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SpVg. Hilden 05/06 tritt mit breiter Brust an

Hilden : SpVg. Hilden 05/06 tritt mit breiter Brust an

Die erste Mannschaft der Süder will in dieser Spielzeit mit Trainer Andreas Kober die Rückkehr in die Fußball-Kreisliga A schaffen.

Aktuell ist es eine (positive) Momentaufnahme: Die SpVg. Hilden 05/06 nimmt in der Fußball-Kreisliga B Düsseldorf, Gruppe 2, mit drei Zählern Rückstand auf den Nachbarn SV Hilden-Nord den zweiten Tabellenplatz ein. Diese Zwischenbilanz – 28 Zähler und 64:18 Tore – geht nach elf Spieltagen in Ordnung. Zufrieden geben wollen sich die Süder damit allerdings nicht. Alle Planungen sind auf den direkten Kreisliga A-Aufstieg ausgerichtet. Und den verspricht zunächst einmal nur Rang eins, weil am Saisonende auf den Zweitplatzierten, je nach der Abstiegssituation in Bezirksliga und Kreisliga A, wohl die Relegation wartet.

Holger Reinders redet in Sachen Saisonziel nicht um den heißen Brei herum: „Schon vor dem Punktspielstart waren wir uns darüber im Klaren, dass wir wieder zurück in die Kreisliga A wollen. Wir haben einen hochkarätig besetzten Kader und mit Andreas Kober, der seit November 2019 für uns arbeitet, einen hervorragenden Trainer, der optimal zu uns passt, die nötige Autorität ausstrahlt, aber auch die Nähe zu den Spielern findet. Durch sein positives Auftreten, gepaart mit dem sportlichen Erfolg, hat er auch im Umfeld die richtige Akzeptanz.“ Der „Präses“ der SpVg. 05/06, seit September 2016 im Amt, stellt zudem die gute Zusammenarbeit im Vorstandsteam heraus. Dem Gremium gehören Rolf Haukamp (2. Vorsitzender), Annika Weidinger (Geschäftsführerin), Dirk Schulten (Beiratsvorsitzender), Jugendleiter Maik Beiler und dessen Stellvertreter Patrick Nöcker an – die zwei Letztgenannten zählen mit Torwartcoach Philipp Weymann zu Kobers Trainerteam.

SpVg.-Vorsitzender Holger Reinders freut sich über den sportlichen Aufschwung am Weidenweg. RP-Foto: Köhlen Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Für den 1. Vorsitzenden spielt auch die Zweite, die in der Parallelgruppe antritt und mit einer gesunden Mischung aus Nachwuchsleuten und Routiniers als Unterbau für die Erste dient, eine wesentliche Rolle. Das vom langjährigen 1. Mannschaft-Spieler Alex Ped (44) trainierte Team ist Aufsteiger und belegt einen achtbaren sechsten Rang – der Ligaerhalt gilt als Nahziel. Das wiederum würde den Ansprüchen von Andreas Kober und seinen Schützlingen nicht genügen. Nach dann zwei Jahren wollen die Süder im kommenden Juni endlich raus aus der B-Klasse. Schließlich ist es noch gar nicht so lange her, dass der Klub in der Bezirksliga auflief. So beim Kurz-Gastspiel in 2008/2009 und anschließend von 2011 bis 2016 sogar fünf Saisons lang in Serie.

Derzeit bewegen sich die sportlichen Zukunftsplanungen in einem gleichermaßen überschaubaren wie realistischen Rahmen. Kober blickt ein wenig voraus: „Die Spieler, wir als Trainerteam und der Vorstand wollen gemeinsam etwas Nachhaltiges aufbauen. Wir haben hier ein richtig gutes Umfeld, die nötige Unterstützung des Vorstands, können ruhig arbeiten und haben für Kreisliga B-Verhältnisse einen sehr gut aufgestellten Kader. Das alles ist zwar keine Garantie für einen Höhenflug, da im Verlauf einer Saison auch Unvorhersehbares passieren kann, bietet aber eine solide Basis für unser Projekt.“ Der 35-jährige Coach, zuletzt bei DSC 99 und Benrath-Hassels tätig, verfügt bereits über Aufstiegserfahrung, schaffte mit der SG Benrath-Hassels 2017 den Sprung in die Bezirksliga.

Hildens Trainer Andreas Kober hat mit seiner Mannschaft das Ziel Aufstieg in die Kreisliga A fest im Blick. RP-Foto: Köhlen Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Auch im 05/06-Kader stehen zahlreiche Jungs, die schon höherklassig gekickt haben und durch den guten Kontakt zum Übungsleiter in den Hildener Süden gelotst werden konnten. Taoufik Baouch, vom Landesligisten Schwarz-Weiß 06 Düsseldorf gekommen, zählt nicht direkt dazu. Der 30-jährige Offensivmann kennt sich aber in Fußball-Hilden aus, trug das Trikot des AC Italia und absolvierte beim VfB 03 zwischen 2013 und 2015 immerhin 16 Einsätze im Oberligateam.

Ehemalige Weggefährten des Trainers sind indes Sascha Hofrath (27 – Sparta Bilk, Benrath-Hassels), Kingsley Onomah Annointing (24 – Benrath-Hassels), Bastian Adoma (21 – zuletzt DSC 99, davor B-Junioren-Bundesliga bei Fortuna Düsseldorf und Landesliga beim FSV Vohwinkel), Patrick Trautner (Wersten 04) und der jedoch nicht regelmäßig zur Verfügung stehende Torhüter Oliver Schilbock (38 – TSV Urdenbach).

Dazu kommen die „Rückkehrer“ Torben Tiedemann (19), zuletzt für ein Jahr beim Bezirksligisten Kalkum-Wittlaer aktiv, Sebastian Tiburtius (32 – HSV Langenfeld) und Thomas Angenendt (33). Der Schlussmann stand bereits für die 05/06er und den VfB 03 Hilden II im Bezirksligator und will nach einer schöpferischen Pause wieder voll mitziehen.

Zu den Leistungsträgern zählen außerdem Eigengewächs Florian Müller (24), der als gelernter Mittelfeldspieler seit Wochen in der Abwehrzentrale überzeugt, und Angreifer Andre Ogon (30), der früher für Berghausen, Reusrath und TSV Solingen unterwegs war. Nicht zu vergessen Kapitän Felix Eisenbart. Der 34-Jährige lief unter anderem für den SV Hilden Nord in der Landesliga (2013/2014), später für den Bezirksligisten HSV Langenfeld auf und heuerte im Sommer 2019 wieder bei seinem Stammverein an.

Aber nicht nur die höherklassig erprobten Cracks haben ihren Stellenwert in Kobers Überlegungen. „Mit dem gerade aus der A-Jugend aufgerückten Abwehrspieler Till Jeuck, dem von den A-Junioren des FC Monheim zu uns gewechselten Eric Hellwig oder Hakan Coban von Türkspor Hilden haben drei Jungs den Sprung in die Startelf geschafft, die wir anfangs kaum auf der Rechnung hatten. Von daher sind die Stammplätze umkämpft, was dem Leistungsgedanken nur förderlich ist“, betont der Coach. Anderseits: Sogenannte gesetzte Spieler gibt es auch. Wie das bis dato 43 Mal ins Schwarze treffende Trio Onomah Annointing (18 Tore), Adoma (14) und Baouch (11).

Auf die starke Offensive, die indes die einzige Niederlage, das 2:3 am sechsten Spieltag beim SV Hilden-Nord auch nicht verhindern konnte, ist demnach Verlass. Dazu gesellen sich eine gehobene fußballerische Qualität, die Erfahrung, über die viele Spieler verfügen sowie der ausgeprägte Zusammenhalt innerhalb der Truppe. „Alles Faktoren, die im weiteren Saisonverlauf, vor allen Dingen in den sogenannten engen Begegnungen, entscheidend sein können“, macht Kober deutlich.

Während der Zwangspause versucht der Trainer, seinen Kader mit den vor dem „Lockdown“ ausgegebenen Trainingsplänen bei Laune zu halten: „Die Jungs sollen die über eine App kontrollierten Laufeinheiten in Eigenverantwortung absolvieren – mindesten zwei pro Woche. Ob es im Dezember wirklich weitergeht, ist eher Spekulation. Daran zu glauben, fällt angesichts der aktuellen Fallzahlen schwer.“ In Klassenprimus SV Nord, MSV Düsseldorf II und GSC Hellas Düsseldorf sieht der Coach, Stand heute, die ärgsten Rivalen im Aufstiegskampf.