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Leichtathletik: Sanaa Koubaa ist im EM-Finale

Leichtathletik : Sanaa Koubaa ist im EM-Finale

Bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Helsinki kommt die Athletin der LG Stadtwerke Hilden im Vorlauf mit neuer persönlicher Bestzeit ins Ziel. Im Rennen über 3000 Meter Hindernis kostet ein Stolperer an der letzten Hürde wertvolle Sekunden.

Hilden/Helsinki Sanaa Koubaa hat es geschafft! Die Leichtathletin der LG Stadtwerke Hilden steht bei den Europameisterschaften in Helsinki im Finale über 3000 Meter Hindernis. Die 27-Jährige kam bei ihrem ersten internationalen Wettkampf für die deutsche A-Nationalmannschaft im Vorlauf mit persönlicher Bestzeit von 9:43,08 Minuten ins Ziel. Als Siebte musste sie allerdings zunächst zittern, ob es für den Endlauf reicht "Dramatisch war der Strauchler am letzten Hindernis. Da hat sie mindestens drei Sekunden verloren", berichtet Bundestrainer Tobias Kofferschläger. Eine Athletin aus Weißrussland war der Hildenerin direkt vor die Füße gelaufen, so dass sie das Tempo herausnehmen musste und zur letzten Hürde nicht richtig abspringen konnte. "Anders als in Rehlingen ist es allerdings glimpflich ausgegangen und Sanaa ist unverletzt geblieben", war Kofferschläger erleichtert.

Mit wenig Druck ins Finale

Als kleine Genugtuung disqualifizierte das Wettkampfgericht die Weißrussin nach dem Rennen. Die verlorenen Sekunden von Sanaa Koubaa blieben allerdings auf der Strecke. Möglicherweise hätte sie ohne den Sturz auch die Olympianorm bereits geschafft. "Es wäre natürlich schön, wenn sie das schon hätte abhaken können. Jetzt muss sie im Finale noch einmal angreifen. Letztlich ist es auch müßig, der verlorenen Zeit nachzutrauern", sagt Tobias Kofferschläger. Er hat gesehen, dass sie das Vermögen hat, wenn es gut läuft. "Das Finale mit Bestzeit zu erreichen, ist eine klasse Leistung." Der Trainer ist sehr zufrieden, wie clever die 27-Jährige sich das Rennen eingeteilt hat. "Sie hat sich von dem hohen Angangstempo nicht beirren lassen. Sie hat sich geschickt aus dem Pulk herausgehalten, um am Wassergraben freie Sicht zu haben. Das hat sie sehr gut umgesetzt."

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Für das Finale versucht der Bundestrainer, möglichst wenig Druck aufzubauen. Sanaa Koubaa soll möglichst unbelastet ins Rennen gehen. "Sie hat bis hierher alles richtig gemacht. Was noch kommt, ist eine Zugabe." Für taktische Überlegungen bleibt auch kaum Zeit, denn bereits am Samstagabend startet der Lauf um Titel und Medaillen. "Die medizinische Abteilung hat als Erstes das Knie untersucht, um sicher zu gehen, dass auch wirklich alles unversehrt ist."

Energiespeicher füllen

Die verbleibende Zeit soll die Hildenerin zur Regeneration nutzen. Sie muss ihre Energiespeicher wieder auffüllen und darf sich bei der Physiotherapie kräftig durchkneten lassen, um ihre beanspruchte Muskulatur zu lockern. "Denn im Finale werden die Karten neu gemischt", betont Kofferschläger. Der Trainer ist sich sicher, dass seine Athletin auch dann wieder alles geben wird, um so schnell wie möglich das Ziel zu erreichen und sich vielleicht sogar in letzter Sekunde den Startplatz für die Olympischen Spiele in London zu sichern.

(domi)