Handball : Prickelndes Lokalderby

Viele "Berührungspunkte" im Oberliga-Duell Wülfrath gegen ME-Sport. Während die TBW-Handballerinnen befreit aufspielen können, stehen die Mettmannerinnen unter Erfolgsdruck.

Am vorigen Samstag feierten die ME-Sport-Handballerinnen im Oberliga-Derby gegen den TuS Erkrath einen mühsamen 30:27-Sieg. Und am Samstag folgt schon der nächste Lokalkampf in der Wülfrather Fliethehalle (18 Uhr), den die Mettmannerinnen unbedingt gewinnen müssen, um im Meisterschaftsrennen zu bleiben.

Zwar betrachten die Trainer Jurek Tomasik (TBW) und Christoph Schon die Partie als "normales Meisterschaftsduell", doch aufgrund besonderer Konstellationen werden einige Spielerinnen mehr als das "normale Kribbeln im Bauch spüren".

Duell der Berger-Schwestern

So treffen mit Judith (ME-Sport) und Leonie (TBW) Berger Schwestern aufeinander, die in ihren Mannschaften auch noch auf der gleichen Position im linken Rückraum agieren. Zudem liefen Spielerinnen beider Teams schon für den Gegner auf: Annika Essen vom TBW bis letztes Jahr in Mettmann, Sabrina und Svenja Fischer sowie Steffi Stemmler vor einigen Jahren in Wülfrath.

Zudem bestehen tiefe Freundschaften wie zwischen Steffi Rath (TBW) und Samantha Sklorz (ME-Sport), die früher zusammen in der Jugend für die SG Solingen spielten. Alles Vorgaben, die in einem "normalen Meisterschaftsspiel" wohl selten sind.

Saisonziel bereits erreicht

Die Wülfratherinnen können befreit aufspielen, haben sie ihr Ziel "Oberliga-Verbleib" doch schon vor geraumer Zeit erreicht. Auch der "Zug nach oben" ist für den TBW abgefahren. Völlig anders ist die Ausgangsposition der Mettmannerinnen, die bei einem Punktverlust den mit einem Minuszähler weniger belasteten ETuS Wedau im Kampf um den Regionalliga-Aufstieg wohl nicht mehr abfangen könnten.

Wegen dieser Tabellensituation verspricht dieses Lokalderby doch eine gewisse Brisanz, die TBW-Trainer Jurek Tomasik noch ein wenig anheizt: "In diesem Spiel geht es auch um die Vorherrschaft im Kreis — wer gewinnt, hat die Pole-Position." Das sieht ME-Sport-Coach Christoph Schon allerdings ganz anders: "Wir haben 17 Punkte Vorsprung in der Tabelle. Wülfrath würde uns selbst bei einer Niederlage niemals einholen. Aber solche Rechenspiele interessieren mich überhaupt nicht. Wir müssen gewinnen, um wenigstens die theoretische Chance auf die Meisterschaft zu wahren."

Beide Mannschaften werden entsprechend ihren aktuellen personellen Möglichkeiten auflaufen: Bei m TB Wülfrath fehlen weiterhin Chris Burmeister (Kreuzbandriss) und Kerstin Weber (Auslandssemester). Bei Mettmann-Sport sind zwar einige Spielerinnen wie Sandra Höfig und Caro Fisch angeschlagen, sie dürften sich aber ebenso wie die zuletzt fehlenden Steffi Stemmler und Svenja Fischer zur Verfügung stellen.

Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz Sandra Möller, die womöglich beruflich verhindert ist.

Da ansonsten alle Ligen ein spielfreies Wochenende haben, ist mit einer vollen Fliethehalle zu rechnen — was beim ohnehin attraktiven Lokalderby für zusätzlich prickelnde Atmosphäre sorgen würde.

(RP)
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