Judo : Olympia im Visier

Darius Navipour und Mayan Schwarze gehören zur Perspektiv-Gruppe am Hildener Bonhoeffer-GymnasiumDie jungen Judokas trainieren fünf bis sieben Stunden pro Woche.

Ein Olympiasieg ? „Der wäre nicht schlecht“, träumen Darius Navipour und Mayan Schwarze. Bis dahin ist es ein weiter Weg für die Judokas der Olympiagruppe am Hildener Bonhoeffer-Gymnasium. Den Grundstein für eine Karriere haben sie gelegt. Der Zwölfjährige gewann die Westdeutschen Meisterschaften der U 14-Judoka in der Gewichtsklasse bis 31 Kilo, die ein Jahr ältere Schwarze holte Bronze in der Klasse bis 44 Kilo. Die Westdeutschen Meisterschaften sind die höchstklassigsten Wettkämpfe bei den Unter-14-Jährigen. Das ist unser größter Erfolg“, stimmen Nahvipour und Schwarze überein. An den Olympischen Spielen könnten die Talente wohl erst 2016 teilnehmen. Zeit genug, weitere Medaillen zu gewinnen.

Vier Kämpfe bis zum Titel

Vier Kämpfe musste Nahvipour bis zum Titel gewinnen. Der erste gegen einen Kölner sei der schwierigste gewesen, die zwei folgenden gegen Düsseldorfer stellten kein Problem dar. Der vierte gegen einen weiteren Domstädter war knapp. „Aber so gehen alle unsere Kämpfe aus“, erzählt Nahvipour. Diesmal zu seinen Gunsten.

Ein schweres Los zog Mayan Schwarze. Ausgerechnet auf Freundin Carin Schröter traf sie in der Trostrunde und im dritten von fünf Kämpfen. „Ich mag das nicht, aber eine muss eben gewinnen“, seufzt sie. Ab 2007 tritt sie in der U 17-Jugend an. „Das wird härter. Da darf man schon würgen.“ Sie hofft, sich gegen die Älteren durchzusetzen und es wieder bis zur Westdeutschen Meisterschaft zu schaffen. Die Deutsche Meisterschaft? „Eher noch nicht.“

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Andere Probleme erwarten das Leichtgewicht Darius Nahvipour. Als 14-Jähriger (U 17) muss er mindestens 38 Kilo auf die Waage bringen, um an der Meisterschaftsrunde teilnehmen zu dürfen. Einige Kilogramm will sich der Hildener für sein letztes Jahr in der U 14-Altersklasse schon anfuttern, in eine höhere Gewichtsklasse aufsteigen und seinen Titel verteidigen. Besonders erfolgreich ist Darius Nahvipour mit dem Fußfeger, einer Grundtechnik, „die die wenigsten gut können“. Mayan Schwarze dagegen holt ihre Gegnerinnen lieber mit der „Großen Außensichel“ von den Füßen.

Fünf bis sieben Stunden trainieren die Jugendlichen pro Woche in der Olympiagruppe von Ex-Europameister Peter Schlatter, im Judoclub 71 und im Leistungsstützpunkt des Nordrheinwestfälischen Judo-Verbandes, Nahvipour auch gerne vor Schulbeginn. Schwarze belegt zusätzlich einen Selbstverteidigungskurs.

Sport mit Körperkontakt

Die Gymnasiasten kamen vor etwa sechs Jahren durch Freunde zum Judo. Darius Nahvipour hörte erst vor zwei Jahren mit Karate auf. Warum er Judo bevorzugt? „Beim Karate hat man keinen Körperkontakt, sondern täuscht den nur vor. Beim Judo kämpft man richtig.“ „Und man kann sich verteidigen“, fügt Mayan Schwarze hinzu. Sie gab Leichtathletik und Schwimmen auf. „Wenn man beim Judo erfolgreich ist, steht anderes zurück“, sagt Darius Nahvipour.

(RP)
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