1. NRW
  2. Städte
  3. Mettmann
  4. Lokalsport

Sporttauchen: Lena Legner vom TSC Manta Haan ist eine junge Trainerin

Tauchen : Gefühl der Schwerelosigkeit fasziniert

Mit 16 Jahren zählt Lena Legner vom TSC Manta Haan zu den jüngsten Trainern im Sporttauchen. Damit ist sie auch für ihre Schüler ein Vorbild, die nun auch das Training leiten wollen. Davon profitiert wiederum der Verein. Der Trainerschein war eine große Herausforderung.

Tauchen ist für Lena Legner ein Lebenselixier. Von Kindesbeinen an hat sie die Leidenschaft für den Unterwassersport entwickelt. Ihr Vorbild: Vater Gero, Vorsitzender des TSC Manta Haan. Der ist nämlich begeisterter Sporttaucher – und lernte es ebenfalls von seinem Vater. Als junger Mann war Gero Legner als Berufstaucher unter anderem in Spanien unterwegs und infizierte die Familie mit seiner Begeisterung.

Lena begann den Sport im Alter von zehn Jahren – mit einem Urlaub am Meer ging es los. Seither hat die Schülerin mit über 100 Tauchgängen viel Erfahrung gesammelt. Was fasziniert sie am Tauchen? „Für mich ist es das Erlebnis unter Wasser. Man lernt immer etwas Neues dazu, muss immer mitdenken – auch für den Kopf ist es anspruchsvoll“, sagt sie. Dazu kommt die Geselligkeit. „Man lernt viele Leute kennen.“

Aktiv tauchen ist für Lena das eine, doch sie will ihr Wissen, ganz im Sinne ihres Vaters, auch an andere weitergeben. Die Voraussetzungen hat die 16-Jährige am 9. November erfüllt, als sie die Prüfung zum C-Trainerschein für Breitensport (Sporttauchen) erfolgreich absolvierte. Eine Herausforderung, die sie ehrgeizig und mit viel Disziplin meisterte. Immerhin musste sie an neun Wochenenden jeweils freitags von 17 bis 22 Uhr sowie samstags und sonntags von 9 bis 22 Uhr Theorie und Praxis büffeln. „Da raucht einem die Hütte“, formuliert es Gero Legner salopp. Detaillierter erzählt Lena von den Mühen: „Lange zuhören, so viel Theorie aufnehmen und immer Notizen machen, im Schwimmbad das Training gestalten – das war ganz schön hart.“ Vor allem am Abend nahm die Konzentration ab. Jetzt hat Tochter Legner ein fundiertes Wissen, das Training im Hallenbad zu leiten, zudem darf sie auch Prüfungen abnehmen.

Warum hat sie die Mühen auf sich genommen? „Weil es schön ist, dem Verein etwas zurückzugeben. Es macht Spaß, Kinder zu trainieren, jetzt geht das auch mit Erwachsenen“, sagt Lena Legner, wohl wissend: „So ein Schein ist auch eine Herausforderung.“ Die 16-Jährige will eigene Ideen entwickeln, das Training anzugehen, Kinder und Jugendliche fürs Tauchen zu motivieren. So plant sie, eine Leistungsgruppe zu fördern, die sich aufs Flossenschwimmen spezialisiert und sich zu einem Leistungsstützpunkt entwickelt. Ambitionen, die Vater Gero gerne unterstützt. „Lena hat eine Vorbildwirkung für andere, kann mit 16 auch Kurse für Erwachsene geben. Die nächsten Jugendlichen fiebern darauf hin, wollen auch mal ein Training leiten“, führt er aus und unterstreicht das neue Gefühl in der Nachwuchsabteilung: „Der Ausbilder ist kein Erwachsener mehr, sondern einer von uns – das ist für die Kinder eine ganz neue Erfahrung.“ Zugleich bedeutet es für den Verein eine Entlastung, den Trainernachwuchs aus den eigenen Reihen zu rekrutieren. „Wir wollen die anderen Kinder auch dahin führen und wollen ihnen beibringen: Ein Verein ist gemeinnützig und Du musst etwas dazu beitragen“, erklärt Gero Legner.

Unterstützung gibt es vom Tauchsportverband Nordrhein-Westfalen, denn der fördert die Ausbildung mit Stipendien für junge Menschen unter 27 Jahren, berichtet Eva Selic. „Der Verband bezahlt die Kursgebühren, die Vereine tragen die Fahrtkosten und die Kosten für die Unterbringung in der Sportschule“, erklärt die Vorsitzende des TSV NRW. Insgesamt kommen da Ausgaben von 1000 Euro zusammen. Eine Investition, die sich lohnt, denn die Stipendiaten verpflichten sich, drei Jahre lang als Trainer in einem Verein tätig zu sein und über diese Arbeit Berichte zu schreiben. „Die jungen Menschen werden sich gegenseitig befruchten“, glaubt Selic. Auch einen Vereinswechsel wegen einer möglichen Berufsausbildung sieht sie nicht als tragisch an. „Die Vereine müssen Vertrauen haben und ausbilden. Wir verlieren die nicht, sondern irgendwann kommen sie zurück. Insgesamt profitieren alle davon.“ Die Verbandsvorsitzende hebt die Vorteile der Trainerausbildung von jungen Leuten wie Lena Legner hervor: „Sie haben noch die Schuldisziplin und die Freizeit am Wochenende. Und durch die Kurse kommen sie raus, können sich selbst beweisen.“ Voll des Lobes ist Eva Selic daher auch für Lena Legner: „Sie ist unglaublich motiviert, will Strukturen aufbauen und hat ein hohes Eigeninteresse.“

Ein Herz und eine Seele: Lena ist mit ihrem Vater Gero Legner im Boot zur nächsten Tauchtour unterwegs. Foto: privat

Vor allem die Liebe zum Tauchen treibt Lena Legner an. „Das Gefühl der Schwerelosigkeit ist schon etwas, das man in keinem anderen Sport erlebt. Und wenn die Sonne von oben ins Wasser scheint, ist das ein atemberaubendes Erlebnis.“ Landschaftlich reizvolle Ziele hat sie noch viele – wie Thailand, die Malediven oder die Bahamas. „Ich würde aber auch gerne mal in die kälteren Gebiete fahren – auch da gibt es gute Tauchplätze“, sagt sie.