Nico von den Steinen will bei den Ironkids antreten

Triathlon : Nur eine defekte Kette kann Nico stoppen

Nico von den Steinen erarbeitete sich in kürzester Zeit sein Schwimmabzeichen in Silber. In diesem Jahr versuchte sich der Sechsjährige im Triathlon – mit Erfolg. Nächstes Jahr könnte er beim Ironkids antreten. Aufgeben ist für ihn keine Option, selbst eine kaputte Fahrradkette konnte ihn nicht vom Zieleinlauf abhalten.

Sein Bewegungsdrang ist trotz verschnupfter Nase ungebrochen hoch: Mit seinem neongrünen Mountainbike und seiner schicken Sportbrille radelt der aufgeweckte Nico unermüdlich auf und ab, während Papa Mario von den Steinen von seinem Schützling schwärmt: Nico, sagt der stolze Vater, zeige Biss und Talent. „Warum sollte ich das nicht fördern? Wenn er irgendwann das Handtuch werfen will, dann wird er das tun.“ Solange aber wolle er seinen Sohn unterstützen.

Dass Nico, der vor ziemlich genau einem Jahr noch aus dem Schwimmbecken des Hildorados stolz sein Silberzeichen vor unsere Kamera hielt, nun auf dem Vorplatz des Schwimmbads auf dem Mountainbike sitzt und Papa Mario zwei Pokale vom Triathlon in Düsseldorf und Ratingen in der mitgebrachten Tasche trägt, ist wohl der Absage des Deutschen-Schwimm-Verbandes zu verdanken, der das Mindestalter von neun Jahren für das Goldabzeichen vorsieht. Weil Nico seine Wettkampf-Lust im Schwimmen nicht mehr befriedigen konnte, suchte die Familie eine andere Sportart für den bewegungsfreudigen Jungen aus. Triathlon lag nahe, sagt der Vater.

Doch Schuld an der Auswahl sei eigentlich seine Frau: „Sie hatte die Videos dazu im Internet gefunden, also haben wir es mit Nico einfach ausprobiert.“ Sein erster Start beim Familientriathlon in Düsseldorf überraschte und begeisterte seinen Vater gleichermaßen. Aus dem Stand heraus holte sich Nico den ersten Platz, obwohl er auch gegen deutlich ältere Kinder antrat. Im Schwimmen war er als einer der ersten aus dem Wasser, weil er als einer der wenigen in diesem Alter bereits krault, statt sich klassisch mit Brustschwimmen durch das Wasser zu kämpfen. Auch beim Radfahren und laufen war er schließlich ebenfalls so fix, dass ihn keiner seiner Konkurrenten mehr einholen konnten.

Siegestrunken meldeten die Eltern Nico für den nachfolgenden Schülertriathlon in Hilden an. Der lief allerdings anders als erhofft: „Ich bin sicher, dass Nico wieder als einer der ersten angekommen wäre“, sagt der Vater. „Aus dem Wasser war er als Erster raus, nur ist später im Wald die Kette rausgesprungen.“ Mit dem Mountainbike auf sich allein gestellt, musste der Sechsjährige warten, bis einer der Streckenposten auf ihn aufmerksam wurde und ihm mit der Kette half. In der Zeit zogen die anderen Kinder an ihm vorbei. „Aufgegeben hat Nico aber zu keinem Zeitpunkt“, unterstreicht Mutter Jennifer von den Steinen. Auch wenn seine Chancen auf den Sieg nach der Radstrecke gleich null waren, biss Nico die Zähne zusammen und stellte sich noch dem Lauf. „Natürlich war er danach geknickt, weil er wirklich gerne gewinnt“, erzählt die Mutter. Aber die Trauer währte nicht lange. Am Folgetag trat Nico bereits beim Kindertriathlon in Ratingen an und gewann erneut.

Nico misst sich gerne mit anderen. Für ihn ist es ein Spiel, das er auch gerne mit seinem vierjährigen Bruder Rocco spielt. Vor einem Wettkampf, sagt der Sechsjährige dann, habe er nur noch einen Gedanken. „Den Pokal. Wenn ich fest daran glaube, dass ich den Pokal bekomme, dann gewinne ich auch“, verrät Nico sein Vorgehen. Der Vorfall mit der gesprungenen Fahrradkette beim Hildener Schülertriathlon, erinnert er sich, habe ihn schon traurig gemacht. „Aber danach habe ich ja wieder gewonnen.“ Seine Lieblingsdisziplin im Triathlon ist überraschenderweise nicht das Schwimmen. „Radfahren macht mir am meisten Spaß“, erzählt Nico.

Für nächstes Jahr hat sich der Sechsjährige als Wettkampf den Ironkids ausgesucht, auf den er sich gezielt mit Papa Mario vorbereitet: Fünfmal die Woche trainiert er im Schwimmverein, zusätzlich am Wochenende noch mit seinen Eltern. Laufen und Radfahren passiert zwischendurch. „Wir achten natürlich, dass die Schule nicht zu kurz kommt“, sagt Mutter Jennifer.