Handball: Nichts für zartbesaitete Gemüter

Handball : Nichts für zartbesaitete Gemüter

Im Derby der Handball-Verbandsliga packten die Lokalrivalen kräftig zu. Nicht nur deshalb hielt es die Zuschauer in der Sporthalle an der Adlerstraße oft nicht auf den Sitzen. Letztlich setzte sich Spitzenreiter TB Wülfrath deutlich bei der Unitas Haan durch.

Unitas Haan – TB Wülfrath 23:28 (11:12). Kaum noch einen Zuschauer hielt es kurz vor der Pause der Verbandsliga-Partie auf seinem Sitz. Turbulente Szenen spielten sich da auf dem Feld und auf den Trainerbänken ab, als Christian Horn den zum Sprung ansetzenden Stefan Panthel drei Sekunden vor der Sirene von hinten von den Beinen holte. Der Haaner Handballer traf dennoch (11:12). Den Wülfrather disqualifizierten die Schiedsrichter auf der Stelle, weil er versucht hatte, die Chance unfair zu vereiteln.

Das Derby kam eher langsam auf Touren. In der ersten Viertelstunde fielen nur neun Tore (4:5, 14.). Tabellenführer TBW gelang es nicht, sich abzusetzen, zumal die Unparteiischen beide Mannschaften gleichermaßen benachteiligten, wenn sie etwa klare Vorteile abpfiffen. Erst nach einer Auszeit von Jens Leiss (19.) lagen die Gäste mit drei bzw. zeitweise mit vier Toren vorne. Die rote Karte für Heiko Stuhl (28.) führte dazu, dass die Gartenstädter fortan mit offenem Visier kämpften – und durch einen Siebenmeter von Benjamin Ramhofer sowie dem Treffer von Panthel bis auf 11:12 aufschlossen.

Aus Unitas-Sicht hätte es die Pause nicht geben dürfen, denn nach dem Wiederanpfiff erwischten die Gäste den besseren Start in einer deutlich weniger hektischen zweiten Halbzeit. Doch nach dem Solo des bärenstarken Patrick Vogt und dem Treffer zum 16:13 (35.) schlug erst einmal die Stunde der Hausherren. Erst traf Markus Teusner, dann zweimal Dennis Hahn – und schon stand es 16:16 (37.). Allerdings war nach dem Ausgleich zum 17:17 durch Panthel vorerst Schluss mit dem Haaner Angriffswirbel. Die Wülfrather drehten auf, markierten Tor um Tor und lagen sieben Minuten vor dem Ende mit 26:20 vorne. Diese Phase gab laut Unitas-Trainer Jürgen Tiedermann den Ausschlag für die Niederlage. Denn in der verbleibenden Zeit nutzten die Gastgeber ihre Möglichkeiten nicht konsequent. Das lag zum großen Teil am überragenden Martin Becker zwischen den Wülfrather Pfosten. Immer wieder hatte der Ex-Haaner Anlass, die Faust zu ballen und seinen Jubel herauszuschreien – sehr zum Unmut des heimischen Publikums. Doch alles Ärgern half nichts, denn der TBW fand immer wieder eine Lücke. Allen voran Vogt und Neuzugang Marcel Gerard. Mehr als Ergebniskorrektur waren die letzten Tore der Unitas also nicht, denn zu souverän präsentierten sich die Gäste in den Schlussminuten.

„Aufgrund der unvorhersehbaren Entscheidungen der Schiedsrichter zu Ungunsten beider Teams war es in der ersten Halbzeit ein reines Glücksspiel“, bilanzierte Tiedermann. Der Unitas-Coach nannte Wülfrath einen verdienten Sieger und kam nicht um ein Lob für Torwart Martin Becker herum. Jens Leiß freute sich, dass es seiner Mannschaft gelang, sich nach der Pause abzusetzen. „Es war eine hektische Partie mit außerordentlich starken Torhütern auf beiden Seiten“, stellte der TBW-Trainer fest. Zufrieden war Leiß mit der effektiven Defensivarbeit sowie den Auftritten von Marcel Gerard und Michael Hildebrand.

(RP)
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