitzender glaube ich schon, dass das leistungsmindernd ist, die Trainer können das aber noch besser erläutern, da sie wesentlich näher am Team sind. Letzte Saison, als die Mannschaft Richtung Vizemeisterschaft marschierte, gab es einen zweiten Trainingstag mit Haftmittelnutzung, nun ist es wieder verboten. Einmal mit Haftmittel und dann wieder ohne: Rein in die Bütt, raus aus der Bütt. Natürlich geht das aufs Gemüt der Mannschaft.

Jetzt hat die Stadt Bodenschäden in der Halle reparieren lassen, zugleich kochte aber überraschend auch das Thema Haftmittel wieder hoch. Wo liegen die Ursachen?

Goeken Das ist es, was das Ganze schwierig macht. Es gab Schäden am Boden, die repariert werden mussten. Zugleich hängt aber immer das Thema Haftmittel mit drin und ist der Aufhänger – und die Schuld für die Schäden haben dann die Vereine. Dass es Löcher im Boden gibt und der Boden an einigen Stellen hochkommt ist eine andere Problematik als die der Haftmittelnutzung. Im Sommer war die Halle bereits sechseinhalb Wochen gesperrt, um den Boden mit Kleber zu reparieren. Am Tag der offenen Tür des Gymnasiums gab es jetzt unter anderem Bogenschießen in der Halle – das tut dem Boden sicher auch nicht gut. Zudem findet Kugelstoßen während der Sportstunde in der Schule statt.

Zuletzt schien die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Stadt Haan auf einem guten Weg, jetzt aber steht das Thema Haftmittelnutzung wieder auf der Agenda der Ratssitzung. Was erwarten Sie?

Goeken Im Moment spielen Verwaltung und Rat einen Ping-Pong-Ball – und die Vereine HTV, HSG Adler und die Unitas hängen dazwischen. Ich möchte auch, dass der Schulsport ordnungsgemäß stattfinden kann und will nicht der Verhinderer sein. Wir hatten jetzt nach den Sommerferien eine Zeitlang Ruhe. Eine Fachfirma hat alles gereinigt und die Schüler fanden die Halle sauberer vor als nach der Unterhaltsreinigung der Stadt. Jetzt kocht das Thema auf einmal wieder hoch. Wir haben die Halle an dem Wochenende, das der Sperrung vorausging, ordentlich hinterlassen, Kabinen Umkleidetrakt und Handläufe noch einmal überprüft. Wir sind der Auffassung, dass die Unterhaltsreinigung der Stadt nicht oder nicht ausreichend so stattgefunden hat, wie sie sollte. Aktuell behindert die Stadt leistungsbezogenen Handball in Haan.

Wie wichtig ist es, dass das Oberliga-Team im letzten Heimspiel des Jahres am 14. Dezember wieder Haftmittel nutzen kann?

Goeken Es ist auf jeden Fall wichtig. Es hat sich ja beim Spiel in Aufderhöhe gezeigt, was die Mannschaft leisten kann. Ohne Haftmittel spielen – da wissen wir schon, wo die Bälle dann wieder hin fliegen. Natürlich verstehe ich die Sportlehrer, Eltern und Schulleiterin Friederike von Wiser, aber es werden hier einfach Dinge vermischt. Wir wünschen uns, dass der Rat auch den leistungsbezogenen Handball in Haan im Auge behält.