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Reitsport: Reit-Amateure zeigen ihre Vielseitigkeit

Reitsport : Reit-Amateure zeigen ihre Vielseitigkeit

Am Wochenende lockt das Turnier am Lindchen. Höhepunkt der vielen Wettbewerbe ist das M-Stilspringen am Sonntag.

Möglichst vielseitige Fähigkeiten müssen die Teilnehmer beim Turnier des Vereins für Reitsport am Lindchen beweisen. Im Anschluss an die Pflichtaufgabe in der A- oder L-Dressur können die Paare nicht einfach entspannten Schrittes am langen Zügel die Bahn verlassen. Sie müssen zuvor noch einen so genannten Gehorsamssprung absolvieren. Das 60 bis 80 Zentimeter hohe Hindernis ist Teil der Prüfung und soll sicherstellen, dass Pferd und Reiter in ihrer Grundausbildung mehr als nur Volten, Zirkel und Schlangenlinien gelernt haben.

Im Parcours bewerten die Richter ebenfalls nicht nur fehlerfreies, sondern vor allem korrektes Reiten. Die Stilnote und nicht die schnellste Zeit entscheiden über Sieg oder Niederlage - sogar im M-Springen, in dem die Rheinische Post Hauptsponsor ist. "Wir sind bei der Ausschreibung erneut unserer Linie treu geblieben und möchten einen guten Sitz und eine feine Einwirkung belohnen", sagt Turnierleiter Jarno Debusschere. Als Landestrainer Vielseitigkeit möchte er der frühen Spezialisierung auf eine Disziplin entgegenwirken und besonders an der Basis für eine breite Ausbildung werben.

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Neben den Wettbewerben in der Dressur und im Springen stehen daher auch Vielseitigkeitswettbewerbe für Einsteiger auf dem Programm. Im so genannten Schneppenheim-Cup absolvieren die Paare zunächst einen Dressurreiter- und einen Springreiter-Wettbewerb und galoppieren anschließend über die Geländestrecke mit festen Hindernissen. "Wir führen damit auch unsere Schulreiter langsam an den Vielseitigkeitssport heran und möchten sie mit Erfolgen motivieren, weiterzumachen", betont Jarno Debusschere. Damit auch Reiter, die im Gelände ausscheiden oder im Parcours einen Fehler machen, Chancen auf eine Schleife haben, gibt es nach jeder Teilprüfung und für die Gesamtwertung jeweils eine Siegerehrung.

Gerne hätte der Landestrainer für seine erfahreneren Schüler auch eine Vielseitigkeit auf A-Niveau ausgeschrieben, doch dafür fehlen noch die Voraussetzungen für die Strecke. "Wir warten noch immer auf die Genehmigung, um ein Wasserhindernis, Treppen, Gräben, eine Wellenbahn und ein Billard zu bauen. Denn im Moment können wir unseren Talenten wie Nils Kirschbaum, Celine Stichelberger und Tomi Krolo, die aus dem Schneppenheim-Cup bereits herausgewachsen sind, beim Heimturnier nichts anbieten."

In der Hunterklasse können dagegen ältere Wiedereinsteiger erste Erfahrungen im Gelände sammeln, ohne gegen ihre eigenen Kinder antreten zu müssen. Sie starten auf dem Springplatz, absolvieren anschließend zehn Sprünge im angrenzenden Gelände und kehren auf dem Weg ins Ziel zum Ausgangspunkt zurück. "Sie sollen so ein Gefühl für die Faszination Vielseitigkeit bekommen und schulen ganz nebenbei Balance, Beweglichkeit und Rhythmus."

Amateure und Breitensportler stehen bei der gesamten Veranstaltung im Fokus. Bewusst sind die Profis selbst von den höchsten Prüfungen ausgeschlossen. "Sie finden jedes Wochenende genügend Startmöglichkeiten. Uns geht es darum, die Arbeit an der Basis zu belohnen und Chancengleichheit bei besten Bedingungen zu bieten", sagt Jarno Debusschere. Für die Amateur-S-Dressur hat er daher den Vorsitzenden des Pferdesportverbandes Rheinland, Rolf-Peter Fuß, und die Grand Prix-Richterin Ursula Thiebes als Juroren engagiert. "Auch Reiter, die nicht jeden Tag sechs Stunden im Sattel verbringen, sollen eine professionelle Bewertung bekommen, damit sie sich anhand der Kommentare im Protokoll über den Turniertag hinaus weiter verbessern können."

Für das M-Stilspringen mit Stechen, das als Höhepunkt das Turnier am Sonntag beendet, sind erstmals auch nur Amateure zugelassen. "Das ist ein Pilotprojekt und wir sind sehr gespannt, wie es ankommt." Die Starter mit der höchsten Haltungsnote qualifizieren sich für das anschließende Stechen. Dort können sie dann zeigen, dass sie nicht nur schön sondern auch schnell springen können.

(domi)