Handball : Pokal-Pleite

Der Handball-Oberligist ME-Sport verliert gegen den Regionalliga-Vorletzten Mönchengladbach hoch mit 27:38.Das Fehlen von André Loschinski und Jens Buss ist keine Erklärung für die hohe Fehlerquote.

Mettmann-Sport – Borussia Mönchengladbach 27:38 (15:16). Angesichts der Fernseh-Konkurrenz (DFB-Pokal) waren nur knapp 100 Handball-Freunde ins Herrenhaus gekommen. Und die machten sich nach der schwachen Leistung der ME-Sport-Handballer stark enttäuscht auf den Heimweg: Der Oberligist schied in der 1. WHV-Pokalrunde durch die hohe 27:38-Niederlage gegen den Regionalliga-Vorletzten aus Gladbach aus.

12:13-Rückstand nach 12:7-Führung

Im ersten Durchgang deutete allerdings noch nichts auf die spätere Schlappe hin. Vor der Pause war Bastian Schlierkamp der überragende Borusse, erzielte insgesamt fünf Treffer, darunter die Ausgleichstore zum 1:1, 5:5 und 6:6. Dann folgte die beste Phase der Mettmanner. Christian Klein (3/1) und Maik Schneider warfen ME-Sport mit 10:6 in Führung. Nach dem Gegentreffer von Tobias Elis erhöhten Matthias Späth und Martin Panthel bis zur 18. Minute auf 12:7 – bis dahin war die Welt auf der Bank der Gastgeber noch völlig in Ordnung.

Der für den erkrankten Gäste-Coach Zoran Cutera Regie führende Co-Trainer Bodo Grewe nahm eine Auszeit, die ihre erhoffte Wirkung nicht verfehlte. Denn plötzlich waren die Borussen hellwach und erzielten sechs Tore in Folge zum 12:13, ehe Christian Klein nach gutem Zuspiel von Dominic Wittgens zum 13:13 ausglich. Doch postwendend zogen die Gladbacher auf 16:13 davon. Tim Schirweit und Matthias Späth verkürzten bis zum Gang in die Kabinen wieder auf 15:16.

Das Fehlen der Stammkräfte André Loschinski und Jens Buss war sicherlich eine Schwächung – auch bei den Gladbachern fehlte mit Lars Diete ein treffsicherer Werfer –, aber bestimmt keine Erklärung für die unzähligen Fang- und Abspielfehler der Mettmanner, die bald zunehmend den Anschluss verloren. Nach dem 18:19 durch Maik Schneider hielt der unermüdlich kämpfende Matthias Späth mit drei Treffern zum 21:24 den Oberligisten noch im Spiel. Doch danach war der Pokalehrgeiz der Gastgeber offensichtlich erloschen. In knapp zehn Minuten zogen die Borussen auf 31:23 und 35:24 entscheidend davon. Martin Panthel überwand in den letzten drei Minuten den guten Gäste-Keeper Florian Lindenau, der 24 Würfe parierte, noch dreimal. Die Mettmanner Torhüter hatten mit 15 Paraden bei 38 Gegentoren eine weitaus geringere Erfolgsquote. Max Ginders und Michael Steffens trafen dann zum den 38:27-Endstand.

Trainer Plümacher sehr enttäuscht

„Meine Mannschaft hat bis kurz vor der Pause guten Handball gespielt, dann aber alle Vorsätze vergessen“, bilanzierte Trainer Lutz Plümacher. „Die hohe Fehlerquote und das mangelnde Aufbäumen gegen die drohende Niederlage haben mich sehr enttäuscht. Wir müssen diese schwache Vorstellung schnell vergessen.“ Ein großes Lob gebührt den Kölner Schiedsrichtern Oliver Dauben und David Rohmer, die das faire Spiel unauffällig und korrekt leiteten.

(RP)