SpVg. Hilden 05/06 hat vorerst keine Heimspiele

Fußball: Kunstrasen hat Risse – Süder müssen wandern

Die Fußballer der SpVg. Hilden 05/06 stehen erst einmal ohne Heimstätte da, denn die Stadt sperrte den Sportplatz am Weidenweg.

Vor fünf Wochen war für die Mitglieder der SpVg. Hilden 05/06 die Welt noch in Ordung. Auf dem Kunstrasen am Weidenweg wimmelt es am Samstag, 7. Juli, nur so von Kindern, denn der Klub führte die sechste Auflage des Kita-Cups durch. Der steigt alle zwei Jahre parallel zur Fußball-Weltmeisterschaft. Diesmal sind 16 der 24 Kitas in Hilden mit von der Partie. Und auch das DFB-Mobil ist mit zwei Betreuern vor Ort. „Mir macht das Turnier besonders viel Spaß, weil ich hier mit meinen Freunden spielen kann“, erzählt Max, Torjäger im Team von St. Marien, begeistert. Das Motto des Kita-Cups heißt „Hilden bewegt Kinder“. Das Ziel: Spaß am sportlichen Tun zu vermitteln. Ein Anliegen, das den Verantwortlichen des Vereins, allen voran Holger Meinhold, eine Herzensangelegenheit ist. „Wir haben durch dieses Turnier auch einige neue Spieler gewinnen können“, sagt der Jugendleiter der SpVg. 05/06.

Vier Tage später war es mit dem Spaß am Fußball vorbei. Denn der Verein informierte die Stadt über zunehmende Risse und Schäden am Kunstrasen – seither ist der Platz für den Trainings- und Spielbetrieb gesperrt. „Bei allen Sportplätzen ist der Bereich am Elfmeterraum der am höchsten belastete – dort ist es am schnellsten abgenutzt“, stellt Harald Mittmann, Leiter des Tiefbau- und Grünflächenamtes, fest. In diesem Bereich sollen jetzt neue Kunstrasenelemente verlegt werden. Eine Reparatur sei sinnvoll, um bis zu einer möglichen Erneuerung des Kunstrasens den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten.

Ein Kunstrasen halte rund zehn bis 15 Jahre, erläutert Mittmann. Für eine Erneuerung gebe es aber keine festgelegten Termine. „Man schaut, wie die Entwicklung des Platzes ist, um zielgerichtet reagieren zu können“, erklärt Mittmann. Das Alter des Platzes, aber auch die Nutzungsfrequenz seien Aspekte, die in die Entscheidung einfließen. „Aktuell sind wir in den Haushaltsplanungen für 2019, schauen, wo eine Gesamterneuerung sein sollte oder wo kleinere Reparaturen am Elfmeterpunkt oder im Strafraumbereich passieren sollten.“

Wie lange der Kunstrasenplatz am Weidenweg gesperrt bleibt? Darauf gibt es keine genaue Antwort. „Der Auftrag für die Reparatur ist schon vor einiger Zeit erteilt worden“, berichtet Harald Mittmann. Die Durchführung der Arbeiten will der Leiter des Tiefbau- und Grünflächenamtes zeitlich nicht konkretisieren. „Es gibt viele Aufträge und wenige Firmen, die sie erledigen können“, sagt er. Auf explizite Nachfrage lässt er sich zumindest entlocken: „Ich gehe davon aus, dass es noch in diesem Jahr passiert.“

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Das kann allerdings auch Ende Dezember bedeuten. Ein Zeitrahmen, der die Süder Fußballer richtig ins Schwitzen bringen würde. Nach ersten Informationen geht der Verein davon aus, dass die Sportler spätestens im Oktober wieder auf der eigenen Anlage kicken können. Dann läuft der Spielbetrieb allerdings längst auf vollen Touren. Und schon jetzt haben die Fußballer der SpVg. 05/06 Probleme, einen geordneten Trainingsbetrieb aufrechtzuerhalten, weichen unter anderem auf die Plätze am Bandsbusch und an der Schützenstraße aus.

„Bei der Suche nach Alternativen ist das Sportbüro sehr bemüht“, berichtet Holger Reinders. Der Vorsitzende der SpVg. lobt explizit auch die Nachbarvereine Türkspor und AC Italia. „Die sind alle ausgesprochen nett und kooperativ“, sagt er. Zugleich hebt er aber auch die negativen Aspekte hervor: „Uns fehlen massiv Trainingszeiten. Wir haben jetzt einen zerrissenen Trainingsplan, der den Trainern die Arbeit enorm erschwert. Sie müssen das Equipment wie Stangen, Hütchen, Leibchen und Bälle, das normal am Platz lagert, in ihren Privatwagen ein- und ausladen und durch die Gegend karren.“ Reinders lobt ausdrücklich das Engagement der Übungsleiter. „Unsere Trainer bekommen kein Geld – das ist lupenreine Ehrenamtlichkeit“, stellt er fest.

Einzig aufgrund der Schulferien spitzt sich die schwierige Lage noch nicht zu. Aktuell sind nur die Herrenmannschaften und das A-Junioren-Team der SpVg. betroffen. Mit dem Ende der Sommerferien nehmen aber auch Kinder und Jugendliche den Trainingsbetrieb wieder auf. Ehrgeizig sind dann vor allem jene drei Mannschaften, die gerade erst den Sprung in die Leistungsklasse geschafft haben. „Da gibt es eine große Erwartungshaltung bei Spielern und Trainern“, weiß Reinders.

Rund 460 Mitglieder zählt der Klub, stellt in dieser Saison 13 Jugend- und drei Seniorenteams. „Wenn nicht schnell etwas passiert, weiß ich nicht, wie es weitergeht“, hofft Holger Reinders auf die baldige Rückkehr an den Weidenweg. Damit Heimspiele des Vereins dann wieder echte Heimspiele sind und auch das Vereinsheim wieder mit Leben gefüllt ist. Denn das ist ein wichtiges finanzielles Standbein der SpVg. 05/06, die nach dem VfB 03 die zweite Kraft im Hildener Fußball ist.