Programme für Sportler und Patienten

Programme für Sportler und Patienten

Reportage: Das Mettmanner Reha-Zentrum MEDI-Sport nutzt modernste Technik. Dem Therapeuten stehen Computer gesteuerte Geräte zur Verfügung, die Defizite erkennen und individuelle Übungen zusammenstellen.

Das Laufband surrt. Tap, tap, tap — im gleichmäßigen Rhythmus rollen die Turnschuhsohlen auf dem beweglichen Gummiboden ab. Das Fahrradergometer daneben ist verwaist, ebenso wie die Maschinen mit den dicken Metallgewichten. Auf den ersten Blick ein familiäres Fitnessstudio.

Bewegungswissenschaftler

Trainer Dr. Konstantin Karanikas begrüßt mich mit einem freundlichen Lächeln und kräftigem Händedruck. Einem braungebrannten Muskelmann mit Dauergrinsen sieht er wenig ähnlich. In seinen weißen Hosen und passendem Shirt wirkt er eher wie ein Arzt. "Bewegungswissenschaftler trifft es besser", sagt er und mustert mich mit einem durchdringenden Blick. Der Sporttherapeut und promovierte Biomechaniker scheint mit seiner Analyse meiner Muskulatur, Form und Fitness bereits begonnen zu haben. Sportlern fühlt er ebenso auf die Muskeln wie Reha-Patienten, enttarnt Schwachstellen und empfiehlt die geeignete Therapie.

Analyse passt zum Hohlkreuz

Mit flinken Fingern tippt er nun Namen, Größe, Gewicht und Geburtsdatum in den Computer des Mettmanner MEDI-Sport-Zentrums ein. Das Gerät piept, ich bin gespeichert. Die digitale Analyse beginnt. "Stellen Sie sich bitte mit beiden Füßen auf das Gerät", sagt Konstantin Karanikas und deutet auf einen flachen Sockel mit zwei ovalen Gummiplatten, auf die ich nun meine Turnschuhe setze.

"Wir werden jetzt schauen, ob Sie ihre Beine gleichmäßig belasten", sagt seine Stimme neben meinem Ohr. "Bitte ganz ruhig stehen bleiben." Konzentriert versuche ich nicht zu wackeln, fixiere einen imaginären Punkt auf der weißen Wand. "Hmm", höre ich neben mir. "Interessant."

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Trotz aller Neugier darf ich mich nicht rühren, denn das Gerät misst noch meinen Körper-Schwerpunkt und mein Balance-Verhalten. "Nun zum Ergebnis", sagt Konstantin Karanikas. Gespannt blicke ich auf den Monitor. "Sie belasten das linke Bein wesentlich mehr als das rechte. Ihr Körper-Schwerpunkt liegt hinten links." Er deutet auf einen Kreis, der an ein Navigationsinstrument auf einem Schiff erinnert. Ein schwarzer Fleck befindet sich im linken unteren Viertel der Koordinaten-Scheibe. Die Analyse passt zu meinem Hohlkreuz und der Tatsache, dass ich mein Gewicht lieber auf das linke als auf das rechte Bein verlagere. Das war mir bis vor fünf Sekunden allerdings nicht bewusst. "Ihre Balance ist sehr gut", betont dann Konstantin Karanikas und deutet auf den Fleck im Zentrum der Scheibe.

"Nun setzen Sie sich hier drauf." Das Gerät mit der knall-orangenen Polsterung erinnert mich an den Sitz in einer besonders schwindelerregenden Achterbahn. Genauso spannt mich Konstantin Karanikas auch darin ein. Klickend rastet die Bein-Halterung ein. Die Polster sitzen fest auf meinen Oberschenkeln und Schultern, engen meine Bewegungsfähigkeit fast vollständig ein. "Drücken Sie jetzt bitte mit aller Kraft nach vorne."

Piepsend zählt der Computer die Sekunden herunter, bei Null nehme ich mir vor, wie eine Rakete durchzustarten. Mit zusammen gebissenen Zähnen kämpfe ich gegen das Polster, das mich in den Sitz drückt. "Fester, fester, fester", feuert Konstantin Karanikas mich an. Die Prozedur wiederholt sich rückwärts und zu den Seiten.

Bauch und Rücken schwach

Das Ergebnis: "Rechts und links sowie in der Rotation erreichen Sie das Soll, die Bauch- und Rückenmuskulatur ist aber ein bisschen schwach. Da müssen wir etwas tun", sagt der Fachmann und deutet auf das Säulendiagramm. Die Diagnose überrascht mich. Der normale Sport und Sit-Ups haben mich offenbar nicht genügend gestählt oder ich habe nicht alles gegeben. "Messfehler sind nie ausgeschlossen", beruhigt mich mein Trainer .

Die komplette Themenseite "Training und Fitness" können Sie in der Rheinischen Post Mettmann auf Seite D4 nachlesen.

(RP)
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