Oberliga-Derby der Unitas Haan steigt unter Kirmes-Stern

Handball : Oberliga-Derby steigt unter Kirmes-Stern

Die Unitas-Handballer wollten das Lokalduell verlegen, doch ME-Sport war dagegen. Das gibt der Partie am Samstagabend in der Halle an der Adlerstraße eine Extra-Portion Brisanz. Geschenke verteilt keines der beiden Teams.

DJK Unitas Haan – Mettmann-Sport. Gleich am zweiten Spieltag der noch jungen Oberliga-Saison kommt es am Samstag um 19.30 Uhr in der Halle an der Adlerstraße zum Nachbarschaftsduell. Die DJK Unitas Haan empfängt ausgerechnet am Kirmeswochenende die Handballer von Mettmann-Sport. Ein Umstand, der die Verantwortlichen der Gastgeber nicht unbedingt erfreut.

„Es wird für uns als Verein ein großer Kraftakt werden, das Heimspiel personell zu stemmen und auch unsere Aufgaben auf der alljährlichen Kirmes wahrzunehmen“, erklärt Unitas-Trainer Kai Müller, warum bei ME-Sport im Vorfeld um Spielverlegung oder Tausch des Heimrechts gebeten wurde. Diesem Wunsch wurde nicht stattgegeben. Nicht nur aus diesem Grund erwartet Müller ein emotionales Spiel: „Derbys sind immer besonders. Jede Mannschaft will das Spiel unbedingt für sich entschieden. Dazu sind wir noch früh in der Saison. Viele Teams müssen noch ihren Rhythmus finden.“

Trotz der noch fehlenden Automatismen konnten beide Mannschaften in ihren Auftaktpartien überzeugen. Während die Haaner in Mönchengladbach einen nie gefährdeten Sieg einfuhren, ließen die Mettmanner zur Heimspiel­premiere gegen den TV Krefeld-Oppum nach starken 50 Minuten in der Schlussphase etwas nach. „Solche Schwächemomente dürfen wir uns in Haan nicht erlauben“, weiß ME-Sport-Trainer Jürgen Tiedermann um die Stärken der Hausherren: „Die Unitas ist einer der Aufstiegsanwärter. Nach dem guten zweiten Platz im Vorjahr haben sie sich personell nochmal verstärkt und bestechen durch eine überragende Physis.“

Über Tempohandball möchte der Gästetrainer zum Erfolg kommen. Mit den beiden Außen Lennard Maesch und Moritz Horn stehen den Gästen dafür absolute Spezialisten zur Verfügung. Im gebundenen Angriffsspiel sieht Tiedermann seine Mannschaft vor einer sehr schweren Aufgabe: „Wir sind den Haanern körperlich unterlegen. Daher wird es schwer, wenn deren Abwehr steht und sich sortiert hat.“ Insgesamt verlangt der erfahrene Coach absolute Leistungsbereitschaft von seiner Truppe, um in Halle an der Adlerstraße bestehen zu können. „Es macht immer Spaß einen Großen in der Liga zu ärgern. Dazu muss aber alles passen. Umso wichtiger ist es, dass wir auch in Haan durch unsere Zuschauer unterstützt werden“, sagt er.

Während Tiedermann seine Mannschaft auf das Angriffsspiel der Unitas unter der Woche einstellen will, ist Müller gezwungen, den Fokus voll auf sein Team zu legen: „Die Vorbereitung war aufgrund mangelnder Hallenzeiten nicht optimal. Aus diesem Grund brauchen wir noch etwas Zeit, die Abläufe zu automatisieren und meine Jungs ans Laufen zu bringen.“ Dem engagierten Trainer fehlt noch das Selbstverständnis seiner Schützlinge auf dem Spielfeld, gerade wenn sein Team in Schwächephasen gerät: „Das braucht Zeit. Also ist es unser Ziel, dass wir uns im Training und in der Anfangsphase der Saison weiterentwickeln, bevor wir den Fokus auch auf unsere Gegner legen können.“

Die Langzeitverletzten Moritz Blau und Christopher Seher werden den Hausherren fehlen. Dafür wird Sebastian Göken aus der zweiten Mannschaft aufrücken und mit Tobias Jost das Torhütergespann bilden. Die Mettmanner können personell aus dem Vollen schöpfen. Auch Kreisläufer Stephan Verholen, der den Auftakt aus beruflichen Gründen verpasst hat, steht wieder im Kader. Beide Vereine hoffen auf eine große und lautstarke Kulisse. Aufgrund einer Großbaustelle sowie der Kirmes wird empfohlen, den Parkplatz an der Böttinger Straße zu nutzen.

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