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Neuling HSG Adler Haan hält die Regionalliga

Haan : Neuling HSG Adler Haan hält die Regionalliga

Nach den vielen Erfolgen in den vergangenen Jahren bekommt die Mannschaft von André Wernicke jetzt ihre Grenzen aufgezeigt. Als Vorletzter schafft die HSG den Klassenerhalt – weil es in der Corona-Krise keine Absteiger gibt.

Der Erfolgsweg der HSG Adler Haan begann in der Bezirksliga und führte mit vier Aufstiegen in Folge über Landes-, Verbands- und Oberliga bis in die Regionalliga Nordrhein. Hier hingen die Trauben für die Mannschaft von André Wernicke allerdings sehr hoch – und der Kampf um den Klassenerhalt nahm auf der Zielgeraden der Saison überaus spannende Züge an. Denn sechs Spieltage vor dem regulären Ende der Meisterschaft befand sich der Liga-Neuling auf einem Abstiegsplatz. Auch, weil in einigen Begegnungen den Haaher Handballerinnen die Nerven einen Streich spielten. Dadurch schafften sie es das ein oder andere Mal nicht, an den starken Auftritt in der ersten Halbzeit anzuknüpfen und die Punkte einzufahren. So standen Mitte März lediglich drei Siege und ein Unentschieden auf dem Konto. Dann kam es durch die Corona-Pandemie zur Zwangspause. Zum 20. April erklärte der Handballverband schließlich die Saison in allen Spielklassen für beendet – und entschied, dass es in dieser Meisterschaftsrunde keine Absteiger gibt.

„Mit Blick auf den Aufbau unseres Nachwuchses und die Entwicklung der HSG Adler Haan ist es sehr wichtig, dass die Mannschaft die Klasse gehalten hat“, stellt Reinhard Herder fest. Zugleich betont der Vorsitzende der Spielgemeinschaft zwischen von Unitas und HTV: „Trainer und Mannschaft wäre es natürlich lieber gewesen, wenn sie es auch sportlich geschafft hätten.“ Die Hoffnungen ruhten auf dem Heimspiel Ende März gegen den Drittletzten SV Straelen. Im Hinspiel gelang den Haanerinnen ein klarer 31:22-Sieg, den sie vor heimischem Publikum wiederholen wollten, um nach Punkten mit dem Abstiegskontrahenten gleichzuziehen und ihn aufgrund des direkten Vergleichs zu überholen. Ein Plan, den die HSG-Handballerinnen aufgrund der Corona-Krise nicht verwirklichen konnten. Immerhin gab es aber ein glückliches Ende für den Aufsteiger.

Die Bilanz der Spielzeit fällt gleichwohl durchwachsen aus. „Wir mussten viel Lehrgeld zahlen, da machen wir uns gar keine Illusionen“, sagt Herder und sieht einige Punkte, die in der internen Analyse eine Rolle spielen müssen. Dabei lag das Manko weniger in der Offensive, denn in 16 Begegnungen erzielten die Haanerinnen 424 Tore – und damit zwei mehr als Spitzenreiter TB Wülfrath. Aufgrund der 470 Gegentore stehen die Adler allerdings zu recht auf dem vorletzten Platz – lediglich Schlusslicht HSV Frechen kassierte noch zwei Treffer mehr. In der Vorbereitung auf die neue Saison ist das Augenmerk also auf die Defensivleistung zu legen.

„Das zweite Jahr ist immer das schwierigste“, verweist Herder auf eine alte Sportlerweisheit. Der HSG-Vorsitzende erwartet auch in der nächsten Spielzeit einen harten Kampf um den Klassenerhalt. Trainer André Wernicke bleibt Chefcoach. „Das ist völlig unstrittig, da gab es nie eine Diskussion“, stellt Herder fest. Inwieweit sich das Gefüge der zum großen Teil schon lange zusammenspielenden Mannschaft ändert, vermag er nicht zu sagen, weil es Sache des Trainers ist. „Wir wussten immer, dass es schwerig wird“, sagt Herder, erklärt aber auch: „Es wäre im Sinne des Leistungsgedanken sicher positiv,. wenn es innerhalb der Mannschaft mehr Konkurrenz gäbe.“ Vielleicht hapert es aber auch an echten Führungskräften – Spielerinnen also, die dem Adler-Team auch in schwierigen Zeiten den notwendigen Halt geben. Der HSG-Kader braucht die richtige Mischung, damit es in Zukunft auch sportlich mit dem Regionalliga-Erhalt klappt.