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Handball: Spannendes Derby endet unentschieden

Handball : Spannendes Derby endet unentschieden

Im Verfolgerduell der Handball-Verbandsliga kochten in den letzten 20 Minuten die Emotionen hoch. Die Unitas legte Einspruch gegen die Wertung ein, da das Kampfgericht einen Haaner Treffer den Wülfrathern gutschrieb.

TB Wülfrath – DJK Unitas Haan 33:33 (12:17). Nach einem völlig kuriosen Spielverlauf trennten sich Gastgeber TBW und die Unitas mit einem Unentschieden. Allerdings hat diese Verbandsliga-Partie noch ein Nachspiel, da die Haaner Handballer, aus vielen neutralen Augen auch berechtigt, nach dem Schlusspfiff einen Einspruch gegen die Spielwertung einlegten. Der Grund war eine Situation nach gut 40 Minuten: Haans Bester an diesem Tage, Moritz Blau, erzielte die vermeintliche 25:22-Führung, doch auf der Hallenanzeigetafel (und auch auf dem Spielbericht) erschien ein Ergebnis von 23:24 aus Wülfrather Sicht. Aufgrund der Einsprüche von der Unitas-Bank unterbrach das Kampfgericht das Spiel und erkundigte sich bei den beiden Unparteiischen nach deren Kenntnisstand bezüglich des aktuellen Ergebnisses. Und beide bestätigten dann das "offizielle" Ergebnis. Man darf gespannt sein, wie das Schiedsgericht hier entscheidet. Handelt es sich um eine Tatsachenentscheidung oder gibt es verbindliche Zeugenaussagen, die den Fauxpas der vier beteiligten Personen – Kampfgericht und Schiedsrichter – beweisträchtig bestätigen können?

 Der Wülfrather Sören Rieth bleibt in der Unitas-Deckung mit Marco Krohm (l.) und Moritz Ziegler (r.) hängen.
Der Wülfrather Sören Rieth bleibt in der Unitas-Deckung mit Marco Krohm (l.) und Moritz Ziegler (r.) hängen. Foto: Dietrich Janicki
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Zu Beginn der torreichen Partie hatten die Gäste eindeutig mehr vom Spiel. Vor allem die beiden Außen Marcel Billen auf rechts und Monty Kreisköther auf links brachten die Wülfrather Abwehr gehörig durcheinander. Über 4:1 und 7:3 kamen die Haaner Mitte der ersten Halbzeit zu einer 10:6-Führung. Danach nahm der TBW-Trainer Thomas Humpert eine Auszeit und wechselte für den glücklosen Nils Völker Marcel Baermann ins Tor, der sich direkt mit einem gehaltenen Siebenmeter gegen Marcel Billen einführte und in der Folge einen guten Rückhalt für die Gastgeber darstellte. Bis zur Pause ließ sich die Unitas aber nicht mehr aus der Spur bringen, obwohl dem Haaner Spiel doch ein gewisses Phlegma nicht abzusprechen war.

Nach dem Wiederanpfiff betraten die Wülfrather das Feld mit neuem Schwung und waren sichtlich gewillt, sich nicht so einfach in die Niederlage zu beugen. Bis zur besagten 40. Minute verkürzten die Gastgeber auf drei Tore und waren nach der kuriosen Torfolge plötzlich bis auf einen Treffer heran. Marcel Wettemann glich dann sogar mit einem Siebenmeter zum 24:24 aus. Und wenig später markierten Wettemann und Moritz Brix die 26:24-Führung.

Die Begegnung schien komplett zu kippen, denn die Haaner verzettelte sich immer mehr in Einzelaktionen und schienen im Kopf nicht mehr frei. Doch Rechtsaußen Marcel Billen gelang dann mit drei Toren in Folge wieder der Ausgleich. In den letzten Minuten wogte die Partie hin und her. Kurz vor dem Ende egalisierte der bärenstarke Marcel Wettemann für den TB Wülfrath. Den Ausgleich feierten die TBW-Handballer nach dem Abpfiff ausgiebig mit den Fans. Allerdings war die Tribüne angesichts der Bedeutung der Partie mit nur rund 200 Zuschauer recht spärlich besetzt. Die Haaner dagegen schlichen deprimiert vom Feld – aufgrund der Geschehnisse absolut verständlich.

Unterschiedlich fielen auch die Analysen aus. "Eine tolle Mannschaftsleistung, wo sich heute jeder auf jeden verlassen konnte", lobte Thomas Humpert. "Die Jungs haben sich den Punkt redlich verdient", fand der TBW-Trainer und fügte hinzu: "Wobei ich zur Diskussion über die Torfolge nichts sagen kann, dafür sind genug Offizielle da." Auch Jörg Müller wollte, sichtlich erregt, nichts zu der geschilderten Situation sagen – dafür gebe es ja den Einspruch. "Wir haben es im Spiel mehrfach versäumt, den Sack zu zumachen. Da müssen wir uns an die eigene Nase packen. Das andere sollen die Gremien entscheiden", stellte der Unitas-Coach fest.

(ff)